12. März 2012
Haarpflege leicht gemacht

Haarpflege leicht gemacht

Ja, das klappt tatsächlich. Unser Reparatur-Service zeigt, wie Spezialprodukte strapazierte Haare oder kaputte Spitzen wieder gesundpflegen und wie der Glanz schnell zurückkommt. 

Haare waschen
© iStockphoto
Haare waschen
Haare waschen
© iStockphoto
Haare waschen

Wie pflege ich strapazierte Haare am besten?
Mit Repair-Pflege speziell für dieses Problem. Das beginnt schon beim Shampoo. Schonende Lösung aus der Natur: Pflanzenmilch, z.B. aus Lecithin und Rosenessenz, die sich wie ein Schutzmantel ums Haar legt. Um es kämmbarer zu machen, nach jeder Wäsche einen Conditioner verwenden – z.B. mit glättendem Avocadoöl. Gönnen Sie Ihrem Haar ein, zwei Mal pro Woche eine Kur. Schön geschmeidig wird es z.B. mit lipidhaltigen Haarbausteinen aus flüssigem Keratin, die den haareigenen Lipiden ähneln. Während sie an der Oberfläche des Haares andocken und Lücken im Lipidfilm füllen, dringen haaridentische Proteine bis ins Innerste vor. Stark: Eine Power-Kombi aus Mandel- und Weizenproteinen, die Haarbruch vorbeugt. Kuren mit einem antioxidativen Extrakt aus Olivenbaumblättern schützen das Haar zudem vor Umwelteinflüssen.
Produkte:
z.B. „Rosenmilch-Repair- Shampoo“ von Lavera, 250 ml ca. 7 Euro; mit Avocadoöl: „Aufbau Spülung Intense Repair“ von Nivea, 250 ml ca. 2 Euro; mit flüssigem Keratin: „Gliss Kur Ultimate Repair Anti-Schaden-Kur“ von Schwarzkopf, 200 ml ca. 6 Euro; mit Mandelproteinen: „Tiefen Aufbau Intensiv Butter-Kur“ von Guhl, 150 ml ca. 7 Euro; mit Olivenblatt-Extrakt: „Born.Again Essential Treatment“ von Kevin.Murphy*, 250 ml ca. 30 Euro

Hightech-Haar-Öle liegen jetzt im Trend. Was ist das Besondere?
Diese Elixiere sind häufig ein Mix aus mehreren Ölen mit starkem Pflege- und Repair-Effekt. „Sie enthalten zum Beispiel Arganöl, das nicht an der Oberfläche wirkt, sondern in die Haarfaser eindringt“, erklärt der Berliner Trendfriseur Wolfgang Zimmer. Außerdem bieten sie Hitzeschutz beim Föhnen und bringen das Haar auf Hochglanz. Manche sind so leicht, dass sie ruck, zuck „geschluckt“ werden. Sie können die Multitalente vor der Haarwäsche einmassieren und wie eine Kur einwirken lassen, nach der Wäsche ins handtuchtrockene Haar geben oder auch ins trockene Haar kneten. „Bringen Sie die Öl-Elixiere nur dort auf, wo das Haar geschädigt ist – in Längen und Spitzen“, rät der Kérastase- Friseur. „Nie auf die Ansätze, um sie nicht unnötig zu beschweren.“ Und sparsam dosieren: Ein, zwei Tropfen reichen völlig aus.
Produkte:
z.B. „Elixir Ultime“ von Kérastase*, 125 ml ca. 32 Euro; „Oilixir“ von L’Oréal Professionnel*, 50 ml ca. 18 Euro; „Syoss Beauty Elixir Absolute Oil“, 100 ml ca. 10 Euro

