Gesunder Schlaf 7 Gründe für nächtliche Schweißausbrüche

Wer nachts unter Schweißausbrüchen leidet, sollte das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Hinter Nachtschweiß können verschiedene Ursachen stecken, die Sie im Zweifelsfall immer abklären sollten.

Tipps - Schlafen bei Hitze

Schwitzen ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf zu viel Wärme, die z. B. beim Sport, Sonnenbaden oder auch vor Aufregung entstehen kann. Selbst nachts schwitzen wir manchmal, weil das Schlafzimmer, die Bettdecke oder der Pyjama zu warm werden. Doch manchmal kommt es auch vor, dass man trotz angenehmen Temperaturen nachts schweißgebadet aufwacht. Diese nächtlichen Schweißausbrüche können lästig werden und dafür sorgen, dass sich die Schlafqualität verschlechtert. Besonders in den kühleren Monaten und abseits des Sommers sollten Sie nächtliches Schwitzen ernst nehmen. 

 

Normales Schwitzen oder schon ein Schweißausbruch?

Der Unterschied zwischen normalem Schwitzen und einem Schweißausbruch lässt sich recht leicht feststellen. Normales Schwitzen bessert sich häufig, wenn Sie z. B. die Bettdecke weglassen oder sich einen dünneren Pyjama anziehen. Ein Schweißausbruch hingegen ist durch einen dezenten Schweißfilm auf der Haut bis hin zur Durchnässung der Bettwäsche und Kleidung geprägt. Betroffene wachen nachts durch das Nässegefühl und das anschließend einsetzende Kältegefühl häufig auf. Ist letzteres bei Ihnen der Fall, sollten Sie dies mit einem Arzt abklären lassen, da folgende Ursachen dahinter stecken können.
 

Nächtliche Schweißausbrüche – die Ursachen

1. Angststörungen und Panik
Einigen Menschen fällt es schwer, sich abends von ihren Sorgen und Ängsten zu lösen. Oft sitzen diese Ängste auch im Unterbewusstsein, sodass sie sich erst nachts bemerkbar machen. Finanzielle oder existenzielle Sorgen, Panikattacken oder die Verarbeitung einer Trennung können der Auslöser für Nachtschweiß sein. Wenden Sie sich bei Bedarf an Ihren Hausarzt, um mit ihm die Symptome zu besprechen und zu analysieren. Eine weitere Möglichkeit ist die Hilfe eines Therapeuten.
 
2. Hormone
Unsere Hormone sind ein komplexes und empfindliches System, welches auch die Wärmeregulation im Körper beeinflusst. Ein hormonelles Ungleichgewicht, z. B. in den Wechseljahren, kann die Schweißproduktion ankurbeln, sodass Sie nachts mehr schwitzen. Auch ein Ungleichgewicht der Schilddrüsenhormone kann zu Nachtschweiß führen. 
 
3. Medikamente
Tritt nächtliches Schwitzen plötzlich und ohne vorhersehbaren Grund auf, können auch Medikamente Schuld daran sein. Besonders Medikamente, die das vegetative Nervensystem beeinflussen, können zu Schweißausbrüchen führen. Schauen Sie in die Packungsbeilage unter den Nebenwirkungen, ob nächtliches Schwitzen dort angegeben ist. Falls dies so ist, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, ob eventuell ein anderes Präparat für Sie infrage käme. Bei nicht-verschreibungspflichtigen Medikamenten, können Sie eventuell auch auf ein anderes Präparat umsteigen oder es im besten Fall meiden. 
Schweißbildung auslösen können:
  • Antidepressiva
  • atypische Neuroleptika
  • Medikamente gegen Asthma und Bronchitis
  • fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder Acetylsalicylsäure
  • Diabetes-Medikamente
  • Hormonpräparate bei Endometriose
  • Präparate zur Hormonblockade (z. B. bei Brust- oder Prostatakrebs-Therapien)
 
4. Schlafapnoe
Bei einer Schlafapnoe setzt nachts kurzzeitig die Atmung aus, sodass der Kohlendioxidgehalt im Blut ansteigt. Eine obstruktive Schlafapnoe liegt vor, wenn pro Stunde mehr als zehn Atemaussetzer auftreten. Dadurch kann der Körper auf Dauer mit zu wenig Sauerstoff versorgt werden. Auch Nachtschweiß kann dadurch begünstigt werden. Lassen Sie den Verdacht auf Schlafapnoe unbedingt von einem Arzt abklären!
 
5. Infektionen und Fieber
Sowohl bakterielle als auch virale Infektionen wie Grippe, das Pfeiffersche Drüsenfieber, die Lyme-Borreliose oder auch Tuberkulose können zu Fieber führen. Steigt die Körpertemperatur an, ist vermehrtes Schwitzen keine Seltenheit – aber auch wichtig, um Bakterien und Viren effektiv zu bekämpfen. Nachts kommt häufig noch Schüttelfrost dazu, was für Betroffene oftmals unangenehm ist. Überwachen Sie bei einer Erkrankung stets Ihre Körpertemperatur. Ab 39° C wird der Kreislauf stark belastet und ab 41,5° C wird es lebensgefährlich!
 
6. Krankheiten
Manche Krankheiten, die noch unentdeckt sind, können ebenfalls nächtliche Schweißausbrüche auslösen. Besonders Stoffwechselerkrankungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder Diabetes, aber auch Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis, sowie neurologische Krankheiten oder Krebs- und Bluterkrankungen können zu Nachtschweiß führen.
 
7. Alkohol und scharfe Speisen
Besonders der Konsum von Alkohol, aber auch übermäßig viel Koffein und scharfe Gewürze können dazu führen, dass Sie nachts mehr schwitzen. Die Substanzen kurbeln die Durchblutung an, sodass sich der Herzschlag beschleunigt und die BLutgefäße sich weiten. Die Körpertemperatur steigt und der Körper reagiert mit der Gegenmaßenahme Schiwtzen, um sich abzukühlen.
 
 
Datum: 10.09.2020
Autorin: Christina Liersch