31. Dezember 2010
Erholungsorte in Deutschland

Erholungsorte in Deutschland

Verwunschene Moore, sanfte Bergkuppen und uralte Burgen: Die schönsten Oasen für die Sinne liegen gleich um die Ecke! Hier finden Sie die Lieblings-Deutschland-Hits der VITAL-Redaktion.

© Stefanie Kreft

Deutschland bezaubert! Schon 38 Prozent aller Reisen werden im Inland unternommen. Ein „Comeback des Deutschlandtourismus”, wie Prof. Horst Opaschowski von der BAT Stiftung für Zukunftsfragen verkündet. Tendenz: weiter steigend. Kein Wunder, haben wir doch große und kleine Schätze genau vor der Tür: uralte Fachwerkstädte, spitze Berge mit Charme, launische Meere mit lieblichen Stränden – und alles ganz nah! Natürlich haben auch wir in der VITAL-Redaktion unsere geheimen Fluchtorte, um die Sinne zu verwöhnen. Unsere Favoriten verraten wir Ihnen auf den nächsten Seiten.

DEN BLICK SCHÄRFEN

1 KÖNIGSSEE BERCHTESGADENER LAND

Tiefblau schimmert der See im Berchtesgadener Land, anziehend und irritierend zugleich, als verberge er eine Menge Geheimnisse. Und tatsächlich: Der Sage nach soll er aus dem (blauen) Blut einer grausamen Königsfamilie gespeist sein, die zur Strafe in Stein verwandelt wurde und heute als „Watzmann-Spitzen” runter auf das Tal gucken muss – und zwar für immer! Da ich auch lieber von oben nach unten schaue als umgekehrt, muss ich irgendwie hochkommen. Zum Glück gibt es die Jennerbahn, eine Seilbahn, die in Schönau startet und bequeme Menschen wie mich in nur 20 Minuten fast bis zum Gipfel des 1874 Meter hohen Jenners bringt. Auf der Sonnenterrasse der Bergstation hat man den schönsten Blick auf den Königssee und auf den Watzmann – und es ist nur ein kleiner Spazierweg bis zum Gipfelkreuz. Hier kann ich durchatmen und fühle mich beinahe so stark wie die eindrucksvollen Berge um mich herum.

ÜBERNACHTEN: Alpenhotel „Zechmeisterlehen” in Schönau am Königssee. Ab 61 Euro p. P. im Doppelzimmer mit Frühstück. Tel. 0 86 52/94 51 43. www.zechmeisterlehen.de

Hamburg Speicherstadt
© iStockphoto
Hamburg Speicherstadt

Speicherstadt in Hamburg

DEN DUFT DER WELT ATMEN

2 SPEICHERSTADT IN HAMBURG

Immer, wenn ich Fernweh bekomme, setze ich mich in die Hamburger U-Bahn und steige an der Station Landungsbrücken aus. Hier riecht es schon nach Meer, obwohl die Nordsee noch 90 Kilometer weit weg ist. Trotzdem spürt man sie. Möwen flattern, und dicke Containerschiffe aus Schanghai oder Costa Rica ziehen träge vorbei. Den Weg entlang der Elbe in die Speicherstadt mag ich abends am liebsten. Zwischen den über 100 Jahre alten Backsteinhäusern ist es dann ganz still. Es riecht nach Kaffee, Tabak, Muskat, nach weiter Welt! Ganz neu strahlt die HafenCity ein paar Schritte weiter. Die ultramodernen Fassaden wirken ungewohnt, doch einen Lieblingsplatz habe ich schon gefunden: die Magellan-Terrassen vor dem Traditionsschiffhafen. Der Kontrast aus Alt und Neu gibt mir das Gefühl, am richtigen Ort zu sein.

