11. Januar 2019
Natürliche Haarspülungen selber machen

Natürliche Haarspülungen

Plastik, Mineralöle und Silikone in Shampoos und Spülungen sind out. Der Trend geht weg von konventionellen hin zu selbstgemachten, pflanzlichen Haarspülungen, da sie häufig Probleme wie trockene Kopfhaut beseitigen, statt sie nur zu überdecken. Erfahren Sie hier, wie Sie verschiedene Haarspülungen ganz einfach selber machen.

Kräuter richtig trocknen
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Kräuter richtig trocknen

Selbstgemachte Haarspülungen schonen den Geldbeutel und sind gut für die Umwelt, da keine chemischen Zusätze oder Mikroplastik im Abfluss verschwinden.Herkömmliche Shampoos haben einen ph-Wert von ungefähr 7 und höher. Damit liegen sie im neutralen bis basischen Bereich und sind somit für die Kopfhaut und Haarlängen nicht optimal. Bei einem Shampoo mit einem ph-Wert von 7 und höher bricht die Schuppenschicht im Haar auf, sodass das Haar nicht mehr ausreichend vor Austrocknung und Umwelteinflüssen geschützt ist. Eine natürliche Haarspülung kann hierbei Abhilfe schaffen: sie stärkt und schützt den ph-Wert (5,5) der Kopfhaut, glättet die Haarsturktur und sorgt für weniger Frizz. Tipp: Den ph-Wert Ihres Shampoos können Sie mit ph-Teststreifen aus der Apotheke herausfinden.

Welche Arten von Haarspülungen gibt es?

Saure Rinsen
Diese Art der Haarspülung beinhaltet Säuren wie Essig oder Zitrone, die der Spülung einen sauren ph-Wert geben. Die Säure der Rinsen verschließt schuppige und spröde Haarschichten, wodurch die Haare mehr glänzen und sich die Kämmbarkeit verbessert. Werden die Haare regelmäßig mit einer sauren Rinse gespült, lösen sich auch Silikonrückstände aus synthetischen Shampoos.

Wasserauszüge aus Pflanzen
Haarspülungen aus Heilpflanzen werden Pflanzenauszüge genannt. Sie gleichen einem Tee und werden nach der Haarwäsche auf der Kopfhaut und in den Haarlängen verteilt. Die Schuppenschicht der Haare verschließt sich am besten, wenn die Spülung Raumtemperatur hat. Dadurch, dass die Spülungen nicht ausgewaschen werden, können sie länger in Haut und Haaren wirken.

Rinsen und Pflanzenauszüge können auch gemischt werden. Eine andere Möglichkeit ist es, Kräuter in Essig einzulegen und den Essig später mit Wasser zu verdünnen.

Erfahrt in unserer Bildergalerie, welche Spülung sich für eure Haut und Haare am besten eignet.

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Natürliche Haarspülungen: Apfelessig

Apfelessig wird in vielen Bereichen eine gesundheitliche Wirkung nachgesagt, die jedoch noch nicht wissenschaftlich belegt sind. Trotzdem weiß man, dass die Säure des Apfelessigs für eine Rinse geeignet ist und gegen trockenes, aber auch fettiges Haar hilft. Da sich die Schuppenschicht der Haare verschließt, wird das Haar spürbar kämmbarer und trocknet nicht aus.

So geht's:
Bei trockenem Haar 1 Liter Wasser (Raumtemperatur) mit 2 Teelöffeln Apfelessig mischen. Die Mischung langsam über die Kopfhaut gießen und in den Haarlängen verteilen. Nicht ausspülen. Bei fettiger und zu Schuppen neigender Kopfhaut 2 Esslöffel Apfelessig mit 1 Liter Wasser mischen.

Zitronen
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Zitronen

Natürliche Haarspülungen: Zitrone

Die Zitrone ist wie der Apfelessig für eine Rinse geeignet. Die enthaltene Säure glättet die Haarstruktur und Kopfhaut, sodass die Feuchtigkeit im Haar erhalten bleibt. Ebenso hilft Zitrone gegen fettige Kopfhaut und wirkt besondern in Verbindung mit Sonnenlicht bleichend und aufhellend. Dunkle und gefärbte Haare sollten daher nicht mit Zitrone gespült werden, da sie sonst an Farbkraft verlieren.

So geht's:
Auf 1 Liter Wasser kommt der Saft einer frisch gepressten Zitrone. Ein Konzentrat wäre zu stark und würde das Haar mehr schädigen.
Tipp: Die Mischung in eine Sprühflasche füllen und bei Bedarf in den Längen verteilen. Besonders im Sommer ist dies eine schonende Methode, um die Haare sanft aufzuhellen.

Frau hält ihre Hände um einen Becher Tee
© pecaphoto77/iStock
Frau hält ihre Hände um einen Becher Tee

Natürliche Haarspülungen: Schwarztee

Schwarzer Tee ist für dunkles Haar besonders gut geeignet, da er dem Haar neuen Glanz und eine intensive Farbkraft verleiht. Die enthaltenen Gerbstoffe unterstützen die Heilung der Haut und wirken gegen Juckreiz. Schwarzer Tee hilft daher auch bei Neurodermitis oder perioraler Dermatitis.

