Wellness Schützen Sie ihre Haut

Die Badewanne ist viel mehr als nur ein Platz zum Reinigen. Sobald wir eintauchen, kann sie uns genau in die Stimmung versetzen, die uns gerade guttut. Eine Anleitung zum Glücklichsein.

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Eine Streicheleinheit dagegen ist Badeöl. Wer gerade keines griffbereit hat, kann sich auch mit Olivenöl behelfen. Es verteilt sich wegen fehlender Emulgatoren nicht gleichmäßig, sondern setzt sich an der Wasseroberfläche in Fettaugen ab. Das beeinträchtigt eventuell das Wohlgefühl, keineswegs aber die pflegende Wirkung. Als ausgleichender Zusatz zum Schaumbad taugt es weniger: Öl lässt die wogenden Kronen in Null Komma nichts verschwinden. Eher für Bade-Puristen, aber durchaus angenehm bei Problemhaut, ist reines Totes-Meer-Salz – das wirkt zum einen entzündungshemmend, strafft zum anderen und spendet dank des hohen Kaliumgehalts jede Menge Feuchtigkeit. Wer es bunter und vor allem wohlig duftend mag, wählt Badesalz. Die typischen Schrumpelfingerkuppen gibt es dabei praktischerweise auch seltener. Das hat einen einfachen Grund: Die Konzentration von gelösten Salzteilchen in den Hautzellen ist je nach Dosierung etwa gleich hoch wie im Badewasser. Dadurch dringt das Wasser kaum in die Haut ein und kann sie somit auch nicht aufquellen.

Milchbäder dagegen wirken rückfettend (lassen sich mit eineinhalb Liter Vollmilch und einer Tasse Honig auch schnell selbst mischen). Und Badetees in Riesenbeuteln mit ihrer reinen Kräuterfüllung helfen je nach Inhaltsstoff gegen Erkältung (Thymian, Rosmarin) oder innere Unruhe (Lavendel). Oder lieber ein Aromabad in der Wunschduftnote? Wer sparsam mit ätherischen Ölen umgeht, reizt seine Haut mit der Wohlfühlnote nicht und kann die stimulierende oder entspannende Wirkung voll auskosten. Und dann los. Kreislaufschonend zuerst kühles Wasser einfüllen, einsteigen, zurücklehnen– und dann heißes Wasser einlaufen lassen. Augen zu. Den Duft atmen. Spüren, wie sich die Poren öffnen. Dazu Musik. Noch besser: ein Hörbuch. Lesen funktioniert in der Badewanne nur mäßig – Lieblingsbücher sollten nicht dem warmen Dampf und duftenden Nass ausgesetzt werden. Und andere sind eines Bades nicht wert. Man will schließlich versinken, im Wasser und in sich selbst.
 

Entspannung für den Körper

Warmes Wasser entspannt nicht nur den Geist, sondern auch den Körper. Es weitet die Blutgefäße. Nur für Menschen mit Krampfadern oder Herz-Kreislauf-Schwäche ist das nichts, alle anderen profitieren von der besseren Durchblutung. Besonders nach dem Sport. Denn darin heilen kleine Verletzungen der Muskelfasern schneller – dementsprechend fällt der Muskelkater, wenn überhaupt, deutlich schwächer aus. Und danach: langsam aussteigen, die Fußsohlen kurz kalt abspülen. In den Bademantel schmiegen und eine halbe Stunde hinlegen. Das erst macht die Auszeit perfekt. Gwyneth Paltrow hat’s da besonders leicht. Ihre italienische Luxuswanne steht im Schlafzimmer – und auf Platz fünf ihrer Liste der Dinge, ohne die sie nicht leben könnte. Das Faible teilt sie mit ihrem Ex Brad Pitt, designberufener Schauspieler, der mit Gestalter Frank Pollaro unter anderem eine Mega-Badewanne aus venezianischem Marmor in Apfelform entwarf, von der nur drei hergestellt wurden. Wer einmal im Leben in Pitts Wanne mit dem romantischen Namen „Toi et Moi“ („Du und ich“) liegen will, sollte mehrere 10000 Dollar flüssig haben. Dagegen erscheinen die Kosten für ein 38 Grad warmes Vollbad beinahe läppisch: Zwischen 96 Cent (via Gas aufgeheizt) und 1,63 Euro (mit Strom auf Temperatur gebracht) kostet es. Hautärzte raten sowieso davon ab, öfter als zweimal pro Woche in die Wanne zu steigen.
 
Baden ist und bleibt also Luxus, schon der Haut zuliebe. Und natürlich aus ökologischen Gründen. Wäre ja auch nicht einmal halb so wirkungsvoll, wenn es zum ganz normalen Tagesablauf gehörte wie bei Schauspielerin Elizabeth Hurley, die allabendlich bei Kerzenschein in Jo-Malone-Badeöl mit etwas Meersalz plantscht. Dann würde Baden banal, man röche die Rosenessenz bald nicht mehr, es wäre nur noch eine Angewohnheit. Angenehm, aber nichts Besonderes. Und genau das ist es, was Baden vom Duschen unterscheidet.

Autor: Manu Schmickler