Musik Raus aus meinem Kopf

Sie hassen das Lied, das Sie jetzt im Kopf haben? Sorry, so ist das mit Ohrwürmern. Wir verraten, wie sie verschwinden – versprochen.

Frau hört Musik

Von Oberhausen nach Schlumpfhausen und Vader Abraham ist es nicht weit

Generell scheint zu gelten: Je simpler ein Musikstück aufgebaut ist, je häufiger wir es in der Vergangenheit gehört haben oder je überraschendere Wendungen es für uns beim Anhören nimmt, desto höher steigt das Risiko, dass es zum Ohrwurm mutiert. Trotzdem scheinen wenige Lieder für uns alle ähnlich „gefährlich“ zu sein. Nur bei einem Viertel der Probanden in Hymans Studie stimmte ein Ohrwurm überein. Viele ergaben sich aus der aktuellen Hitparade – kein Wunder, wird sie doch von diversen Radiosendern Tag für Tag durchgenudelt. Manchmal genügen sogar unbewusste Assoziationen. Beispiel: Wir lesen einen Artikel über die Stadt Oberhausen. Unbemerkt verknüpft unser Gehirn das Wort mit Schlumpfhausen – und ruck, zuck macht sich das „Lied der Schlümpfe“ von Vader Abraham in unserem Kopf breit. Oder, noch simpler: Wir gehen barfuß am Strand und hören Belinda Carlisles „Circle in the Sand“. „Unser Langzeitgedächtnis für Musik funktioniert eben sehr gut“, erklärt Daniel Müllensiefen, Musikpsychologe am Gold- smiths College der Universität London. Der einfachste Rat der Forscher lautet deshalb: Höre Musik, die du magst, dann suchst du dir deine Ohrwürmer selbst aus.

 

Raus aus meinem Kopf!

Das hilft:

Meditieren
Wer jeden Tag ein 10- bis 15-minütiges Achtsamkeitsritual oder Ähnliches in seinen Alltag einbaut, bewirkt, dass die Gedanken seltener abschweifen, und beugt so Ohrwürmern effektiv vor.
Denksport
Geben Sie dem Gehirn „Futter“, z. B. ein mittelschweres Sudoku-Rätsel lösen, sich Anagramme (Schüttelworte) aus fünf Buchstaben ausdenken, ein längeres Wort aus der Zeitung („Bruttosozial- produkt“) im Kopf rückwärts buchstabieren.

Das hilft nicht:

An etwas anderes denken
Je stärker wir uns anstrengen, etwas aus dem Kopf zu kriegen, desto mehr setzt es sich
fest („Denken Sie jetzt nicht an einen Eisbären ...“).
Einen „Gegen-Ohrwurm“ suchen
Die Internetseite www.unhearit.com bietet zwar diverse Songs an, die Ohrwürmer vertreiben sollen. Allerdings setzen sich stattdessen dann oft diese im Kopf fest.
Das ganze Lied genau anhören
Klappt aus einem ähnlichen Grund nicht wie der erste Ratschlag. Je intensiver wir uns mit einer Sache beschäftigen, desto mehr „Haken“ bildet sie aus, die sich im Gedächtnis verfangen.
Irgendwas tun
Spazieren gehen, aufräumen, putzen – das findet unser Gehirn langweilig. Die Gedanken schweifen (wieder) ab – und der Ohrwurm bleibt.