25. Januar 2012
Pflege richtig dosieren

Pflege richtig dosieren

Auch bei Pflegeprodukten kommt es auf die Dosis an. Nehmen Sie zu wenig, bringt’s nichts. Nehmen Sie zu viel, können Sie die Haut auf Dauer überpflegen oder das Haar beschweren. Damit Sie erkennen, wie viel es sein darf, gibt Vital Tipps für das richtige Mengenverhältnis. 

Creme dosieren
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Creme dosieren

Klar: Zarte, gepflegte Gesichtshaut wünschen wir uns alle. Und investieren unser gutes Geld in Tagescreme, Serum oder Sonnencreme. Damit Sie Ihre Produkte in idealen Dosen einsetzen: Hier ein bisschen Mengenlehre. Beraten hat uns Dr. Birgit Kunze, Dermatologin aus Hamburg Reinigungs-Schaum

Sahnehäubchen
Die richtige Menge – ca. 1 TL voll – dosieren Sie per Knopfdruck. Die zarte Creme, die sich in eine leichte, fluffige Mousse verwandelt, oder der festere Schaum wird mit lauwarmem Wasser emulgiert und sanft auf das Gesicht massiert. Gut geeignet für normale und Mischhaut.

Peeling
Pflege-Tupfer: Fürs Gesicht reicht eine fingerkuppen- bzw. erbsengroße Menge, die Sie sanft kreisend auf der leicht angefeuchteten Haut verteilen – die Augenpartie aussparen! Anschließend gründlich abspülen. Ein Peeling löst Hornschüppchen, bringt den Teint wieder zum Strahlen. Aber bitte nur maximal einmal die Woche bei normaler Haut und höchstens alle zwei Wochen bei trockenem Teint.

Tagescreme
Nur ein Klacks: Wie viel Sie brauchen, hängt auch von der Konsistenz der Creme ab. In der Regel reicht ein halber Teelöffel bzw. eine zwei Cent große Menge. Steckt ein Lichtschutz drin, darf’s auch etwas mehr sein, damit er sich voll entfalten kann. Für Nachtcemes gilt im Prinzip die gleiche Menge. Sie enthalten oft mehr Fett – dann können Sie einen Tick weniger nehmen.

Augencreme
Mini-Portion: Diese Cremes sind erstaunlich ergiebig – für beide Augen reicht ein Klecks in der Größe einer kleinen Erbse. Am besten auf die Kuppe des Ringfingers geben (er macht am wenigsten Druck), sanft auftupfen und von innen nach außen einmassieren. Obwohl Augenprodukte keine kriechenden Öle enthalten, sollten Kontaktlinsen trägerinnen nicht zu nah am Lid cremen.

Maske
Üppiger Auftrag: Bei Crememasken und Packungen dürfen Sie (messerrücken)- dick auftragen. Etwa eine walnussgroße Portion. Tipp für alle, die 1-Portions-Masken in Beutelchen praktisch finden: Es steckt viel drin. Sollten Sie noch was übrig haben, cremen Sie Hals, Dekolleté oder Hände mit ein. Bei normaler bis trockener Haut ein- bis dreimal pro Woche auf die gereinigte Haut auftragen.

Aufhellungs-Konzentrat
Eine kleine Perle: Im Unterschied zu Cremes gegen Pigmentflecken, die aufs ganze Gesicht aufgetragen werden, muss man Aufhellungskonzentrate sehr viel sparsamer dosieren. Sie werden nur gezielt auf einzelne „Spots“ aufgebracht, um die übrige Haut nicht zu irritieren. Dazu reicht eine maximal perlengroße Menge. Faustregel: Zieht das Serum fix ein, war’s die richtige Menge. Dauert es, haben Sie zu viel erwischt.

