12. Februar 2010
Die richtige Sonnenmilch

Die richtige Sonnenmilch

Den Sommer genießen: Das geht auch mit sensibler Haut. Hier erfahren Sie, was für gereizte Stimmung sorgt und wie Sie den besten Begleitschutz finden.

© jalag-syndication.de

Das Einzige, was im Urlaub für kribbelnde Spannung sorgen sollte, ist ein gutes Buch. Doch bei 20 Prozent der Deutschen sind es stattdessen Pickel und Quaddeln, die besonders häufig bei sensibler und heller Haut auftreten. Für viele war Naturkosmetik bislang die Lösung. Doch beliebte Produkte wie die „Edelweiß Sonnencreme“ von Weleda oder die „Sonnenmilch“ von Dr. Hauschka sind jetzt plötzlich vom Markt verschwunden. Grund dafür ist eine neue Verordnung der EU, wonach der UV-A-Schutz mindestens ein Drittel im Verhältnis zum UV-B-Schutz betragen muss. Ist das wirklich sinnvoll? Und vor allem: Wie findet man ein Ersatzprodukt? VITAL beantwortet die brennendsten Fragen, hilft Ihnen dabei, herauszufinden, was die Ursache Ihrer Hautprobleme ist, stellt Strategien gegen Ausschlag und dazu passende Sonnenschutzprodukte vor.

Sonnenmilch schützt nicht vor Hautkrebs

Wer sich gut eingecremt hat, darf sich nach Herzenslust in der Sonne aalen? Denkste! Eine Sonnencreme mit hohem UV-A- und UV-BSchutz verringert der Uni Kiel zufolge zwar das Sonnenbrandrisiko, ist aber kein Freibrief für einen sorglosen Umgang mit der Sonne. Besonders die Entstehung des schwarzen Hautkrebs wird durch zu intensive Sonnenbäder begünstigt. Dass Sonnencremes nicht davor schützen, liegt daran, dass noch längst nicht das gesamte Spektrum der Sonne erforscht ist. Es gibt mehr als die bekannten UV-A-, UV-B- und UV-C-Strahlen – und man weiß noch nicht, wie man sich vor den unbekannten am besten schützen kann.



Was bringt ein hoher UV-A-Schutz?

Da es sich bei einer Sonnenallergie um eine Überempfindlichkeit gegen UV-A-Strahlung handelt, ist ein hoher UV-A-Faktor das A und O im Schutz vor Kribbeln und Kratzen. Deshalb hat die EU beschlossen, dass ab 2009 das Verhältnis von UV-A und UV-B-Schutz in einem Sonnenpflegeprodukt nicht weniger als 1:3 betragen darf. Erkennen können Sie dies an einem einheitlichen Symbol, bei dem die Buchstaben „UVA“ von einem Kreis umgeben sind. Für viele Bio-Sonnenschutzmittel bedeutet diese Verordnung, die einen Mindeststandard definiert, allerdings das Aus. Grund dafür ist, dass in Naturkosmetik nur mineralische Filter wie Titandioxid verwendet werden dürfen, die sowohl UV-A- als auch UV-B-Licht wie Minispiegel abblitzen lassen. Ein genaues Verhältnis zu bestimmen ist bei dieser Methode allerdings schwierig.

Worauf sollte ich bei meiner Sonnenmilch noch achten?
Nicht nur der UV-Schutz an sich ist wichtig, sondern auch die Konsistenz des Produkts. Um Mallorca-Akne zu vermeiden, sollten Sie statt einer duftigen Cremelotion lieber ein fettfreies Gel ohne Parfüm verwenden. Das riecht zwar nicht so schön nach Urlaub, verzichtet aber auf Emulgatoren und Konservierungsstoffe wie Parabene, die die Haut reizen könnten. In Sachen Sonnenallergie sind neben einem hohen UV-A-Schutz beruhigende Inhaltsstoffe wie Thermalwasser, Vitamin E und Dexpanthenol wichtig, die helfen, dass sensible Haut besser gegen freie Radikale gewappnet ist.

Mineralische oder chemische Filter?


