10. Januar 2014
Badezusätze für die Gesundheit

Baden Sie sich fit

In der Wanne liegen und abschalten, das tut gut – erst recht, wenn es draußen kalt und ungemütlich ist. Verbinden Sie das Angenehme mit dem Nützlichen: Badezusätze können obendrein Ihre Gesundheit unterstützen. VITAL stellt die wichtigsten Substanzen vor.

Lavendel
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Lavendel

Kräuter

Kräuter ins Badewasser streuen, um ihre Wirkung zu verstärken – den Effekt nutzten schon die Römer. Heute hilft uns das große Wissen über Pflanzenheilkunde beim Fitbaden. Wichtig: Kaufen Sie die Rohstoffe für Badezusätze in Bio-Läden oder Apotheken, dort bekommen Sie geprüfte Qualität.

Eichenrinde
Die Gerbsäure darin wirkt zusammenziehend (adstringierend) und entzündungshemmend, was die Heilung von Wunden und Ekzemen unterstützt und gereizte Schleimhäute beruhigt. 5 g mit 1 l Wasser 20 Minuten ziehen lassen, abseihen, ins Badewasser geben.

Heublumen
Inhaltsstoffe von getrockneten Gräsern wie Quecke, Trespe, Ruch- und Knäuelgras fördern die Durchblutung, lindern Schmerzen und beugen Erkältungen vor. 500 g Heublumen mit 3–4 l kaltem Wasser ansetzen, nach 30 Minuten abseihen und ins Badewasser mischen. Achtung: nicht für Allergiker geeignet!

Lavendel
Er fördert den Schlaf, löst Krämpfe und ist hautfreundlich. Die Substanzen Linalool und Linalylacetat wirken beruhigend und ausgleichend. 100 g Blüten mit 1 l Wasser aufbrühen, 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und ins Badewasser geben.

Rosmarin
Das Kraut stärkt die Nerven und den Kreislauf. Seine anregende Wirkung entsteht durch ätherische Öle (bis zu 2,5 Prozent), Flavonoide und Gerbstoffe. 50 g Kraut mit 1 l Wasser aufkochen, 15–20 Minuten ziehen lassen, abseihen und zugeben.

Schafgarbe
Dank des entzündungshemmenden Wirkstoffs Chamazulen lindert Schafgarbe Wunden und Hautprobleme. Antibiotisch wirkende Substanzen und Bitterstoffe lösen Krämpfe – interessant für Frauen mit Regelschmerzen. Nicht bei Korbblütler-Allergie! Für ein Sitzbad 150 Milligramm Schafgarbenkraut ins Wasser geben, 20 Minuten eintauchen.

Zinnkraut
Der hohe Gehalt an Kalium wirkt allgemein entspannend und mildert auch rheumatische Beschwerden. Die Kieselsäure darin strafft das Bindegewebe und die Haut. 100 g in 1 l kaltem Wasser ansetzen, über Nacht ziehen lassen. Abseihen, dem Badewasser zugeben.

Tipps für das perfekte Bad

Mineralien

Natürliche, im warmen Wasser gelöste Nähr- und Wirkstoffe gelangen über unsere Haut in den Körper. Dabei reinigen und klären sie die Haut gleich mit und regen ihren Stoffwechsel an.

Salz
Natrium und Chlorid verbessern die Durchblutung von Haut und Schleimhäuten (wichtig bei Atemwegserkrankungen) und harmonisieren das Nervensystem. 500 g Meersalz im Wasser lösen. Weil Salzbäder anstrengen, nicht länger als 10 Minuten drinbleiben; danach extra langsam auf stehen, um den Kreislauf zu schonen.

Schwefel
Er wirkt entzündungshemmend, regt die Regeneration an und lindert rheumatische Beschwerden. Außerdem klärt er unreine Haut. Wegen des strengen Schwefel geruchs lieber auf Fertigpräparate (Apotheke) ausweichen. 10 bis 15 Minuten nach Anweisung baden, nicht abduschen.

Kleines Bade-ABC

[A_bduschen]
Falls nicht anders angegeben, nach dem Baden kurz lauwarm und ohne Seife duschen, um Rückstände der Badezusätze zu entfernen.

