Leben und Planung Eva-Maria Posner, Ökotrophologin

Schicksalhafte Liebe, anhaltendes Fernweh oder der innige Wunsch, Klavier zu spielen: Fünf Frauen haben sich getraut, ihren verborgenen Sehnsüchten nachzugehen. Keine hat es bereut, auch wenn es um die 40 nicht mehr so einfach wie mit 20 war…

neuanfang1.jpg

„Es fing damit an, dass wir uns auch außerhalb der Fitnesskurse trafen, Conny war unsere neue Trainerin. Wir machten lange Spaziergänge, jede erzählte aus ihrem Leben. Schnell war klar: DA IST VIEL MEHR ZWISCHEN UNS."

Dann begann das Drama: Ich – seit 14 Jahren verheiratet, meine Kinder zwölf und zehn – ich bin anders. Es war ein Schock, das zu sehen: Ich hatte meinen Mann aus Liebe geheiratet, damals irgendwie der ganz normale Weg: einen Mann zu heiraten und Kinder zu kriegen. Doch so viel Gefühl und Zärtlichkeit wie jetzt hatte ich noch nie erlebt, diese Leidenschaft war heftig und neu. Ich dachte zuerst, vielleicht geht beides: Conny und die Familie. Ich tat alles, um sie heimlich zu treffen. In der ersten Verliebtheit verkraftet man ja so einiges, aber es war nervenzehrend. Den Tag, an dem ich dann in meine eigene Wohnung gezogen bin, kurz vor meinem 40. Geburtstag, habe ich völlig verdrängt. Die Kinder blieben bei ihrem Vater, ich wusste sie dort in guten Händen.

In meinem Leben gab es nun so viele existenzielle Veränderungen. Ich glaube, ich musste mich neu mit mir anfreunden. Erst als ich für mich innerlich klar hatte: Mit einer Frau leben – das ist es, was ich will – konnte ich auch offen damit umgehen. Mein Mann will bis heute nicht mit mir darüber reden. ,Dann hast du das mit uns nur gespielt’, hat er mir hinterher vorgeworfen. Aber so stimmt das nicht. Es war mir genauso ernst, es war bis dahin mein Weg – aber eben nur bis dahin. Aus unserer gemeinsamen Zeit ist mir nur ein befreundetes Ehepaar geblieben. Heute weiß ich, die anderen sind es auch nicht wert gewesen. Gerade bin ich Großmutter geworden, zu meinen Kindern habe ich einen guten Kontakt. Der Tag, an dem ich auszog, muss für sie grausam gewesen sein. Aber für mich war es die glücklichste Wendung in meinem Leben.“ Eva-Maria Posner, Ökotrophologin, heute 56.

Autor: Alexandra Werdes

Schlagworte: