Reisepläne Experten-Rat für's Verreisen

Der Relax-Faktor einer Reise wirkt bis zu einem Jahr nach – wenn Sie für unterschiedliche Erwartungen und Bedürfnisse gute Kompromisse finden.

Paar am Strand

Handyfreie Zone gegen Erreichbarkeit 

Keine Frage: Am besten erholen Sie sich ohne Handy und ohne E-Mails. Je früher Sie sich darum kümmern, Ihre Vertretung im Büro einzuarbeiten, Ihr Telefon umzuleiten und im Mail-Programm eine Abwesenheitsnotiz einzurichten, desto weniger stellt sich das Gefühl ein, erreichbar bleiben zu müssen. Das gilt auch für die eigenen vier Wände. Wer gießt die Blumen? Wer kümmert sich um die Post? Ist das Zeitungs-Abo unterbrochen?
Je eher Sie solche Fragen klären, desto mehr Platz wird im Kopf frei für Urlaub. Ist eine komplette „Abnabelung“ nicht möglich, weil z. B. die Eltern krank sind, die Kollegin allein überfordert ist oder ein Kind parallel woanders die Ferien verbringt, hilft dieser
Tipp: feste Tageszeiten für die Korrespondenz festlegen, z. B. nach dem Frühstück eine halbe Stunde. Danach gilt wieder: bitte Handy und Rechner aus.

Direkt weg gegen Pufferzone 

Die letzten Minuten im Büro, rein ins Taxi, ab zum Flughafen – und weg. Die Urlaubstage sind knapp, deshalb versuchen viele sie so gut wie möglich auszunutzen. Aber: „Das schnelle Umschalten von Arbeitsmodus auf Entspannung beansprucht den Körper mehr als permanenter Stress“, sagt Prof. Reinhardt. Deshalb lieber nicht direkt am ersten Tag in den Urlaub düsen, sondern langsam reingleiten. Die beste Formel für Körper und Seele lautet 3–14–4 und bedeutet: drei Tage zu Hause. So können Sie in Ruhe alles erledigen und sich einstimmen. Dann zwei Wochen am Urlaubsort. Danach noch mal vier Tage zu Hause.
Tipp:
Wenn der Körper vom Arbeits- in den Urlaubsmodus wechselt, sinkt das Schutzniveau unseres Immunsystems, und statt am Strand liegen wir krank im Hotelbett. Versuchen Sie deshalb schon vor Reiseantritt mehr Vitamine zu essen, ausreichend zu schlafen und weniger Alkohol zu trinken.

Prof. Dr. Ilse Kryspin-Exner, Gesundheitspsychologin an der Universität Wien

VITAL: Was hat den höchsten Entspannungswert im Urlaub?
Prof. Dr. Kryspin-Exner: Da es die Routine ist, die uns psychisch ermüdet, hilft es, eine andere Rolle einzunehmen. So kann der Vater sich mehr um die Kinder kümmern, und die Mutter zieht sich mit einem Buch zurück. Wer einen verantwortungsvollen Job hat, übergibt die Regie im Urlaub an den Partner. Und wenn das nicht geht? Lässt sich das Rollengefüge nicht nennenswert verändern, sollten Sie sich einen Traum erfüllen. Was wollten Sie schon längst mal machen? Fallschirmspringen? Wasserskifahren? Einen Ausritt am Strand? Gönnen Sie Ihrem Körper einen Cocktail aus Energieund Glückshormonen.

Wie umschiffen Urlauber zu hohe Erwartungen?
Sehen Sie Ihren Urlaub als das, was er ist: ein Zeitfenster der Entspannung. Nicht mehr und nicht weniger. So können hohe Erwartungen nicht enttäuscht werden. Alle anderen Anforderungen verschieben Sie lieber auf den Alltag.

Was hilft gegen den Frust, wenn der Urlaub vorbei ist?
Versuchen Sie, positiv zu denken. Freuen Sie sich, dass Sie gebraucht werden. Wer lange genug entspannt hat – die Reha-Medizin empfiehlt drei Wochen –, freut sich meist automatisch, wieder in ein gewohntes soziales Gefüge zurückkehren zu können.

Autor: Gela Brüggemann

Schlagworte: