Gefühl Wie kann ich besser mit Wut umgehen?

„Schluck sie nicht runter.“ Diesen Rat haben wir alle schon gehört. Nur: Wut ist ein sehr starkes Gefühl. Wir können lernen, sie zu zeigen und trotzdem Herr der Lage zu bleiben.

Paar - Trennung

Die Bandbreite der Reaktionen ist groß: Sie reicht von Gereiztheit und Frust über Zorn und Hass bis zur bru-talen Gewalt. Wer nicht oder kaum gelernt hat, mit dieser dunklen Seite umzugehen, reagiert entweder mit Angst und Rückzug oder einem völlig überzogenen Ausbruch, der die Situation noch mehr vergiftet. In beiden Fällen bleiben wir in unserer Wut stecken. Wir verkrampfen innerlich, bekommen Bauch-, Kopf- oder Rückenschmerzen, fühlen uns noch isolierter, noch hilf- und machtloser.

Behalten Sie die Kontrolle über ihre Wut

Stopp! Es gibt einen Ausweg. „Wut ist eine Kraft, die Verbesserung ermöglicht“, betont Thomas Bergner, Mediziner und Coach aus Zell bei München („Gefühle“, Schattauer, 380 Seiten, 19,99 Euro). „Wut-Management“ heißt das Zauberwort. Klingt nach Karriere-Training für zukünftige Vorstände, ist aber tatsächlich für jeden Alltag geeignet.
Das Ziel: ein mittleres Wut-Level erreichen und halten. Das hilft uns einerseits, das Gefühl ehrlich zuzulassen, und lässt uns andererseits Herr der Lage bleiben. „Ich darf die Kontrolle über meine Worte, den Ton, die Lautstärke, mein Auftreten nicht verlieren. Es gilt, die eigenen körperlichen und seelischen Anzeichen richtig zu deuten, um konstruktiv und handlungsfähig zu bleiben. Wir können das üben“, ermutigt die Berliner Deeskalationstrainerin Kerstin Lück.

Sieben Schritte helfen dabei. Sie bewahren uns davor, vor Wut auszuflippen oder sie stumm runterzuschlucken. Und sie unterstützen uns – allem Ärger zum Trotz – beim Finden einer konstruktiven Lösung. Außerdem lassen sie uns in schwierigen Situationen gelassener bleiben. Wie das funktioniert, zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt in den roten Kästen unten auf der vorherigen und dieser Seite. Lassen Sie sich Zeit! Zur „Wut-Wandlerin“ werden Sie nicht von heute auf morgen. Rückschläge sind normal und kein Grund für Selbstkritik. Nur Mut – zur Wut.