Leben Jeder kann den magischen Moment erleben

Eine besondere Begegnung, eine Erkenntnis, eine Welle des Glücks: In manchen Momenten scheint die Zeit stillzustehen. Dann offenbart uns das Leben, wie alles gut werden kann.

Nonne sitzt auf einer Bank in einem weißen Gewand
Den einen trifft es wie der Blitz, beim anderen wird es vollkommen still, oder warmes Licht überflutet alles: So unterschiedlich wie die Menschen und ihre Lebensgeschichten sind, so verschieden kommen auch ihre magischen Momente daher. Die Apothekerin mit Abneigung gegen das Klosterleben spürt beim Klosterbesuch plötzlich, dass sie dorthin gehört. Die Agraringenieurin wird von einer Indianerin auf den schamanischen Weg „berufen“. Eine junge Mutter erwacht nach schwerer Krankheit aus dem Koma und fühlt grenzenlose Dankbarkeit und neuen Lebensmut. Das sind die Schicksale der Frauen in unserer Geschichte. Erleben kann solche magischen Momente grundsätzlich jeder, sagt Beck. Er als religiöser Mann nennt diese einschneidenden Erlebnisse jedoch „Einbrüche des Göttlichen in unser Leben“. Dafür müssen wir keine gläubigen Menschen sein. Beck: „Jeder Mensch trägt diese tiefe innere Stimme in sich. Man kann sie Intuition nennen oder einen Raum des Absoluten. Auf jeden Fall bewegt sich unser Bewusstsein da in eine andere Dimension."

Hören Sie auf die innere Stimme

Wir müssen nur bereit sein, dies auch wahrzunehmen: Viel zu oft werde die innere Stimme zugeschüttet von Alltag, Hektik und Lärm. „Vor allem Männer, die gern alles rational erklären, schieben Intuitives beiseite“, sagt der Experte. Sicher hilft es, achtsam mit sich umzugehen, oft innezuhalten. Zum Beispiel in der Meditation, im Gebet. Aber Vorsicht, nicht den echten magischen Moment verwechseln mit einem schönen Erlebnis, etwa beim Anblick des Meeres. Ob es sich tatsächlich um Kairos handelt, den lebensverändernden Zeitpunkt, kann Beck genau sagen. Er hat Kriterien für den Einbruch des Göttlichen in unser Leben aufgestellt: „Es erschüttert den ganzen Menschen unmittelbar. Es ist schön und erschreckend zugleich. Die Erkenntnis ist von Dauer, vergessen geht nicht. Erinnert man sich später daran, steht einem alles noch genau vor Augen. Es hat einen Realitätsbezug, also wirklich mit dem Leben des Betroffenen zu tun. Es muss Konsequenzen haben, führt meist automatisch zu einer langfristigen Kursänderung. Auf Dauer vergeht der erste Schreck, und ein tiefer Friede stellt sich ein.“
 

Autor: Lena Reseck