Serum
Nur ein Tropfen: Seren enthalten viel höhere Wirkstoffkonzentrationen als Cremes, also sparsam dosieren! Zudem haben sie eine gelartige bis flüssige Konsistenz, die schnell mit der Haut verschmilzt. Ein erbsengroßer Tropfen reicht völlig aus. Aufs gereinigte Gesicht und unter die gewohnte Pflege geben. Bei gestresster, trockener oder reifer Haut am besten kurartig für zwei bis acht Wochen anwenden. Oder ständig. Bei sensibler Haut auf etwaige Irritationen achten.

Sonnencreme
Löffelweise: Sie soll die Haut schützen und Fältchen vorbeugen. Aber die Filter entfalten ihre Wirkung nur, wenn beim Produkt nicht geknausert wird. „2 mg Sonnenschutzmittel pro Quadratzentimeter“ lautet die Formel für die richtige Menge. Das entspricht etwa 5 Gramm oder 1 TL fürs Gesicht. Und ca. 35 Gramm oder 7 TL für den Körper. Da kaum jemand am Strand einen Teelöffel dabei hat: Ein Creme-Streifen in Handlänge – von der Mittelfingerspitze bis zum Gelenk – tut es auch.

Haarprodukte dosieren

Meist hängt es von der Länge ab, doch oft brauchen wir weniger, als wir denken. Vor allem bei Stylingprodukten: Zu viel, und der schönste Frisuren effekt ist hin. Die richtige Dosis kennt Arnold Traub, Premiumfriseur und Inhaber von A & T Friseure, München

Shampoo
Klein wie eine Haselnuss: Vorsicht, wenn es nur so aus der Flasche flutscht: eine haselnussgroße Menge genügt völlig. Konzentrate sind noch ergiebiger – da reicht sogar die Hälfte. Shampoo mit etwas Wasser in den Handflächen aufemulgieren und vom Kopf zu den Spitzen streichen, um es gleichmäßig zu verteilen. Wer die Haare nicht so häufig wäscht, shampooniert zweimal.

Kur
Groß wie eine Walnuss: Für eine Haarpackung brauchen Sie eine etwa walnussgroße Menge. Am besten ins feuchte, nicht klitschnasse Haar geben – und in die besonders strapazierten Längen. Mit einem grobzinkigen Kamm verteilen. Ideal: unter einem Handtuchturban einziehen lassen – die Wärme verstärkt den Effekt. Bei trockenem und coloriertem Haar einmal die Woche anwenden.

Gel & Wachs
Weniger ist mehr: Eine fingerkuppengroße Menge reicht. Zuerst in den Händen verteilen und dann übers Haar streichen. Falls Sie zu viel erwischen, sieht das Haar schnell strähnig aus. Und es soll ja auch nicht verkleben. Für einen mutigen Wet-Look und nass-glänzende Effekte noch mal nachlegen.

Styling-Mousse
Geballte Ladung: Um Volumen zu zaubern, dürfen Sie in die Vollen gehen. Kneten Sie je nach Haarlänge eine golf- bis tennisballgroße Menge Schaum ein. Am besten in die Längen des feuchten (nicht klatschnassen) Haares knautschen und über Kopf föhnen.

Glanzserum
Regentropfen: Wenn Sie nur einen Glanzpunkt setzen oder widerspenstige Härchen zähmen wollen, reichen zwei winzige Kleckse in Größe eines Regentropfens. Für den an gesagten Glatt-Style ist bei längerem Haar eine etwa walnussgroße Menge okay. In den Händen verreiben und zuerst auf den Scheitel und die Partien geben, die ins Gesicht fallen.

Conditioner
Variable Größe: Ob Spülung oder Farbconditioner - Geben Sie abhängig von der Haarlänge ca. 6–15 ml (ca. 0,5 bis 1,5 EL) ins Haar. Aber nicht alles auf einmal, sondern das Produkt in kleinen Portionen Strähne für Strähne einarbeiten – von den Spitzen bis zum Ansatz. Ein Conditioner empfiehlt sich nach jeder Haarwäsche. Aber unbedingt gründlich ausspülen, sonst beschwert er das Haar.

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