ÜBERNACHTEN: „East Hotel” nahe der Reeperbahn. Ab 155 Euro pro Doppelzimmer mit Frühstück. Tel. 0 40/30 99 30, www.easthamburg.de

© Bad Harzburg

Nationalpark Harz

DIE FANTASIE LAUFEN LASSEN

3 DER BROCKEN NATIONALPARK HARZ

Auf dem Brocken spukt es. Ganz sicher. Ich bin nicht die Einzige, die das glaubt. Schon seit Jahrhunderten gruseln sich die Wanderer vor dem sagenumwoben „Brockengespenst”. Vielleicht liegt es daran, dass der 1141 Meter hohe Gipfel an 300 Tagen im Jahr von dichtem Nebel umhüllt ist, oft auch mit Eiskristallen in der Luft. Dadurch entstehen seltene optische Lichteffekte, die einen an der eigenen Wahrnehmung zweifeln lassen. Doch ich mag diese satte Schwere des Waldes, dieses Gehen durch die bemooste, samtweiche Stille. Dagegen liebt mein Mann besonders das verhangene, dunstige Licht. Kein Wunder, er ist Grafiker. Am liebsten wandern wir die Route entlang des Harzer Hexenstiegs vom Brocken bis nach Thale, der auch am Hexentanzplatz vorbeiführt. Ganz früher ein altsächsischgermanischer Kultort, später im Mittelalter der Schauplatz der Walpurgisnacht, wo sich die Hexen mit dem Teufel verbünden. Wahr oder nicht? Im Harz ist alles möglich!

ÜBERNACHTEN: „Hotel Weißer Hirsch”, das älteste Hotel in Wernigerode. Ab 50 Euro pro Person im Doppelzimmer mit Frühstück. Tel. 0 39 43/60 20 20. www.hotel-weisser-hirsch.de

© Lukas Spörl

Fischland-Darß

DIE ZEIT VERGESSEN

4 AHRENSHOOP FISCHLAND-DARSS

Manchmal brauche ich einen anderen Blick auf die Dinge. Und frische Luft. Dann setze ich mich morgens um sechs in mein Auto und fahre Richtung Osten. Zweieinhalb Stunden später bin ich schon auf der Halbinsel Fischland-Darß, für mich der spannendste und schönste Fleck in ganz Norddeutschland! Auf der einen Seite rauscht das Meer, auf der anderen Seite liegt der schilfbewachsene Bodden ganz lieblich da, fast wie ein Binnensee. Dazwischen stehen Wälder mit Farnen, die größer sind als ich. In diesem Dreiklang aus Meer, Bodden und Wald fühle ich mich sehr verbunden mit der Natur. Schon ein Tag auf dem Darß fühlt sich unendlich lang an, alle überflüssigen Gedanken werden vom Wind weggepustet. Auch bei schlechtem Wetter. Da reicht ein Bummel im kleinen Künstlerort Ahrenshoop, wo sich ein niedlicher Laden an den anderen reiht. Mein Favorit ist die „Bunte Stube” mit Büchern, Schmuck und schönem Krimskrams. Noch einen Wunsch habe ich offen: Wenn der Bodden im Winter zufriert, will ich unbedingt Schlittschuh laufen!

Weitere Reisetipps für Ahrenshoop findet ihr hier >>

ÜBERNACHTEN: Biopension „Walfischhaus”. Ab 48 Euro pro Person im Doppelzimmer mit Frühstück,Tel. 03 82 34/5 57 84 www.walfischhaus.de

© Philip Koschel

Weimar in Thüringen

DEN GEIST ANREGEN

5 WEIMAR THÜRINGEN

Man braucht nur wenige Schritte, um in Weimar gleich mehrere Jahrhunderte Kunst- und Literaturgeschichte zu erleben. Doch wo soll man anfangen? Vielleicht im Cranach- Haus, einem reich verzierten Renaissancegebäude direkt am Markt, wo Lucas Cranach d. Ä. lebte. Oder doch durch Goethes lang gestreckte Gemächer am Frauenplan schlendern? Hier knarzen die polierten Dielen, und man kann sich sehr gut vorstellen, wie der Geheimrat während des Dichtens und Denkens stundenlang auf und ab lief. Nicht weit davon steht das Haus der Charlotte von Stein, die Goethe mit 1700 Briefen umgarnte. Und noch eine große Dame verdient Beachtung: Herzogin Anna Amalia von Sachsen- Weimar-Eisenach. Ihr ist die gleichnamige Bibliothek im Grünen Schlösschen zu verdanken. Als Büchernärrin würde ich am liebsten im prächtigen Rokokosaal übernachten, zwischen Schriften, die teilweise bis 1000 Jahre alt sind. Nach dem großen Brand von 2004 strahlt die Bibliothek heute zum Glück wieder genauso schön wie eh und je.

