14. Mai 2013
Styling-Tricks für dünnes Haar

Styling-Tipps für dünnes Haar

Ein Viertel aller Frauen in Deutschland ärgert sich über feines Haar. Sie auch? Nicht mehr lange. Wir verraten, wie Sie mit Styling-Tricks und neuen Pushup-Produkten dickeres, dichteres Haar bekommen.

Styling-Tipps für dünnes Haar
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Styling-Tipps für dünnes Haar

Warum sollte ich Conditioner, Kuren oder Haaröle nehmen? Die machen mein Haar nur noch platter.

Die modernen, nahezu schwerelosen Spülungen pflegen beispielsweise mit proteinreichem Hopfenextrakt – ohne Hängepartien (z. B. „Aussome Volume Conditioner“ von Aussie, 250 ml ca. 6 Euro). Neu sind auch „schlaue“ Pflegemasken, die die Haarfaser von innen kräftigen und gleichzeitig brüchige Stellen mit einem haarähnlichen, ultraleichten Keratinfilm stärken (z. B. „Pro Keratin Refill korrigierende Pflegemaske“ von L’Oréal Professionnel, 250 ml ca. 21 Euro). Und sogar Haaröle geben sich heute dank feinster nicht fettender Mikroöle ultraleicht (z. B. „SP Luxe Oil“ von Wella*, 100 ml ca. 29 Euro). Wichtig: Alle diese Pflegeprodukte gehören nicht auf den Haaransatz, sondern in die Längen und Spitzen.

Mit welchen Tricks kriege ich beim Föhnen mehr Volumen ins Haar?

Trocknen Sie Ihr Haar gut vor, ehe Sie mit der Aufbauarbeit beginnen. Dazu brauchen Sie eine rechteckige Bürste, die besonders sanft durch das feuchte Haar gleitet – eine „Paddle-Brush“. Damit das Haar entgegen der Wuchsrichtung quer über den Kopf föhnen, das gibt bei jeder Haarlänge Stand am Ansatz. Bei längerem Haar jeweils eine nicht zu dicke Strähne relativ stramm über die Rundbürste wickeln, warm anföhnen und unbedingt etwa eine Minute auskühlen lassen, bevor Sie die Strähne von der Bürste abrollen.

Stimmt es, dass Volumen produkte wie Schaumfestiger dem Haar Glanz wegnehmen?

Kommt darauf an. Produkte für „ultrastarken Halt“ enthalten meist eine größere Menge Alkohol. Der kann das Haar austrocknen und zu Glanzverlust führen. Neu sind sanfte Schaumfestiger mit Anti-Aging-Effekt, die dem Haar Halt und Pflege geben und sogar brüchige Stellen kitten (z. B. „Wellaflex Anti-Aging Limited Edition Schaumfestiger“, 200 ml ca. 2,30 Euro). Häufiger Fehler bei der Schaumschlacht: den Festiger in die Längen zu geben. Er soll auf den Ansatz. Dann glänzen die Haare auch!

Mehr Volumen fürs Haar

Muss ich mit feinem Haar auf Haarglätter und Lockenbürste verzichten?

Nicht wenn Sie mit den heißen Styling-Werkzeugen richtig umgehen. Vor dem Haareglätten unbedingt ein Hitzeschutzspray ins Haar sprühen, den Haarglätter nur im trockenen Haar und nicht täglich verwenden. Lockenbürsten sind vergleichbar mit Föhn plus Rundbürste und daher weniger strapaziös fürs Haar. Neu ist ein Volumenstyler mit Keratin-Keramik-Beschichtung auf der Bürste, die das Haar zusätzlich schützt (z. B. „Keratin Therapy Pro Volume Volumenstyler“ von Remington, ca. 35 Euro). Ebenfalls innovativ: ein Haarglätter für sensibles Haar, der beim Glätten über zwei Düsen Ionen an das Haar abgibt. Das soll gegen ein elektrisches Aufladen der Haare helfen und gleichzeitig die Feuchtigkeit im Inneren bewahren (z. B. „Satin Hair 7 Haarglätter“ von Braun, ca. 80 Euro).

Wie wirken eigentlich Styling-Sprays, die Haare verdicken sollen?

Volumen-Sprays, Ansatz-Booster oder Styling-Sprays arbeiten meist mit sogenannten Styling-Polymeren. Das sind verzweigte Molekülketten, die jedes einzelne Haar wie ein hauchfeines Netz umhüllen. So vergrößern sie den Haarumfang und bewirken, dass jedes Haar etwas auf Distanz zu seinen Nachbarn geht. Produkte in den Ansatz des feuchten Haares sprühen und es wie gewohnt stylen. Volumen-Styling-Sprays werden nach dem Föhnen am besten unter das Deckhaar gesprüht (z. B. „Volume Sensation Styling Spray“ von Nivea, 250 ml ca. 6 Euro; „Luxurious Volume Ansatz-Booster Blow Dry Lotion“ von John Frieda, 125 ml ca. 10 Euro). Das Ergebnis: mehr Volumen, dichter wirkendes Haar.

Haarpflege beim Waschen
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Haarpflege beim Waschen

Durchaus möglich. Naturkosmetik-Haarpflege arbeitet in der Regel mit anderen Tensiden als konventionelle Kosmetik und verzichtet auf Silikone (z. B. „Hirse Pflege Shampoo“ von Weleda, 190 ml ca. 9 Euro). Diese machen das Haar zwar leicht kämm und frisierbar, doch besonders nicht wasserlösliche Silikone können auf Dauer zum „Build-up- Effekt“ führen: Sie lagern sich am Haar an und beschweren es. Gerade beim Wechsel von konventioneller auf Naturkosmetik erscheint das Haar daher oft fülliger, manchmal auch etwas störrischer. Praktisch: ein Reinigungsshampoo, das die Haare vom Silikon-Build-up befreit und die Kopfhaut wieder „durchatmen“ lässt (z. B. „Tiefenreinigung Shampoo“ von Swiss o Par, 250 ml ca. 2 Euro).