Mineralische oder chemische Filter: Welche sind sanfter?

Bisher galt: Bei empfindlicher Haut sind eher mineralische Filter angezeigt, da sie meist besser vertragen werden als chemische. Das liegt daran, dass mineralische Partikel wie Titandioxid nicht eindringen, sondern wie ein Schutzfilm auf der Hautoberfläche liegen und die UV-Strahlung reflektieren. Chemische Filter dagegen absorbieren die Sonne in der Haut und wandeln sie dort in Wärme um. Menschen mit empfindlicher Haut können auf diesen „Eingriff“ manchmal mit Irritationen reagieren. Hinzu kommt, dass eine Studie der Uni Zürich bestätigt hat, dass einige chemische Filter eine hormonelle Wirkung haben können. Also eins zu null für mineralische Filter? Nicht unbedingt. Der Haken: Mit mineralischen Filtern lässt sich nur ein Lichtschutzfaktor von maximal 20 erreichen. Außerdem ist es schwierig, das Verhältnis von UV-A- und UV-B-Schutz nachzuweisen. Der Sonnenschutz-Trend für 2009 heißt deshalb: Mischen possible! Bio-Beauty-Hersteller wie Lavera* kombinieren in ihrer Sonnenpflege neuerdings z. B. Titandioxid und Zinkoxid, da Letzteres messbar vor UV-A-Licht schützt. Konventionelle Kosmetikfirmen mixen stattdessen oft mineralische Filter unter ihre chemischen, um einen hohen Lichtschutzfaktor und gleichzeitig eine bessere Verträglichkeit zu erreichen.


Was hilft, wenn der Ausschlag schon da ist?
Trotz aller Vorsicht ist es doch passiert? Bei starkem Juckreiz und brennenden Quaddeln schaffen Allergietabletten aus der Apotheke schnell Abhilfe. Die darin enthaltenen Antihistaminika sorgen dafür, dass die Stressreaktion der Haut aufgehoben und die dadurch bedingten Beschwerden gelindert werden. Als Erste-Hilfe-Maßnahme bei akuten Rötungen empfehlen sich Hydrokortisonsalben. Einige Tage lang auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen, verschwinden Juckreiz und Pickel im Nu. Trotzdem: lieber erst mal im Schatten bleiben und entspannen!

Kann ich mit meiner Ernährung oder mit Nahrungsergänzungsmitteln vorbeugen?
Zusätzlich zur Wahl des richtigen Sonnenschutzmittels können sie sich auch von innen gegen unerwünschte Urlaubsbegleiter wappnen. Stoffe wie Lycopin oder Betakarotin schützen vor der Bildung hautreizender freier Radikale, stärken die Zellwände und bereiten empfindliche Haut so auf die Begegnung mit den Sonnenstrahlen vor. Um die gewünschte Wirkung allein durch die Ernährung zu erzielen, müssten Sie allerdings Unmengen von Karotten oder Tomaten essen. Vor dem Urlaub empfiehlt es sich daher, bei sehr empfindlicher Haut die Schutzstoffe in der hochkonzentrierten Form von Nahrungsergänzungsmitteln einzunehmen.

Welchen Ausschlag- Typ habe ich?


Sonnenallergie oder Mallorca-Akne: Welchen Ausschlag- Typ habe ich?
Wenn sich die Haut rötet, können dafür zwei Formen der Unverträglichkeit verantwortlich sein. Spitzenreiter mit einem Anteil von 90 Prozent ist die Sonnenallergie, die damit weit häufiger als die sogenannte Mallorca-Akne vorkommt. Hauptverantwortlich für eine Sonnenallergie sind UV-A-Strahlen. Forscher der Klinik für Dermatologie und Allergologie in Bochum vermuten, dass bei Menschen mit sensibler Haut durch UV-A-Licht der körpereigene Botenstoff Histamin ausgeschüttet wird – was für Hautkribbeln und Ausschlag sorgt. Ob das bei Ihnen so ist, erkennen Sie an starkem Juckreiz, der sich zusammen mit Quaddeln auf Hals, Schultern und Dekolleté ausbreitet. Besonders häufig betroffen: Frauen mit sehr heller Haut.