Ist es sinnvoll, bei strapaziertem Haar auf silikonfreie Produkte umzusteigen?
„Tatsächlich können manche Silikone das Haar auf Dauer kaputt machen. Wenn sie sich nicht auswaschen lassen und sich immer mehr anlagern, trocknet das Haar mit der Zeit aus“, sagt Star-Figaro Wolfgang Zimmer. Bei wasserlöslichen Silikonen bleibt dieser Build-up-Effekt aus. Dazu zählen z.B. Polysiloxane, PEG/PPG-14/4 Dimethicone, Dimethicone Copolyol (INCI-Liste lesen!). Alternativ können Sie zu silikonfreien Produkten wechseln.
Produkte:
silikonfrei: z.B. „Natural Beauty Shampoo Kakaobutter und Kokosöl“ von Garnier, 300 ml ca. 2 Euro; „Repair Hanf Haarspülung“ von i+m*, 200 ml ca. 10 Euro

Tipps:

Sanfter Zusammenhalt
Binden Sie einen Zopf oder Strähnen nicht mit Haushaltsgummi ab – die Haare könnten an der Stelle brechen. Auch festsitzende Metallspangen schaden dem Haar. Besser: mit Stoff bezogenes Gummi oder ein Tuch verwenden. Kopfkissen aus Baumwolle rauen das Haar ebenfalls auf. Schonender: auf Seidenkissen schlafen oder ein Seidentuch über das Kissen legen.

Futter fürs Haar
Zink lässt Haare gesund glänzen und beteiligt sich u. a. am Aufbau des Haarbausteins Keratin. Es steckt in Austern, Roastbeef, magerem Fleisch und Hülsenfrüchten. Biotin soll den Zellstoffwechsel in den Haaren fördern und sie kräftigen. Gute Lieferanten: Leber, Fisch, Haferflocken und Eier. Im Eigelb steckt auch die Aminosäure Cystin, ein Grundbaustein des Haars.

Glänzende, gefärbte Haare

Ich färbe mein Haar regelmäßig. Das strapaziert natürlich. Vor allem die Längen möchte ich nicht noch mehr stressen. Was kann ich tun?
Experte Wolfgang Zimmer rät: „Nur die Ansätze regelmäßig nachfärben und in die Längen eine auswaschbare Tönung geben, die ohne Ammoniak und Wasserstoffperoxid auskommt.“ Die frischt die Farbe auf und bringt neuen Glanz. Wer unbedingt komplett färben will: Moderne Colorationen, z.B. mit glättendem Marula-Öl oder kräftigendem Meereskollagen, pflegen und schützen das Haar schon während des Colorierens.
Produkte:
z.B. mit Marula-Öl: „Diadem Seiden-Color-Creme“, ca. 7 Euro; mit Meereskollagen: „Poly Palette Permanent Natural Colors“, ca. 4 Euro

Ich habe wenig Zeit – gibt es auch für geschädigtes Haar eine Express-Pflege?
Ja. Repair-Power im Doppel-Pack liefert eine (wie Zahnpasta aufgebaute) 1-Minuten-Kur mit goldenem Cremestreifen für tiefenwirksame Pflege und weißem Cremestreifen zum Glätten der Oberfläche. Ideal für Eilige sind Leave-ins, z.B. mit Proteinen aus der spinatähnlichen Quinoa-Pflanze – wahres Kraftfutter fürs Haar. Oder Sie massieren vorm Schlafengehen eine Overnight-Kur ins Haar, z.B. mit Rizinusöl und Panthenol, die morgens nicht ausgespült werden muss.
Produkte:
z.B. „Dove Oil Care Nährpflege 1 Minute Kur-Spülung“, 180 ml ca. 4 Euro; mit Quinoa: „Damage Remedy Daily Hair Repair“ von Aveda*,100 ml ca. 29 Euro; „Repair & Care Nachtaktive Pflege Sprühkur normaldickes Haar“ von Pantene Pro-V, 150 ml ca. 7 Euro

Meine Haare sind fein und vom vielen Blondieren sehr kaputt. Können Repair-Produkte auch Volumen geben?
Viele neue Produkte machen das Haar geschmeidig, ohne es durch zu viel Pflege zu beschweren, sodass die Frisur nicht zusammenfällt. Leichtgewichte sind z.B. nicht fettende Mikroöle, etwa aus der Nuss der peruanischen Inca-Inchi-Pflanze, die brüchige Stellen kitten können. Und gelartige SOS-Kuren, z.B. mit schützenden Ceramiden und festigendem Pro-Keratin.
Produkte:
z.B. mit Inca Inchi: „Full Repair Light Infusion Spray“ von John Frieda, 75 ml ca. 10 Euro; mit Ceramiden: „ElVital Reparatur & Fülle 5 Wunder-Reparaturkur“ von L’Oréal Paris, 200 ml ca. 6 Euro

