Bruxismus Die besten Tipps gegen Zähneknirschen

Nächtliches Zähneknirschen ist weit verbreitet - oft ist Stress die Ursache. Wir haben Tipps, damit euer Kiefer nachts wieder entspannen kann.

zähneknirschen

Heilende Nadeln

Wer oft unter Strom steht und seelische Probleme mit sich herumträgt, hat ein besonders hohes Risiko, diese emotionalen Belastungen durch Knirschen abzubauen (s. S. 31). Stress können wir jedoch mit Akupunktur gut in den Griff bekommen. Setzen Therapeuten die Nadeln an den richtigen Stellen, verschwinden negative Energien, wir kommen wieder ins seelische Gleichgewicht. Bestimmte Akupunkturpunkte entspannen zusätzlich die Kiefermuskeln. Pro Sitzung kommen zwischen 30 und 70 Euro (keine Kassenleistung) auf dich zu.

Auf die Yogamatte

Suchst du neben Akupunktur eine weitere Anti-Stress-Maßnahme, um das Mahlen und Pressen in den Wind zu jagen? Dann solltest du es einmal mit verschiedenen Yogapraktiken probieren: Asana (Körperübungen), Pranayama (Atemübungen) und Meditation verhelfen zu innerer Ausgeglichenheit. Viele Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten eines Yogakurses. Das gilt auch für andere Maßnahmen, die unserer Seele und damit auch dem Kiefer gut tun (z. B. autogenes Training).

Kleine Trainingseinheit

Gönn deiner (verspannten) Kiefermuskulatur regelmäßig eine Lockerungsübung. So geht’s: Öffne langsam deinen Mund, so weit es geht. Nun wieder schließen. Das wiederholst du etwa zehnmal. Nicht schlimm, wenn du dabei gähnen musst. Presse jetzt deine Faust leicht gegen dein Kinn. Öffne den Mund und drücke währenddessen den Kiefer nach unten gegen die Faust. Versuche, den Druck für ungefähr eine Minute zu halten. Diese Übung mehrmals am Tag wiederholen.

Vielseitiges Botox

Als Faltenglätter kennen wir das Nervengift Botulinumtoxin unter dem Handelsnamen Botox schon lange. Einige Zahnärzte nutzen das Mittel seit Neuestem aber auch, um besonders hartnäckigen Knirschern zu helfen. Dafür spritzen sie das Mittel in die Kaumuskulatur. Diese entspannt sich daraufhin und die Patientin kann im wahrsten Sinne des Wortes locker lassen. Das Knirschen verschwindet meist innerhalb von zwei Wochen. Der Effekt hält in der Regel bis zu sechs Monate an. Die Kosten (gesetzliche Krankenkassen zahlen nicht) liegen zwischen 300 und 600 Euro.

Gut geschient

Neben einer einfachen Aufbissschiene, die unsere Zähne vor weiterem Abrieb bewahrt, können wir uns auch für eine adjustierte Schiene (DIR-System) entscheiden. Der Vorteil: Sie gleicht auch die Bisslage aus. Das wirkt Verspannungen und somit auch Knirschen gezielt entgegen. Im Vorfeld führt der Zahnarzt eine Funktionsanalyse durch. Dafür untersucht er den Zahnhalteapparat samt Muskeln sowie Gelenken und vermisst per Computer den Kiefer. Auf Basis dieser Daten entsteht die Spezialschiene. Die Kosten von ca. 1700 Euro übernehmen die gesetzlichen Kassen jedoch nicht.

Wie hypnotisiert

Beim Zähneknirschen sollten wir nicht nur die Symptome, sondern ebenso die Ursachen beheben. Dank einer Hypnotherapie können wir zum Beispiel herausfinden, welche Probleme uns so sehr belasten (falls wir nicht von selbst darauf kommen), dass wir mit einem mahlenden Kiefer auf sie re-agieren. Außerdem können uns Therapeuten dabei helfen, das Knirschen und Pressen in einen anderen Körperbereich zu verlagern. Statt der Zähne drücken wir dann beispielsweise Daumen und Mittelfinger aufeinander. Meist sind mehrere Sitzungen nötig (eine Behandlung kostet etwa 80 Euro). Therapeuten findest du unter dgh-hypnose.de