ÜBERNACHTEN: „Hotel Amalienhof” in Steinwurfnähe von Goethes Wohnhaus, Doppelzimmer mit Frühstück ab 80 Euro. Tel. 0 36 43/54 90. www.amalienhof-weimar.de

© Gerald Hänel

Worpswede in Niedersachsen

DIE SEELE FÜTTERN

6 TEUFELSMOOR WORPSWEDE/NIEDERSACHSEN

Einmalig ist dieser hohe Himmel mit den tiefen Wolken, die wie an unsichtbaren Fäden hängen und ein diffuses Licht über dem Teufelsmoor erzeugen. Genau dieser Anblick inspiriert Maler bis heute – und mich eben auch. Ich fahre immer ganz sachte durch diese wunderbare Weite und fühle mich fast wie ein Teil eines Gesamtkunstwerks. Im „Café zum Brinkhof” halte ich jedes Mal an. Nicht aus Erschöpfung, sondern wegen der gigantischen Torten. Ungelogen: Dort werden zehn Zentimeter dicke Stücke Heidelbeertorte serviert! Danach radel ich noch etwas langsamer, bis ich irgendwann Worpswede erreiche. Hier belohne ich mich wieder: mit einem kleinen Mahl im wunderhübschen Jugendstilbahnhof von 1910 mit Kamin und Original-Tapeten.

ÜBERNACHTEN: „Hotel Village” in Worpswede. Ab 47 Euro pro Person im Doppelzimmer mit Frühstück. Tel. 0 47 92/9 35 00, www.village-worpswede.de . Weitere Infos: www.worpsweder-bahnhof.de

© Rheinsteig-Büro

Die Marksburg am Rhein

AN MÄRCHEN GLAUBEN

7 MARKSBURG AM RHEIN

Über 40 Burgen reihen sich zwischen Bingen und Koblenz aneinander, als eine der schönsten ragt die Marksburg oberhalb von Braubach hervor. Genauso habe ich mir früher eine richtige Ritterburg vorgestellt: mit Zugbrückentor, Rittersaal, Kapelle, Kräutergarten, Weinkeller und sogar einer Folterkammer! Die Marksburg ist die einzige Höhenburg am Mittelrhein, die nie zerstört wurde. Erstmals erwähnt wurde sie 1231. Steht man im Innenhof, hört man fast das Säbelgerassel, das Klirren der Sporen oder das Rascheln der Kleider vom Burgfräulein, das sehnsüchtig auf seinen Grafen wartet, der irgendwann siegreich die Reitertreppe heraufgaloppieren wird. Vielleicht habe ich einfach zu viele Märchenfilme gesehen, aber hier komme ich aus dem Tagträumen gar nicht mehr raus.

ÜBERNACHTEN: „Romantik Hotel Schloss Rheinfels” in der Nähe der Loreley. Ab 105 Euro pro Doppelzimmer mit Frühstück, Tel. 0 67 41/80 20, www.schlossrheinfels.de

Deutschland in Zahlen

Deutschland in Zahlen

Lieblingsziele

  1. Bayern
  2. Ostseeküste/Inseln
  3. Nordseeküste/Inseln
  4. Baden-Württemberg
  5. Mecklenburg-Vorpommern (Binnenland/Seenplatte)

(Quelle: Erhebung der BAT STiftung für Zukunftsfragen)

Die schönsten Kirchen

  1. Kölner Dom
  2. St. Michaelis, Hamburg
  3. Aachener Dom
  4. Ulmer Münster
  5. Asamkirche, München
  6. Berliner Dom

(Laut Abstimmung auf trivago.de)

Die magischsten Orte

  1. Quedlinburger Altstadt
  2. Lübecker Altstadt
  3. Koblenz/Oberes Mittelrheintal
  4. Eisenach/Wartburg
  5. Weimar/Belvedere

(Quelle: UNESCO-Welterbestätten-Ranking laut Buchungen auf expedia.de)

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