balance: Beziehung Geschwister halten zusammen

Zwölf mehr oder weniger prominente Schwestern und Brüder erzählten uns, wie sich ihre Beziehung entwickelte. Einige sind sich nah, andere nicht so. Typisch Geschwister.

Sylviane und Enzo sind Restaurantbesitzer

 

Nena, heute 54, und Kristiane Kerner, heute 49
 
„Es gab sie und es gab mich, und das war die ersten Jahre absolut unproblematisch“, schreibt Pop-Sängerin Nena in ihrer Biografie über ihre Schwester Kristiane und ihren Bruder Michael, heute 50. Doch je älter das Trio wurde, desto öer verbündeten sich zwei gegen eine. Gegen Nena. Erst als die drei in den 80er-Jahren in Berlin lebten, änderte sich das. 1985 heiratete ihre Schwester Nenas damaligen Bassisten. Kristiane Kerner wurde Krankenschwester, Michael Kerner Banker. „Meinen Bruder sehe ich nicht mehr oft. Wir haben uns mal mehr, mal weniger und meistens wenig zu sagen“, sagt Nena, geborene Gabriele Susanne Kerner, ehrlich. „Aber meine Schwester sehe ich oft, und wir freuen uns, dass wir uns immer besser kennenlernen.“
 
Meret, 45, und Ben Becker, 49
 
Die Eltern: Monika Hansen und Rolf Becker, der Stiefvater: Otto Sander. Alles große Schauspieler, Künstler. Doch obwohl sie durch ihre Engagements viel unterwegs waren, gaben sie den Kindern Meret und Ben Becker das Gefühl, in einer liebevollen Umgebung aufzuwachsen. Vier Jahre trennen die beiden. „Was in der Kindheit viel ausmacht“, sagt Ben. Rivalisiert häen sie nie, „ich war schon als Kind sehr auf mich fixiert“. Trotzdem stehen sie sich nah. „Wir sind so richtig schreckliche Geschwister“, sagt Meret, die ab Oktober in Berlin als neue „Tatort“-Kommissarin vor der Kamera steht. „Zusammen mit Ben kann ich sehr albern sein.“
 
Selma Wels, 35, und Inci Bürhaniye, 47, Verlegerinnen aus Berlin
Als Inci Bürhaniye und die dritte Schwester Cigdem Yigit, heute 44, das Elternhaus in Pforzheim verließen, ging Selma Wels noch zur Schule. „Auf einmal war ich Einzelkind“, erinnert sie sich. Sie blieb mit der Mutter zurück, der Vater war in die Türkei zurückgekehrt. Dann der Schock: „Als ich 17 war, starb meine Mutter“, erzählt Selma. Die drei Schwestern waren auf sich gestellt – und hielten zusammen. In Berlin gründeten sie eine WG. Selma schaffte ihr Abi, studierte BWL. Inci wurde Anwältin, Cigdem eröffnete einen Feinkostladen. „Wir drei sind uns sehr nah“, sagt Inci. Mit Selma gründete sie 2012 den Binooki-Verlag, der türkische Literatur nach Deutschland holt. „Beruf und Familie zu trennen fällt manchmal schwer“, erzählt Selma. „Aber wir ergänzen uns perfekt. Unsere Mutter würde sich freuen. Von ihr haben wir die Liebe zu Büchern."

 

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