Farbe und Strähnchen bringen angeblich mehr Volumen. Richtig?

Das stimmt. Besonders blonde Strähnchen haben einen gewissen Push-up-Effekt, weil sie die Haarstruktur aufrauen. Dadurch „türmt“ es sich eher und gaukelt mehr Fülle vor. Clever für feines Haar sind auch neue Colorationen, die statt ein dimensionaler Farbe changierende Töne aufbringen: Dadurch sehen die Haare plastischer aus und scheinbar voluminöser (z. B. „Illumina Color“ von Wella; „Inoa Suprême“ von L’Oréal Professionnel).

Petra verrät: Die 10 besten Tricks für mehr Volumen

Die richtige Haarpflege

Warum machen Volumenpuder meine Haare immer so klebrig?

Die leichte Klebrigkeit, bedingt durch spezielle Harze, gehört zum Wirkprinzip: Dadurch fallen die Haare am Ansatz nicht platt herunter, sondern haben mehr Griffigkeit und
Stand. Verwenden Sie die neuen Fülle-Experten nur in minimaler Menge und nur am Haaransatz: daraufstäuben und leicht mit den Fingern einmassieren (z. B. „Volume Powder“ von La Biosthetique, 14 g ca. 20 Euro).

Gepflegte Haarpracht
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Gepflegte Haarpracht

Haar-Seren und Spezialpflege-Serien sollen den Nachwuchs stimulieren. Funktioniert das?

Die neuen Spezialpflege-Serien gegen dünner werdendes Haar konzentrieren sich neben der üblichen Pflege durch Shampoo und Conditioner auf ein gründliches Reinigen der Kopfhaut. Dadurch soll das Haar von der Wurzel an gesund wachsen (z. B. „Nioxin“ von Wella, 3er-Set mit Shampoo, Conditioner und Kopfhautserum um 43 Euro). Haar-Seren enthalten oft durchblutungsfördernde Wirkstoffe wie Arginin, Aminexil oder seinen großen Bruder Minoxidil. Sie sollen die Mikrozirkulation an der Haarwurzel und damit die Nährstoffversorgung verbessern (z. B. „Arginin Resist Pflegespray“ von L’Oréal Paris, 200 ml ca. 8 Euro). Gute Voraussetzungen, damit neue Haare sprießen. Dass das klappt, haben zahlreiche Studien belegt.

Können auch Extensions aus wenig Haar mehr Fülle machen?

Ja, mit Extensions lassen sich die Haare nicht nur verlängern, sondern auch verdichten. Wer die haarigen Preise zahlen mag: Eine umfangreiche Haarverdichtung kostet 600 bis 1000 Euro, Nachbehandlungen weniger, weil das einmal eingesetzte Haar mehrfach verwendet wird. (Übrigens: Extensions brauchen mindestens so viel Pflege wie das eigene Haar.) Eine günstigere Alternative bei sehr feinem Haar speziell am Ansatz sind sogenannte Streuhaare, erhältlich in vielen verschiedenen Haarfarben. Diese Mikro-Haarfasern werden aus einer Streudose auf den Haaransatz gestäubt, mit den Fingern verteilt und mit einem Spezialspray bis zur nächsten Haarwäsche fixiert (z. B. „Super Million Hair Test-Set“, 10 g Streuhaar und 60 ml Spray ca. 29 Euro, von SuperMillionHair).

Haarschnitte für mehr Fülle

Carine Bartholomé, Top-Stylistin in Düsseldorf und Expertin für die Pflege von dünnem und dünner werdendem Haar, rät:

„Achten Sie bei feinem Haar auf einen Schnitt mit glatten und kompakten Konturen und verzichten Sie auf fransige, fedrige Schnitte. Das Haar wirkt sonst noch dünner, als es ohnehin ist.“

Als ideale Frisuren nennt sie einen kinnlangen Bob und einen kurzen Pixie Cut, der gerade mit längerer Ponyvariante wie bei Oscar-Gewinnerin Anne Hathaway wieder angesagt ist. „Bei langem Haar finde ich auch Stufen okay. Aber nicht zu extrem, sonst dünnen die Spitzen zu stark aus.“

Häufig liegt es an den Genen

Dr. Stefan Duve, Dermatologe in München, über eine Aufbauspritze gegen dünnes Haar.

VITAL: Warum haben manche Leute dünneres Haar als andere?
Stefan Duve: Meist steckt eine genetische Veranlagung dahinter, aber auch hormonelle Schwankungen, etwa durch eine Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, beeinträchtigen oft den Zustand des Haares.

Kann ich das Haarwachstum von innen durch meine Ernährung beeinflussen?
Das funktioniert nur, wenn die Ursache ein Mangel an Vitalstoffen wie Vitaminen, Mineralien oder Spurenelementen ist. Vielen Frauen fehlt Eisen, manchmal hilft auch die Einnahme von Zink, Magnesium oder Omega-3- und -6-Fettsäuren.

Kann ein Arzt feinem Haar wieder auf die Sprünge helfen?
Ja. Erstaunlich wirksam ist die Mesotherapie, bei der ein Mix aus wachstums-und durchblutungsfördernden Substanzen in die Kopfhaut injiziert wird. Die ersten Ergebnisse zeigen sich meist nach sechs bis acht Wochen.

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