Interview Tatjana Strobel über den Nutzen von Physiognomik

Unser Gesicht verrät mehr über unsere Persönlichkeit, als wir vermuten. Im Interview mit vital.de verrät Menschenkennerin Tatjana Strobel, wie wir anhand von Gesichtsmerkmalen das Wesen eines Menschen deuten können und auch über uns selber jede Menge lernen können. 

Tatjana Strobel

 

In welchen Lebensbereichen kann mir das Wissen um bestimmte Signale weiterhelfen?
Es gibt eigentlich keinen Bereich, in dem es mir nicht weiterhilft! Für den Wocheneinkauf, das Lehrergespräch, in Berufen mit viel persönlichen Kontakten. Wenn Sie über dieses bestimmte Wissen verfügen, kann es Ihnen in jedem Bereich nutzen.

 

Meine Gesichtsattribute kann ich nicht ändern. Vielleicht gefallen mir aber einige meiner Merkmale nicht. Kann ich diese kaschieren?
Das tun viele Menschen ja bereits, indem sie sich ihre Falten wegspritzen lassen. Dabei gibt es ganz wunderschöne Falten, die man sich tunlichst nicht entfernen lassen sollte. Lachfalten zum Beispiel. Durch große Ereignisse im Leben kann sich unser Gesicht auch stark verändern. Prominente Beispiele sind Robbie Williams oder Angela Merkel. Am auffälligsten ist die Veränderung aber bei Daniela Katzenberger: Innerhalb kürzester Zeit haben sich ihre Gesichtsmerkmale total verändert. Und damit meine ich nicht die Dinge, die sie durch Kosmetik selbst manipulieren kann, sondern beispielsweise ihre gesamte Gesichtsform.

 

Sie bieten Seminare und Vorträge an – was vermitteln Sie „Laien“ dort ?
Als erstes schauen wir uns natürlich die Gesichtsmerkmale der Teilnehmer an. In den vier bis sechs Wochen Pause zwischen den Terminen bekommt jeder Hausaufgaben. Und dann kommt immer wieder ein neuer Bereich dazu. Schließlich müssen sieüben und sich das Gelernte ins Bewusste holen, damit sie es verinnerliche. Wenn sie solche Kenntnisse über sich gewonnen habe, kann das sogar bei der Partnerwahl helfen. Sie können ihr Gegenüber nach Merkmalen scannen und so vielleicht jemanden finden, der ihnen ähnelt.


Kann ich auch im Selbststudium durch Ihre Bücher zum „Menschenkenner“ werden?
Ja, natürlich! Im Prinzip finden Sie dort alles, um die eigene Menschenkenntnis zu schulen. Auch Seminarinhalte. Ich arbeite in den Büchern sehr viel mit Selbsttests und Bildern, sodass man auch ohne persönlichen Workshop einiges an Praxiserfahrung bekommt. Die Frage ist nur, inwieweit der Mensch das Gelesene auch umsetzt und übt.

 

Wie groß ist dabei die Gefahr, dass sich Fehler bei der Deutung einschleichen, die dann zu falschen Rückschlüssen führen?
Das kann natürlich mal passieren. Allerdings gibt es so viele Merkmale im Gesicht, dass man sich ohnehin nicht nur auf einen Aspekt konzentrieren sollte oder muss. Wenn Sie sich mit bestimmten Gesichts-Partien unsicher sind, legen Sie eben Ihr Augenmerk auf die restlichen Attribute. Manche Merkmale sind so prägnant, zum Beispiel Lippenfülle oder Ohrläppchen, dass Sie sie relativ problemlos deuten können.

 

Inwieweit schränkt solches Wissen die Unbefangenheit ein, z.B. bei neuen Kontakten? Können Sie noch neutral auf neue Leute zugehen?
Es ist grundsätzlich eher so, dass die Physiognomik uns hilft, unserer Intuition mehr zu vertrauen. Wir haben ja alle ein Bauchgefühl und mit der geschulten Menschenkenntnis haben wir zusätzlich ein paar Instrumente, mit denen wir uns dieses Gefühl erklären können. Jeder scannt unbewusst die Menschen, die er kennenlernt. Wer sich aber mit Physiognomik auskennt, kennt nicht nur das Ergebnis „Mag ich" oder "Mag ich nicht“, sondern weiß auch, was der Grund für diese Einschätzung ist. Viele Sympathien oder Abneigungen hängen zum Beispiel mit früheren Erfahrungen zusammen. Wenn ich das einzuordnen weiß, hilft mir das ganz stark weiter.

Autor: Franziska Lehmann

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