Portrait Hanna Handschuh Herausforderungen reizen Sie

Anna Handschuh, 31, macht sich als Marketing-Managerin einer „grünen“ Bank dafür stark, Geld zum Nutzen von Mensch und Umwelt einzusetzen. Damit beweist unsere Frau des Monats, dass man mit Geld effektiv und gleichzeitig fair arbeiten kann.

Anna Handschuh

 

2009 verlieh die „Financial Times“ dem Unternehmen deshalb den Titel „Sustainable Bank of the Year“. Die Komplexität einer Bank zu verstehen, ein Team aufzubauen – und das Ganze im Krisenjahr 2009 –, das sei eine echte Herausforderung gewesen, gibt Anna Handschuh zu. Aber genau das hat sie schon immer gereizt: als Elfjährige, die eine Bach-Patenschaft initiierte, um das verschmutzte Flüsschen hinter der Schule zu säubern, als Mitglied der Federation of Business & Professional Women und bei der Organisation des Equal Pay Day in Stuttgart, dessen Ziel die gerechte Bezahlung von Frauen ist.

„Es nützt nichts, nur gegen etwas zu sein, aber keine Gegenvorschläge zu haben“, sagt sie mit Nachdruck, „man muss auch selbst etwas zur Lösung beitragen.“ Und damit lässt sich sogar Geld verdienen. Triodos funktioniert wie andere Wirtschaftsunternehmen: Die Kunden bekommen auf ihre Einlagen Zinsen, die Mitarbeiter ein an den Tarif angelehntes Gehalt.

Was sie verkaufen, leben sie auch. Dazu gehört, dass jeder Kollege ein Dienstfahrrad erhält. Zum Frühstück trinkt man Bio-Tee, und die Büros wurden vom schadstofffreien Teppich bis zum recyclebaren Bürostuhl nach baubiologischen Gesichtspunkten gestaltet. Wer hier arbeitet, teilt eine besondere Lebenseinstellung. „Ich kann nicht nach Hause gehen und mich dann völlig anders verhalten“, sagt Anna Handschuh, die schon als Kind „bio“ aß, kein Auto besitzt und das Fliegen möglichst vermeidet. „Nur in den Urlaub nach Griechenland, da geht es nicht anders“, räumt sie ein. Eine kleine Schwäche muss erlaubt sein.

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