Entspannung Freitag: "Ich lasse jetzt los"

An keinem anderen Tag empfinden wir statistisch so viel Glück wie heute.

Frau geht spazieren
Es geht endlich los. Wir sind auf der Wochenend-Zielgeraden. Richard Ryan, Psychologieprofessor der Universität von Rochester (USA), bestätigte in einer Studie, dass die Menschen freitags am glücklichsten sind – unabhängig davon, ob sie ihren Job lieben, wie hoch das Gehalt ist, ob sie Single oder liiert sind. Das liegt daran, dass jeder Mensch drei universelle psychische Grundbedürfnisse hat: Autonomie, Kompetenz und soziale Eingebundenheit. 
 
All das lässt sich am Wochenende besser befriedigen. Und weil die Vorfreude nicht nur im Sprichwort die größte Freude ist, ist der Freitag gefühlt nicht nur der Auf- takt zum Wochenende, sondern gleichzeitig sein Höhepunkt – so, wie für Schüler der erste Ferientag das Sahnestück ist. Über Jahrhunderte galt Freitag als Unglückstag. Schließlich steht in der Bibel, dass Jesus da gekreuzigt wurde. Nicht nur am Karfreitag wurde kein Fleisch gegessen, sondern ganzjährig galt das „Freitagsopfer“ – da kam Fisch auf den Tisch. Ernährungswissen- schalich eine kluge Entscheidung. Überhaupt – der Name des Freitags geht auf den römischen Tagesnamen „Dies Veneris“ zurück: „Tag der Venus“, der Liebesgöin. Das klingt nicht nach Unheil à la Freitag, des 13., sondern nach Erfüllung. Das finden Sie zu pathetisch? Macht nichts. Freitag ist schließlich nicht bloß ein Wochentag. Er ist ein Gefühl – und zwar ein verdammt gutes!
 

Bewusst abschalten

Ruhe da oben! Räumen Sie Ihren Schreibtisch auf bzw. leer. So starten Sie sprichwörtlich aufgeräumt ins Wochenende. Was am Montag zu tun ist, notieren Sie kurz und stecken es in eine Schublade.
 

Fühlen

Fußmassagen lösen Blockaden im Körper und beruhigen: Verwenden Sie ein erwärmtes Öl (z.B. Sesam), massieren Sie Füße, Knöchel und Waden in kreisenden und ausstreichenden Bewegungen. Dann massieren Sie jeden Zeh einzeln – beginnend am großen. Zum Schluss Füße mit weichem Tuch abreiben oder Socken anziehen ... und ausruhen.
 

Bewegen

Sanft entschleunigen mit der Yogaübung „Seegras“: schulterbreit hinstellen, die Füße gut geerdet, die Knie locker. Hände auf Bauch oder Brustkorb legen, wo es sich gut anfühlt. Sich vorstellen, man sei ein Seegras, das von den Wellen sanft hin- und hergewiegt wird. Die Wellen gehen durch den ganzen Körper, die Hände und Arme lösen sich, sie schwingen. Dann wieder ruhiger werden – nachspüren.
 

Sehen

DVD „Freaky Friday – ein voll verrückter Freitag“ (Touchstone, 93 Min., USA 2003): Mütter und Töchter, ein ewiges Thema. Mit Jamie Lee Curtis und der da noch naiven Lindsay Lohan wird daraus eine fluffige Körpertauschkomödie.
 

Hören

Soul: Der gegurrte Stoßseufzer „Thank God It’s Friday“ des amerikanischen Soul-Barden R. Kelly von 1995 stimmt mit sanft-erotischen Rhythmen in ein traumhaftes Wochenende ein.

 

Autor: Birte Plöger