[C_reme]
Im Winter oder bei sehr trockener Haut können Sie den an gegriffenen Schutzmantel der Haut mit einer fettreichen Emulsion unterstützen. Am besten auf die noch etwas feuchte Haut auftragen.

[D_auer]
Faustregel: 10 Minuten sind gut, nach 20 Minuten ist Schluss. Vor allem trockene Haut leidet, wenn Sie zu lange im Wasser bleiben. Und: Zweimal pro Woche baden genügt.

[P_ause]
Wer sich schwach und nicht ganz fit fühlt, sollte dem Kreislauf zuliebe aufs Baden verzichten. Ebenso bei vollem Magen.

[T_emperatur]
Wärme empfindet jeder unterschiedlich. Die ideale Wassertemperatur entspricht aber in etwa der menschlichen Körperwärme, liegt also zwischen 35 und 38 Grad Celsius. Grundsätzlich gilt: Je heißer das Wasser, desto mehr belastet es die Haut und den Kreislauf.

Öle im Badewasser pflegen die Haut

Senf

Die unscheinbare Pflanze wird oft mit Raps verwechselt. Umso eindrucksvoller: die inneren Werte des Gewürzes. Die Hauptinhaltsstoffe Sinalbin und Senföl regen die Durchblutung und den Stoffwechsel an, hemmen Entzündungen und dämpfen Schmerzen (z. B. im Kopf und in Gelenken). Der schweißtreibende Effekt hilft bei Atemwegserkrankungen. Wegen seiner starken Reizwirkung den Senf vorsichtig dosieren, mit Teil bädern Wirkung und Verträglichkeit testen: 30 g Senfmehl in 10 l warmem Wasser lösen, Füße 10 Minuten darin baden. Bewährt bei Kreislaufschwäche und kalten Füßen.

Erde

Weil sie Wärme gut speichern, helfen Bäder mit Schlamm (auch Peloide genannt) gegen viele Beschwerden, die vom Bewegungsapparat ausgehen.

Ylang-Ylang Blüte
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Ylang-Ylang Blüte

Fango
Das Naturprodukt aus Gesteinsstaub enthält Mineralien und Spurenelemente, hemmt Entzündungen, löst Muskelverspannungen und regt die Durchblutung an. 200 g Heilerde (Apotheke) im Badewasser lösen, nach 10 Minuten die Haut lauwarm abduschen, aussteigen.

Moorlauge
Wie die Wirkung der organischen Substanzen zustande kommt, ist noch nicht restlos klar. Balneologen schätzen die thermischen und bioaktiven Eigenschaften von Moorlauge (Fertig produkt, in Apotheken). Sie entspannt, lindert rheumatische Beschwerden und Hautprobleme.

Öle

Die flüchtigen ätherischen Öle würden an der Oberfläche schwimmen. Um das zu verhindern, binden Sie sie mit einem Emulgator. Z. B. Mandelöl, weil es dem Lipidfilm der Haut ähnelt und sie pflegt. Den Mix ins Badewasser geben.

Wacholder
Die Kombination von Terpineol, Bitter- und Gerbstoffen entspannt, hat zugleich aufbauende und stärkende Kräfte. Gelenk-, Muskel- und Nervenschmerzen schwinden. Auf die Haut wirkt Wacholder des infizierend und reinigend. 20 Tropfen Öl verwenden.

Ylang-Ylang
Das Öl des exotischen Baumes schärft die Konzentration, gleicht aus, falls jemand genervt oder „schlecht drauf“ ist. Die Inhaltsstoffe Eugenol und Linalool beruhigen bei Bluthochdruck, Schlafstörungen und nervös bedingten Kopfschmerzen (20 Tropfen pro Bad).

Eukalyptus
Bewährt haben sich die stark wirksamen ätherischen Öle der Blätter besonders bei Erkältungssymptomen und generell bei Husten und Kopfweh. Menthol, Menthon und Cineol wirken krampflösend, befreien verstopfte Nasen, klären und erfrischen, der Kreislauf wird angeregt (15 Tropfen).

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