Ursachen und Behandlung Schlafparalyse: Wenn der Körper schläft, aber der Geist wach ist

Wenn der Körper schläft, aber der Geist wach ist, spricht man von einer Schlafparalyse. Wir verraten, was hinter der Schlaflähmung steckt und geben Tipps für Betroffene.

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Wer schon einmal in einer Schlafparalyse gesteckt hat, weiß, was für ein beklemmendes Gefühl sich dahinter verbirgt: Während der Körper gelähmt ist, sind Sie bei vollem Bewusstsein in Ihrem Schlafzimmer und erleben eine Starre, die sich auf den ganzen Körper ausdehnt. Sich zu bewegen ist unmöglich und oft macht sich auch Panik breit. Doch was steckt hinter dieser Schlafparalyse?

Was passiert bei einer Schlafparalyse?

Wie es genau zu einer Schlaflähmung kommt, konnte die Wissenschaft bis heute nicht vollständig klären. Es gibt jedoch eine Theorie, die davon ausgeht, dass es sich bei dem Phänomen um eine Fortsetzung der in der REM-Phase auftretenden Muskellähmung handelt. Die REM-Schlafphase steht dabei für Rapid Eye Movement (schnelle Augenbewegungen) und bezeichnet die Schlafphase, die von schnellen Augenbewegungen geprägt ist. In dieser Zeit, ca. zwei Stunden jede Nacht, treten auch Träume auf. Bislang wird angenommen, dass der Körper während dieser Phase in eine Starre verfällt, um sich nicht versehentlich zu verletzen. Hält dieser Zustand an und kehrt das Bewusstsein zurück, spricht man von der Schlafparalyse. Diese tritt häufig kurz vor dem Einschlafen oder dem Aufwachen auf. 

Ursachen einer Schlafparalyse

Da es noch keine allgemeingültige Erklärung für die Schlafparalyse gibt, sind auch die Ursachen bisher nur Hypothesen:
  • Schlafmangel
  • nicht erholsamer Schlaf
  • unregelmäßige Schlafzeiten und -gewohnheiten 
  • Medikamente
  • Stress
  • Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörungen
  • Drogenmissbrauch

Ist eine Schlafparalyse gefährlich?

Auch, wenn sich dieser Zustand beängstigend anfühlt, ist eine Schlaflähmung nicht gefährlich. Auch die Angst, dass das Herz während einer Paralyse stehen bleibt oder, dass man aufhört zu atmen, sind unbegründet. Die Atmung und das Herz funktionieren auch, wenn wir schlafen und träumen. Wenn die Schlafparalyse öfter auftritt, kann dies jedoch eine große psychische Belastung sein, die zu einer Schlaf- oder Angststörung führen kann. In dem Fall ist ein Arztbesuch ratsam.

Was hilft bei Schlafparalysen?

Während einer Schlafparalyse sollten Sie sich selbst gut zureden und sich überzeugen, dass es bald vorbei ist. Auch wenn es zu Halluzinationen kommen sollte, reden Sie sich ein, dass keine Gefahr besteht.
Um die Schlaflähmung zu durchbrechen, können Sie versuchen, einen Finger oder einen Zeh zu bewegen. Sprechen Sie das Thema auf jeden Fall auch bei Angehörigen oder Ihrem Partner an. Durch ein Zeichen, z. B. lautes Atmen oder andere Geräusche, können Sie so auf sich aufmerksam machen, sodass Sie geweckt werden. Zusätzlich empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) folgende Maßnahmen:
  • Meiden Sie Stress bzw. suchen Sie nach Methoden zum Stressabbau
  • Verbessern Sie Ihre Schlafqualität und -dauer
  • Vermeiden Sie die Rückenlage, da diese Schlafparalysen begünstigt
  • Verzichten Sie auf Alkohol und Drogen
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn die Paralysen zu sehr belastend werden.
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Datum: 26.10.2020
Autorin: Christina Liersch