So geht's:
3 Beutel schwarzen Tee mit 1 Liter Wasser aufbrühen und je nach Farbstärke ziehen lassen. Je länger der Tee zieht, desto dunkler wird und färbt er. Der Tee muss nicht ausgespült werden. Bei juckenden Hautstellen ein Wattepad im Teesud tränken und auf die Stellen tupfen.

Brennnesselblätter mit Blüte in einem Glas Tee
© Teamarbeit
Brennnesselblätter mit Blüte in einem Glas Tee

Natürliche Haarspülungen: Brennnessel

Ein Sud aus Brennnesselblättern eignet sich sowohl für eine normale als auch leicht fettige und juckende Kopfhaut. Bei leichtem Haarausfall kann ein Brennnesselwasser die Kopfhaut stärken.

So geht's:

Brennnesselsud

Für die normale Haarspülung 8 Esslöffel Brennnesselblätter oder 4 Teebeutel mit 1 Liter kochendem Wasser aufgießen und 10 bis 15 Minuten ziehen und auf eine angenehme Temperatur abkühlen lassen.

Brennnesselwasser
Um das Wasser herzustellen, 250 Gramm klein gehackte Brennnesselwurzel in einem Topf mit einem Liter Wasser und einem halben Liter Weinessig übergießen und 30 Minuten köcheln lassen. Die Mischung durch ein Sieb gießen und in eine Flasche füllen. Das Wasser hält sich ca. vier Wochen.
Bei Bedarf das Brennnesselwasser auf der Kopfhaut verteilen und einmassieren. Nicht ausspülen.

Auch Kamillentee wirkt desinfizierend
© ConstantinosZ/iStock
Auch Kamillentee wirkt desinfizierend

Natürliche Haarspülungen: Kamille

Mit ihrer goldgelben Farbe sorgt die Kamille für einen warmen Farbton bei blonden Haaren. Eine Kamillenspülung wirkt gegen fettige und entzündete Kopfhaut und hellt das Haar in Verbindung mit Sonnenlicht auf. Mit Zitrone ist die Wirkung noch intensiver.

So geht's:
10-12 Teelöffel oder 4-6 Teebeutel Römische oder Echte Kamille mit 1 Liter Wasser aufgießen und solange ziehen lassen, bis der Sud angenehm warm ist. Das Haar damit übergießen und nicht ausspülen.

© seasons.agency / Gräfe & Unzer Verlag / Jahreiß, Manfred

Natürliche Haarspülungen: Salbei

Salbei hilft vor allem bei Heiserkeit, Halsschmerzen, Entzündungen in Mund und Rachen, sowie bei übermäßigem Schwitzen. In einer Haarspülung wirkt er gegen juckende Kopfhaut, sowie antibakteriell und entzündungshemmend.

So geht's:
4 Teelöffel kleingeriebene Salbeiblätter mit 400 Milliliter Wasser aufbrühen, vier Stunden ziehen lassen und danach mit nochmal 400 Milliliter warmen Wasser verdünnen. Den Salbeisud in die Kopfhaut einmassieren. Den Rest in die Haarlängen verteilen und nicht ausspülen.

Lavendel im Topf auf einem Tisch
© tbralnina/iStock
Lavendel im Topf auf einem Tisch

Natürliche Haarspülungen: Lavendel

Lavendel wirkt beruhigend auf trockene und schuppige Haut, weshalb er sich prima für eine Haarspülung eignet. Die lila Farbe kommt blondem und grauen Haar mit Gelbstich zugute, da die lila Pigmente sich wie eine Schutzschicht um die Haare legen und dadurch optisch den Gelbstich aus den Haaren nehmen.

So geht's:
15-20 g getrocknete Lavendelblüten mit 500 Milliliter heißem Wasser übergießen und vier bis fünf Stunden ziehen lassen. Den Sud filtern und mit 500 Millilitern warmen Wasser verdünnen. Den Sud in die Haare geben und nicht ausspülen.

Pfefferminze lindert Kopfschmerzen
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Pfefferminze lindert Kopfschmerzen

Natürliche Haarspülungen: Pfefferminze

Pfefferminze hat einen kühlend, erfrischenden Effekt auf den Körper, hilft gegen gereizte Kopfhaut und hat den Nebeneffekt, Kopfschmerzen und Spannungsgefühle zu lindern. Da der Pfefferminzsud recht dunkel wird, ist er eher für dunkles Haar geeignet.

So geht's:
4 Teebeutel oder 6 Esslöffel frische Pfefferminzeblätter mit einem Liter heißem Wasser übergießen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Den Sud filtern und über die Haare gießen. Nicht ausspülen.

Die Kraft der Aloe Vera
© Jalag
Die Kraft der Aloe Vera

Natürliche Haarspülungen: Aloe Vera

Aloe Vera ist die Superpflanze, wenn es um Feuchtigkeitsspende geht. Auf der Kopfhaut wirkt sie gegen Schuppen und Psoriasis, beruhigt, reduziert Fette und spendet Feuchtigkeit.

So geht's:
Zwei Teelöffel reines Aloe Vera Gel (direkt aus der Pflanze oder aus dem Natur- oder Bioladen) mit 500 Milliliter angenehm warmen Wasser mischen und auf der Kopfhaut verteilen. Da Aloe Vera nicht wie ein Öl fettet, kann die Spülung in den Haaren bleiben.

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