Tipps Tricks, um Schreibblockaden zu überwinden

Einmal ein Buch schreiben! Das wünschen sich viele Frauen. Sie haben auch schon eine Idee, aber wissen nicht wie Sie loslegen sollen? Hier finden Sie unsere Tipps.

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1) Einfach drauflos schreiben. Lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf. Es muss nichts entstehen. Sie können im Schulaufsatz-Style über Ihr schönstes Tageserlebnis schreiben, Ihr Zimmer in allen Details beleuchten oder was Ihnen sonst in den Sinn kommt. Vielleicht entsteht daraus etwas – ein kurzer Essay, eine kafkaeske Geschichte über jemanden, der in Ihrem Zimmer zum Schmetterling wird – oder aber auch nichts. Das Wichtigste ist, Sie schreiben. Sie werden sehen – damit kommen über kurz oder lang der Schwung und die Ideen für die eigentliche Geschichte zurück.
 
2) Üben Sie sich in Gelassenheit. Gehen Sie spazieren oder fahren Sie eine Runde mit dem Rad. Stricken Sie, trinken Sie ein Glas Prosecco oder schmökern Sie in Ihrem Lieblingsbuch. Dabei ist es verboten, konkret über Ihren Text nachzugrübeln. Bewegung und Ablenkung, gerade wenn wir uns in einer Arbeitssackgasse befinden, bringen uns oft den ersehnten Geistesblitz!

3) Stellen Sie sich einen Wecker. In den berühmten Flow beim Schreiben kommen wir erst, wenn unser Gehirn sich ganz auf eine Aufgabe konzentriert. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es rund 15 Minuten dauert, bis der Flow überhaupt eintritt. Werden wir vorher unterbrochen, haben wir keine Chance, in den ersehnten Zustand zu gelangen, in dem wir wie im Rausch Ideen entwickeln und die Buchstaben in den Rechner fließen – in dem es einfach läuft. Stellen Sie sich einen Wecker auf eine halbe Stunde, in der Sie nichts anderes tun als schreiben – oder nutzen Sie die Pomodoro-App, die Ihnen den Rhythmus vorgibt und dafür sorgt, dass Sie bei der Stange bleiben und zwischendurch regelmäßig ein Päuschen einlegen, um das Gehirn zu entspannen.  

4) Fragen Sie Ihre Figuren. Wenn Sie mit Ihrer Geschichte nicht weiterkommen, wenden Sie sich am besten den Charakteren zu. Fertigen Sie die Charakterskizze einer Nebenfigur an, die im derzeitigen Kapitel noch ein wenig blass wirkt. Oder führen Sie ein schriftliches Interview mit Ihrem Protagonisten. Stellen Sie ihm die Fragen, die Ihnen das Leben schwer machen. Und auch welche, die darüber hinaus gehen, beispielsweise: Was magst du an dir? Warum hast du gerade Angst? Wieso bist du in deine Partnerin verliebt? Wonach sehnst du dich am meisten? Was würdest du in deinem Leben ändern, wenn du könntest?  Die Figuren treiben letztlich die Handlung voran – und sie können der Schlüssel sein, wenn der Plot stockt.

5) Steigen Sie mit jemandem in den Ring. Suchen Sie sich einen Sparringspartner für Ihre Geschichte. Das ist im besten Falle jemand, der ebenfalls schreibt. Lesen Sie gegenseitig Ihre Texte – und sprechen Sie miteinander über den Aufbau der Geschichte und logische Fehler. Oft denken wir bestimmte Handlungen im Kopf mit, statt sie aufs Papier zu schreiben. Oder wir haben ein Problem übersehen. Denken Sie daran, Ihrem Gegenüber erst zu sagen, was Ihnen an seinem Text gefallen hat, und üben Sie dann respektvolle und konstruktive Kritik. Machen Sie sich gegenseitig Vorschläge. Gemeinsam plottet es sich oft leichter – denn Sie nutzen gleich zwei Köpfe.

