18. Februar 2010
Pflegetipps für glänzendes Haar

Pflegetipps für glänzendes Haar

Unsere Wünsche fürs neue Jahr? Glück, Gesundheit – und eine Extraportion Schimmer fürs Haar! Ob es mit den ersten beiden klappt, wissen wir noch nicht, aber für den letzten haben wir jede Menge strahlender Tipps

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Seidige Haare, die mit den Kerzen und Christbaumkugeln um die Wette schimmern: Das ist für 40 Prozent der deutschen Frauen der große Beauty-Traum. Deswegen gehen neuerdings auch immer mehr Shampoos, Spülungen und Stylingprodukte gezielt auf dieses Bedürfnis ein. „Bis vor ein paar Jahren gab es fast nur Shampoos gegen fettiges, trockenes oder schuppiges Haar, deren Aufgabe vor allem das typgerechte Reinigen war“, bestätigt Dr. Frauke Neuser, Wissenschaftlerin bei Wella Professionals. „Heute setzen wir so etwas voraus und erwarten auch die Erfüllung individueller Zusatzansprüche, ganz besonders mehr Glanz.“

Warum rangiert Glanz eigentlich so weit oben auf unserer Wunschliste? Weil wir aus genetischen Gründen all das attraktiv finden, was ein sichtbares Zeichen für Gesundheit und Fruchtbarkeit ist. Schimmerndes Haar signalisiert, dass unsere Hormone in Bestform sind und uns kein Nährstoff fehlt. Der Haken ist bloß, dass wir uns selbst durch unsere moderne Lebensweise dazwischenfunken: 39 Prozent der deutschen Frauen färben ihre Haare, wobei die Schuppenschicht chemisch geöffnet werden muss, um neue Farbpigmente einzuschleusen. Danach stehen die Hornschüppchen leicht ab, sodass sie das Licht nicht mehr optimal reflektieren können. Auch unser gestiegenes Reinlichkeitsbedürfnis raubt unseren Haaren oft ihren natürlichen Glanz. Statistisch gesehen waschen wir uns jeden zweiten Tag die Haare und verbrauchen dabei im Schnitt 1,7 Liter Shampoo pro Jahr. Der schützende Talg, den die Kopfhaut bildet, gelangt dadurch selten bis in die Längen, die mit jeder Wäsche weiter austrocknen – selbst wenn die Schaumbildner, die heutzutage in Shampoos stecken, viel sanfter sind als früher. Heißes Wasser, intensives Föhnen und Stylen tun ihr Übriges, um unsere Haare stumpf aussehen zu lassen. Trotzdem können Sie sie so oft waschen und föhnen, wie Sie wollen. Mit den neuen Glanzprodukten kriegen Sie beides unter einen Hut: Schimmer und Komfort.

Glänzende Haare

BRILLANTE INHALTSANGABE

Fragt sich nur: Was ist an Shampoos für mehr Leuchtkraft eigentlich anders? Zuerst einmal die Basis. Da mattes Haar meist auch spröde ist, besteht die Grundlage in der Regel aus extramilden Waschsubstanzen, deren austrocknende Wirkung zusätzlich durch die Kokosfettsäure Betain ausgeglichen wird. Die zweite Besonderheit ist meist ein recht hoher Anteil an Silikon, das in 80 bis 90 Prozent aller Glanzshampoos und -spülungen eingesetzt wird. Damit lösen Sie nämlich gleich drei Probleme in einem Aufwasch: Silikon schmiegt die abgespreizten Hornschüppchen an den Schaft, schützt vor Verdunstung und reflektiert das Licht wie ein eng anliegender Satinanzug. Hinzu kommen dann noch pflegende Pflanzenöle und unterschiedliche Glanzwirkstoffe, die entweder einzeln oder kombiniert in die Rezeptur eingearbeitet werden.

Ruhig mal sauer werden!

Wenn das Haar strohig herunterhängt, sind klassische Zusätze wie Zitronen-, Beeren- oder Milchsäure eine glänzende Idee. Grund: Sie entfernen Reste von Stylingprodukten und Kalk, der manchmal aus hartem Leitungswasser auf den Haaren zurückbleibt. Außerdem zieht Säure das Haar zusammen, sodass Hornschüppchen, die vorher wild abstanden, sich wieder anlegen. Das hat einen schönen Nebeneffekt. Dr. Frauke Neuser: „Dabei werden auch die winzigen Luftbläschen, die von Natur aus in unserem Haar stecken, zusammengedrückt. So kann das einfallende Licht, das vorher diffus gestreut wurde, besser zurückgeworfen werden.“

Der Schonwaschgang-Trick

So schützen Sie die strapazierten Enden vor Glanzverlust, wenn Sie Ihre Haare wachsen lassen wollen: Bereits vor (!) dem Shampoonieren einen Klecks Haarkur ins trockene Haar kneten. Das schließt die aufgeraute Schuppenschicht, laugt sie beim Spülen weniger aus.