Schaumfestiger oder Gel können ja leicht austrocknend wirken – soll ich bei geschädigtem Haar überhaupt Stylingprodukte verwenden?
„Volumenprodukte, die viel Alkohol enthalten, können das Haar aufrauen und austrocknen“, bestätigt Friseur Wolfgang Zimmer. Dann wirkt es strohig. Manche Alkohole tun das aber nicht, z.B. Cetyl Alcohol oder Stearyl Alcohol (auf INCI-Liste deklariert). „Um Volumen zu erzeugen, reicht es, Schaumfestiger am Ansatz zu verwenden“, so der Experte. „Nehmen Sie für die Längen lieber ein pflegendes Stylingspray, das leichten Halt gibt.“ Bevor Sie den Heißluftstrahl anknipsen: Föhnspray oder -creme benutzen. Stärkemittel wie Bambus-Extrakt oder Feuchtigkeitsbinder wie Jojobaöl schützen vor hohen Temperaturen und beugen Haarbruch vor.
Produkte:
z.B. „Bamboo Smooth Anti- Breakage Thermal Protectant Spray“ von Alterna*, 125 ml ca. 30 Euro; mit Jojobaöl: „Style & Repair Styling Milk“ von wellaflex, 150 ml ca. 3 Euro

Ich würde meine Haare gern wachsen lassen, aber sie sehen untenrum so dünn und fisselig aus. Wer weiß da einen Trick?
„Damit die Haare optisch dichter wirken, das Deckhaar länger lassen und die Konturen kurz halten. Sie stützen dann von unten, zum Beispiel wie beim Bob. Farb-Trick: die Ansätze einen Ton dunkler und die Längen heller colorieren. Das bringt mehr Tiefe und wirkt fülliger“, verrät Experte Wolfgang Zimmer. Damit sich die Schuppenschicht schließt und um Spliss vorzubeugen: die Haarenden mit Elixier versiegeln. Als Spitzenretter bewährt: Karité-Öl. Tollen Glanz verleiht Kaschmirextrakt.
Produkte:
z.B. „Karité Aufbauendes Repair-Serum“ von René Furterer*, 30 ml ca. 22 Euro; mit Kaschmir - extrakt: „Royal Haar Pflege-Serum“ von Alcina*, 30 ml ca. 17 Euro

Tipps:

Der richtige Föhn
Trocknen Sie die Haare möglichst sanft: im Abstand von 20 Zentimetern und in Wuchsrichtung föhnen. Mit Kaltluft abschließen. Schonend: Haartrockner mit Ionentechnologie. Die geben während des Stylens Ionen ans Haar ab, die den Feuchtigkeitsgehalt regulieren (z.B. „Satin Hair 7“ von Braun, ca. 60 Euro, oder „D3710 Stylist“ von Remington, ca. 40 Euro).

Der richtige Kamm
Für strapaziertes Haar eignen sich am besten grobzinkige Kämme, die weder spürbare Nähte noch scharfe Kanten haben. Sie entwirren auch nasses Haar spielend – immer bei den Spitzen beginnen und bis zum Ansatz hocharbeiten. Ein Material wie Horn oder Holz verhindert, dass die Haare zu Berge stehen.

Schonwaschgang
Sogar Waschen bedeutet Stress fürs Haar. Darum ist sanftes Einshampoonieren angesagt. Dann gründlich ausspülen – mit lauwarmem Wasser. Heißes laugt aus. Mit einem kalten Guss abschließen, dann legt sich die Schuppenschicht wieder an. Anschließend die Haare trocken tupfen, nicht rubbeln.

Lade weitere Inhalte ...