6) Suchen Sie nach dem Haken im Plot. Gehen Sie das Geschriebene noch einmal durch und schreiben Sie dabei auf, welche Fragen Ihnen in den Sinn kommen. Was genau ist es, das Ihnen jetzt gerade das Schreibleben schwer macht? Es fällt viel leichter, Lösungen zu finden, wenn man das Problem klar benennen kann.


5 goldene Regeln fürs Exposé

1) An die richtige Adresse wenden. Passt Ihr Buch in den Verlag oder zu der Agentur, an die sie sich wenden? Wenn ja, dann erwähnen Sie das kurz im Anschreiben. Wenn nein, sparen Sie sich das Porto. Ein Verlag, der noch nie Lyrik publiziert hat, wird Ihren Gedichtband nicht veröffentlichen, selbst wenn Ihre Reime rocken.

2) Keep it simple. Ein Lektor oder Agent hat kaum Zeit – auf seinem Schreibtisch türmen sich die Manuskriptberge. Schreiben Sie einfach und in klaren, verständlichen Sätzen.

3) Verschicken Sie das Rundum-Wohlfühlpaket. Gestalten Sie Ihr Exposé übersichtlich, nicht zu schnörkelig, aber seriös. Schreiben Sie Namen und Anschrift sowie den Titel auf ein Deckblatt. Auf die zweite Seite gehört die Einordnung Ihres Werkes: das Genre, Vergleichstitel, Umfang und ein kurzer werbender Text, der neugierig macht auf den Inhalt. Auf diesen Kurztext dürfen Sie ruhig Zeit verwenden – er sollte den Grundkonflikt erklären: Wer ist Ihre Hauptfigur, was will sie und was steht dem entgegen? Spicken Sie bei Klappentexten, diese werden oft nach einem ähnlichen Muster geschrieben. Das Exposé sollte außerdem einen längeren Inhaltstext enthalten, der die gesamte Geschichte inklusive aller überraschenden Wendungen und dem Ende enthält (maximal 3 Seiten) – optional auch Figurenskizzen von maximal 3-4 wichtigen Charakteren. Abschließend erklären Sie in der Vita, warum Sie die perfekte Autorin der Geschichte sind: Wenn es sich um einen Familienroman mit Hund handelt, dürfen Sie ruhig Ihren eigenen Kläffer erwähnen. Wenn der Roman auf Sizilien spielt, weil Sie dort zehn Jahre gelebt haben, schreiben Sie das! Und wenn es ein Thriller ist, bei dem die Hauptfigur Gerichtsmedizinerin ist, so wie Sie – dann sollten Sie das unbedingt in der Vita erwähnen.

4) Zeigen Sie, wie wichtig Ihnen Ihr Exposé selbst ist. Lassen Sie es Korrektur lesen. Legen Sie ein Anschreiben bei, in dem Sie kurz (!) Ihr Anliegen erklären. Achten Sie darauf, dass das Exposé weder Kaffeeflecken noch Rechtschreibfehler enthält.

5) Haben Sie Geduld. Es kann lange dauern, bis Sie eine Antwort erhalten – häufig schicken Verlage sogar gar keine Absageschreiben mehr und bitten darum, von Nachfragen abzusehen. Nach etwa vier Monaten können Sie davon ausgehen, dass Ihr Projekt nicht auf Interesse gestoßen ist – und sollten sich nach einer anderen Möglichkeit umsehen. Überarbeiten Sie es erneut, werden Sie Selfpublisher, stellen Sie es auf Plattformen wie www.deintextdeinbuch.de ein, um einen Agenten oder einen Verlag zu finden. Eine Absage bedeutet schließlich nicht notwendigerweise, dass Ihr Buch schlecht ist, sondern kann auch heißen, dass es nicht ins Verlagsprogramm passt. Geben Sie also nicht auf!