4. Februar 2021
Haare ausfetten lassen: Ist der Trend wirklich gesund?

Haare ausfetten lassen: Ist der Trend wirklich gesund?

Was bringt es, die Haare für einen längeren Zeitraum nicht zu waschen? Ob es sinnvoll und gesund ist, die Haare ausfetten zu lassen und was gegen fettige Haare hilft, lesen Sie hier.

In Zeiten von Corona und Homeoffice verbringen wir viel Zeit zu Hause. Warum also die Haare aufwändig stylen oder regelmäßig waschen? Vor allem reizt und trocknet zu häufiges Haare waschen die Kopfhaut aus, die wiederum mehr Talg produziert, was für fettiges Haar sorgt – ein Teufelskreis, den es nur schwer zu durchbrechen gilt.
Der Trend, das Haar mal ordentlich ausfetten zu lassen, stößt während des Lockdowns auf Begeisterung. Die Idee dahinter: Keine Pflegeprodukte mehr zu verwenden, das Haar über Wochen ausfetten zu lassen, bis es sich selbst reinigt und nicht mehr so schnell nachfettet.

Haare ausfetten lassen – ja oder nein?

Soweit die theoretische Überlegung. Allerdings ist es nicht empfehlenswert, Haare über einen längeren Zeitraum nicht so waschen. Nach spätestens zwei Wochen sollten Sie Ihre Haare waschen. Warum? Wenn Ihre Kopfhaut generell schon zu einer vermehrten Fettbildung neigt, kann das längere Ausfetten Ekzeme und Ausschläge begünstigen oder sogar zu Hautpilz führen. Das übermässige Fett führt dazu, dass das Gleichgewicht Ihrer Kopfhaut durcheinander gerät. Es spricht allerdings nichts dagegen, wenn Sie Ihre Haarwäsche um einige Tage verschieben. Langfristig ist es auf jeden Fall ratsam, wenn Sie versuchen, Ihre Haare weniger häufig zu waschen.

Warum werden Haare schneller fettig?

Der Talg, den unsere Kopfhaut produziert, soll unsere Kopfhaut vor dem Austrocknen schützen. Ein fettiger Haaransatz ist also per se nichts Schlimmes. Wenn Ihr Haar schneller nachfettet, kann es einfach daran liegen, dass Ihr Körper mehr Talg produziert als andere. Es gibt aber noch weitere Gründe, warum Sie zu fettigen Haaren neigen können: Beispielsweise können hormonelle Schwankungen die Talgproduktion ankurbeln. Nach dem Absetzen der Anti-Babypille bemerken viele Frauen, dass Ihre Haare schneller fettig werden. Auch Schwangere neigen zu einer erhöhten Talgroduktion.

Eine ungesunde und fettreiche Ernährungsweise oder Stress können sich ebenfalls auf der Kopfhaut bemerkbar machen. Ebenso kleine Angewohnheiten, wie sich das Haar aus dem Gesicht zu streichen, führen schneller zu fettigem Haar. Shampoo, Conditioner, Haarkuren und Öl für die Spitzen – die falsche Haarpflege kann fettiges Haar begünstigen. Hier gilt: Weniger ist mehr!

6 Tipps, um fettige Haare vorzubeugen:

  • Waschen Sie Ihr Haar nicht zu heiß. Es trocknet Ihre Kopfhaut zu sehr aus und regt die Talgproduktion an. Lauwarmes Wasser ist genau richtig!
  • Kämmen Sie Ihre Haare allerhöchsten zwei bis dreimal am Tag. Zu häufiges Bürsten regt die Talgproduktion an. Beim Kämmen verteilen Sie das Fett in den Haaren.
  • Verwenden Sie am besten ein mildes Shampoo, das die Kopfhaut beruhigt und die Talgproduktion reduziert. Wenn Sie Kuren und Conditioner benutzen, geben Sie diese nur in die Längen.
  • Reinigen Sie regelmäßig Ihre Bürste, damit kein Schmutz oder Stylingrückstände ins Haar gelangen.
  • Tragen Sie nicht zu häufig Mützen oder Hüte. Ihre Kopfhaut wird darunter nicht ausreichen belüftet, schwitzt und wird feucht – der beste Nährboden für fettige Haare.
  • Verwenden Sie Trockenshampoo oder Babypuder, um eine Haarwäsche zu umgehen. Beides saugt den überschüssigen Talg auf und lässt Ihre Haare frischer erscheinen.
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