Was sagt unsere DNA wirklich aus? Der Datenschützer

DNA-Tests im Internet entschlüsseln das Erbgut und sagen Gesundheitsrisiken voraus. Experten warnen davor.

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Der Datenschützer

„SCHREITET DIE ENTSCHLÜSSELUNG VON GENEN VORAN, SIND DIE DATEN AUS DER HAND GEGEBEN…“

Gibt es etwas Persönlicheres als die eigene DNA? Dass solche Daten nicht an Unbefugte geraten, darüber macht sich Datenschützer Prof. Johannes Caspar Sorgen. Denn machen sich die Betroffenen wirklich klar, was sie da preisgeben? Viele beteiligen sich sogar an dem Austausch der Analysen untereinander oder erlauben sogar Drittfirmen, sie auszuwerten. „Generell sind im Internet Daten nicht sicher. Ohne Zustimmung und Wissen können sie jederzeit kopiert und weiterverwendet werden.“

Besonders kritisch wird es aber, wenn man sich vorstellt, dass die Entschlüsselung der DNA voranschreitet. „Es besteht das Risiko, dass diese Daten in die falschen Hände geraten. Die Kenntnis über genetische Krankheitsdispositionen von Arbeitgebern kann zu Nachteilen im Beruf wie Nichtanstellung oder Kündigung führen. Oder Versicherungsunternehmen können die Versicherungsdeckung verweigern.“ Ohne dass man jemals die wahren Gründe erfährt. „Besonders riskant ist dabei die Weitergabe an Firmen, die ihren Sitz nicht in Deutschland haben. Der staatliche Schutz von solch sensiblen Daten ist z. B. in den USA nicht vergleichbar mit den Standards, die hier existieren.“ Es ist auch keine schöne Vorstellung, dass sich unter Freunden und Kollegen herumspricht, dass man eine Neigung zu bestimmten Gesundheitsproblemen hat.

Autor: Yvonne Hagen