Blitzblank – Wasser sei Dank

Um super glänzen zu können, brauchen Haare nicht nur Fett, sondern auch Feuchtigkeit. Optimal sind 10 Prozent Wasser im Innern, die es in Form feinster Tröpfchen funkeln lässt. Viele Schimmershampoos enthalten deshalb auch Durstlöscher wie Aloe vera und Panthenol, die in den Haarschaft schlüpfen und dort Feuchtigkeit binden.

Dichtung und Wahrheit

Ein frisch zugefrorener See glitzert in der Sonne. Ziehen Schlittschuhläufer die ersten Kreise darauf, ist es vorbei mit dem Glanz. Ähnlich ist es mit unseren Haaren. Je mehr Hornschüppchen wir beim Stylen oder durch Kämmen und Bürsten abgerissen haben, desto weniger schimmern die Haare. Shampoos und Spülungen mit Diamant-Partikeln, Perlenprotein oder dem Salz Behentrimoniumchlorid dichten gezielt kleine Löcher ab, gleichen Unebenheiten aus und verstärken den Glanz.

Mehr als nur heiße Luft

Bloß nicht so hitzig, lautet das Motto für glanzschonendes Föhnen, denn Wärme trocknet aus. Neue Pflegelotions drehen jetzt den Spieß um: Sie enthalten Ceramide, die durch Föhnwärme schmelzen und so Lücken im Haarschaft füllen (z. B. „Chroma Thermique Hitzeaktivierte Pflege“ von Kérastase, 150 ml ca. 28 Euro).

PRODUKTE: z. B. „Diamond Gloss Shampoo“ von Nivea Hair Care mit Diamant-Partikeln, Panthenol, 250 ml ca, 2 Euro; „Schöner Schimmer Glanz Shampoo“ von Herbal Essences mit Fruchtsäure aus Beeren, 250 ml ca. 2 Euro; „Elvital Nutri- Gloss Light Pflege-Spülung“ von L’Oréal Paris mit Perlenprotein und Zitronensäure, 200 ml ca. 3 Euro; „SP System Professional Shine Define Mask“ von Wella Professionals mit Milchsäure, Panthenol, Behentrimoniumchlorid, 200 ml ca. 25 Euro; „Nature Fusion Moisture Balance Pflegespülung“ von Pantene Pro-V mit Aloe vera, 200 ml ca. 3 Euro

Pfelegetipps für sepezielles Haar

SPEZIALISTEN GESUCHT

Okay, um Glanz in sprödes Haar zu bekommen, haben sich die Kosmetikhersteller viel einfallen lassen. Aber was ist, wenn man kein trockenes, sondern schuppiges oder fettiges Haar hat? „Dann ist man mit einem Shampoo speziell gegen diese Probleme besser bedient“, sagt Dr. Frauke Neuser. „Es spricht aber nichts dagegen, anschließend einen Glanzconditioner oder eine Schimmerkur für die Haarenden zu nehmen.“ Doch für immer mehr Sonderfälle wie graues, gefärbtes oder lockiges Haar gibt es inzwischen extra Leuchtkraft-Produkte.

Ganz schön helle: Weiß ohne Gilb

Graue Haare können sehr edel aussehen – wenn sie keinen Gelbstich haben. Da beim Ergrauen des Haares zuerst aber nur die dunklen Pigmente abgebaut werden, überwiegen zwischenzeitlich die gelben. Ideal zum Vertuschen sind lila Farbpigmente, die sich am Haarschaft anlagern. Sie neutralisieren den Gilb, lassen das Haar hübsch silbrig schimmern.

Stroh zu Gold machen

Sprödem Haar fehlt es an Talg. Doch pures Öl ist als Ersatzstoff viel zu fettig. Die Lösung: Ein Mix aus Silikon und Borretschsamenöl mit Glitzerpartikeln, der pflegt, ohne zu beschweren. Fein auf den Handinnenflächen verteilen, übers Haar streichen, fertig („Huile Prodigieuse Or“ von Nuxe, 50 ml ca. 25 Euro).

PRODUKTE: z. B. „Vital Silberglanz Silberweide Shampoo“ von Guhl, 200 ml ca. 6 Euro; „BC Color Save Silberreflexshampoo“ von Bonacure, 250 ml ca. 8 Euro Blendend schöne Locken Auf der Straße sind sie gefährlich, bei gewellten Haaren dagegen heiß ersehnt: spiegelglatte Kurven.

Pflege für Locken

Da Locken kaum Berührung mit dem Talg auf der Kopfhaut haben, ist das aber gar nicht so einfach hinzukriegen. Hinzu kommt, dass die Schuppenschicht des Haares an den Biegungen leicht aufspringt. Damit Ihre Wellen toll schimmern, ohne ihre Sprungkraft durch zu viel Pflege zu verlieren, pumpen extra Locken-Glanzprodukte Ihre Haare durch Glycerin mit Feuchtigkeit auf. Abstehende Hornschüppchen werden mit Weizenprotein angelegt.