Mallorca-Akne
Haben Sie eher fettige Haut und reagieren Sie das ganze Jahr über empfindlich auf Duft- und Konservierungsstoffe? Dann steckt hinter Ihren Problemen mit dem Sonnenschutz vermutlich eine Mallorca-Akne. Schuld an dem Pickelschub sind in diesem Fall weniger die UV-A-Strahlen, sondern vielmehr Emulgatoren, Konservierungs- und Parfümstoffe in Ihrem Sonnenschutzmittel. Durch die Verbindung von UV-Licht und chemischen Inhaltsstoffen bilden sich auf der Haut nämlich vermehrt freie Radikale, die Entzündungen bewirken können. Die dabei entstehenden Knötchen treten speziell im Gesicht auf. Ein besonders hohes Reizpotenzial hat der Konservierungsstoff Methylparaben. Forscher der japanischen Kyoto Prefectural University of Medicine haben herausgefunden, dass er in Kombination mit UV-Licht nicht nur Ausschlag, sondern sogar Falten verursachen kann.

10 Sonnenschutz-Engel

10 Sonnenschutz-Engel
„CAPITAL SOLEIL SONNENSCHUTZ GEL-CREME 50+“ VON VICHY mit Vitamin E und Thermalwasser. Ohne Duftstoffe und Parabene. Mit chemischen Filtern. 50 ml ca. 16 Euro.

„SONNENALLERGIE SCHUTZ SUN CREME-GEL 25” VON EUCERIN mit Vitamin E und Pagodenbaum- Extrakt. Ohne Parfüm, Farbstoffe und Emulgatoren. Mit mineralischem Filter. 150 ml ca. 16 Euro.

„SOLAR EXPERTISE SENSITIVE ANTI-AGE KÖRPERMILCH FÜR EMPFINDLICHE HAUT LSF 50” VON L’ORÉAL PARIS mit einer Kombination aus mineralischen und chemischen Filtern. Ohne Parfümund Farbstoffe, ohne Parabene. 75 ml ca. 12 Euro.

„ALLERGISCHE HAUT SONNENSCHUTZ GEL LSF 30” VON LADIVAL. Fettfreies Gel speziell für ölige Haut mit Antioxidantien und Vitamin E. Ohne Parfüm, Emulgatoren und Konservierungsstoffe. Mit chemischen Filtern. 200 ml ca. 15 Euro.

„SONNENGEL-CREME LSF 50+” VON EAU THERMALE AVÈNE mit Thermalwasser. Für helle Hauttypen mit eher öliger Gesichtshaut geeignet. Ohne Parabene, nicht fettend. Mit mineralischen Filtern. 50 ml ca. 15 Euro.

„BURITI SONNENMILCH LSF 15” VON L’OCCITANE mit Bio-Buritipalmen-Extrakt und Betakarotin. Leichte, nichtfettende Textur ohne Farb- und Konservierungsstoffe, dezent parfümiert. Mit mineralischem Filter. 150 ml ca. 21 Euro.

„SONNEN GEL 25” VON ILRIDO für sonnenallergische Haut. Mit Vitamin E und Dexpanthenol. Ohne Emulgatoren, Parfüm- und Konservierungsstoffe. Mit mineralischem Filter. 125 ml ca. 10 Euro.

„ANTHÉLIOS LSF 50+ SPRAY” VON LA ROCHE POSAY mit nichtfettender Formel. Ohne Duftstoffe und Parabene. Mit mineralischem Filter. 200 ml ca. 15 Euro.

„SUN SENSITIVE ANTI-AGE SONNENMILCH” VON LAVERA mit Aloe vera. Ohne synthetische Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe. Mineralischer Filter-Mix aus Titandioxid und Zinkoxid. 50 ml ca. 10 Euro.

„INNÉOV SONNEN KAPSELN” VON NESTLÉ UND L’ORÉAL. Lycopin und Betakarotin aktivieren den Zellschutz von innen und verhindern die Ausschüttung freier Radikale. 30 Stück ca. 23 Euro.



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