Natur Liebe ist zum anbeißen

Nie getrennt, lebenslänglich zusammen – woran der Mensch oft scheitert, das ist in der Tierwelt nicht selten biologisches Programm. Monogamie als animalischer Lebensentwurf. Herrliche Natur!

Pinguine lieben sich
Und trotzdem ist das noch nichts gegen das Eheleben des Tiefseeanglerfisches 4000 Meter unterm Meeresspiegel. Haben die sich erst einmal gefunden, kommen sie nicht mehr voneinander los. Das Männchen beißt sich am Weibchen fest und verschmilzt mit der Zeit mit diesem. Dann gibt es keine Alternative mehr. Sie sind die Partnerlook-Goretexjackenträger der Tierwelt. Da haben es die Albatrosse besser. Erst einmal dauert es ein paar Jahre, bis sie sich für einen Partner entscheiden. Über mehrere Sommer hinweg trifft man sich, tänzelt umeinander herum, krault sich irgendwann gegenseitig zaghaft das Gefieder. Und wenn endlich die Entscheidung gefallen ist, dann bleibt es dabei. Sie bauen ein Nest und kehren dort immer wieder zur Brut und Aufzucht zurück. Über 20 Jahre halten diese Beziehungen im Schnitt, denn auch wenn bei den Jungvögeln eine hohe Sterblichkeitsrate herrscht, können Albatrosse locker über 60 und dann noch immer Eltern werden. Wer nicht an ewige Treue glauben mag, könnte sagen, der Erfolg der Albatros-Ehe läge darin begründet, dass sich die Partner nur alle ein bis zwei Jahre sehen. Den größten Teil ihres Lebens verbringen die schweren Vögel nun einmal in der Luft. Eine Fernbeziehung also. Auch eine Lösung.
 

Der Nachwuchs hält zusammen

Biologen haben herausgefunden, dass Monogamie sowieso eng mit Elternschaft verbunden ist: je aufwendiger die Aufzucht der Jungen, desto beständiger die Beziehung. Kinder schweißen eben zusammen, auch wenn sie keine Paarbeziehung kitten können. Das ist bei Tieren nicht anders als bei uns. Pinguine etwa wechseln sich während der Brutzeit beim Warmhalten der Eier ab und scheuen auch kilometerlange Wege zur Futterbeschaffung nicht. Alles für den Nachwuchs. Und wenn eine Pinguindame zwischenzeitlich mal fremdgeht, dann tut sie das auch nur aus Mutterinstinkt. Zur Belohnung für außereheliche Liebesdienste – manchmal genügt sogar schon ein bisschen aufmerksame Zuwendung – bekommt das Weibchen einen Stein vom Nebenbuhler. Und der wird dringend zum Nestbau benötigt. 

Autor: Manu Schmickler