PRODUKTE: z. B. „Expert Shine Curl Shampoo“ von L’Oréal Professional mit Glycerin, 250 ml ca. 8 Euro; „Be Curly Conditioner“ von Aveda mit Weizen, 200 ml ca. 22 Euro

Leuchtende Beispiele für Buntwäsche

Um den Naturton zu verändern, muss beim Färben die Schuppenschicht aufgebrochen werden. Das geht auf Kosten des Schimmers, zumal die eingeschleusten Farben beim Waschen bald wieder ausgespült werden. Color-Glanzpflege liefert mit neuen Pigmenten Nachschub, versiegelt den Schaft.

PRODUKTE: z. B. „Brilliant Brunette Shine Release Intensive Mask“ von John Frieda, 150 ml ca. 11 Euro; „Blonde Glam Color Enhancer Perfect Platinum“ von Redken, 250 ml ca. 23 Euro; „Gliss Kur Color Glanz & Schutz Shampoo“ von Schwarzkopf, 250 ml ca. 3 Euro

Glamoureffekt mit Naturprodukten

GREEN GLAMOUR MIT BIO

Seidenschimmer durch Naturkosmetik – da sind viele skeptisch, denn schließlich ist Silikon, der Glanzspender Nummer eins, in Bio-Beauty tabu. Trotzdem können auch Shampoos und Spülungen aus natürlichen Wirkstoffen herkömmlichen Schimmerprodukten das Wasser reichen. Sie brauchen bloß manchmal etwas mehr Geduld, da Naturkosmetik eher auf einen „Langstreckensieg“ statt auf einen Soforteffekt setzt. Das fängt bereits bei den Waschsubstanzen an, die aus Zucker und Kokosöl gewonnen werden. Sie laugen das Haar weniger aus, sodass die Schuppenschicht auch bei häufigem Waschen intakt bleibt und das Haar gesund nachwächst. Für zusätzliche Glanzleistungen sorgen Sesam- oder Sojaöl, Zitronensaft, farbloses Henna und Feuchtigkeit spendende Kokosmilch. Aber auch für Ungeduldige hat Bio-Beauty was parat: Glanzhaarsprays mit Schellack, aus dem früher Schallplatten gemacht wurden. Diese harzähnliche Ausscheidung, die Lackschildläuse auf den Zweigen der Pappelfeige hinterlassen, ummanteln das Haar mit einem Glanzfilm, der eine echte Alternative zu Silikon ist.

Happy-New-Hair-Müsli

Schönes neues Jahr mit schönem, neuem Haar: Wer täglich dieses Müsli isst, päppelt stumpfe Strähnen mit Glanz spendenden B-Vitaminen, Zink, Kieselsäure und Phytoöstrogenen auf: 4 EL Haferflocken, 2 EL Hirseflocken, 1/2 Banane und 8 Cashewnüsse mit Sojamilch übergießen, nach Wunsch mit Honig süßen.

PRODUKTE: z. B. „Natural Basics Glanz Shampoo“ von Sante mit Kokos, 200 ml ca. 4 Euro; „Glanz-Shampoo Zitrone“ von I&M mit Sojaöl, 250 ml ca. 7 Euro; „Haarspray Seidenglanz“ von Logona* mit Sesamöl, farblosem Henna und Schellack, 150 ml ca. 9 Eur

Bürsten im Test

IM TEST: BÜRSTEN

Passend zum Glanztrend wird das tägliche „Striegeln“ wiederentdeckt! Doch dafür braucht man den geeigneten technischen Hilfsdienst, denn Bürsten mit Draht- oder Plastikborsten können sprödes Haar aufrauen. Wir haben zwei Glanzbürsten für Sie ausprobiert. Sehr angesagt, besonders in der Bio-Szene, sind Wildschweinbürsten. Der Clou daran ist die Ähnlichkeit zwischen Schweineborsten und unseren Haaren, denn dadurch können sie das Fett am Ansatz aufnehmen und gleichmäßig an die Längen abgeben. Das Striegeln mit der grifflosen Bürste ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber sehr angenehm. Die Haare bekommen tatsächlich einen tollen Schimmer – und müssen obendrein seltener gewaschen werden. Auch gut, allerdings mit einem leisen Rauschgeräusch verbunden, sind batteriebetriebene Ionen- Bürsten. Sie sorgen mit negativ geladenen Sauerstoffteilchen dafür, dass die Haare mehr Feuchtigkeit speichern.

Guten Rutsch auf Japanisch

Wer stumpfes Haar kämmt, bleibt leicht an abstehenden Hornschüppchen hängen. Davor schützt ein Trick aus Japan: Einfach ein paar Tropfen Kameliensamenöl auf den Kamm geben! Spendet Glanz und man gleitet sanfter durchs Haar (z. B. „Kameliensamenöl“ von Primavera, 30 ml ca. 13 Euro).

PRODUKTE: z. B. „Wildschweinbürste“ von CulumNatura, ca. 80 Euro; „Satin Hair Ionen-Brush“ von Braun, ca. 44 Euro

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