22. Mai 2017
Die Inhaltsstoffe und ihre Bedeutungen

Die Inhaltsstoffe und ihre Bedeutungen

Oft, meist im Bad, fragen wir uns, womit wir uns da das Haar waschen, das Gesicht eincremen und die Wimpern tuschen. Schließlich wollen aus Überzeugung einige Menschen auf bestimmte Stoffe verzichten. Oder müssen es allergiebedingt sogar - Aus diesem Grund haben wir Euch eine Liste zusammengestellt, die Euch die Bedeutung von ausgewählten Inhaltsstoffen zertifizierter-, naturnaher- und klassischer Naturkosmetik näher bringen soll.

Bedeutung der Inhaltsstoffe in Kosmetik
© PeopleImages/iStock
Bedeutung der Inhaltsstoffe in Kosmetik

1. Die Inhaltstoffe zertifizierte Naturkosmetik:

Simmondsiachinesisseedoil– Jojobawachs

Das Wachs wird aus den Nüssen des Jojobastrauches gepresst. Es verflüssigt sich bei Raumtemperatur und heißt deshalb oft Öl. Weil es den Fetten unse­rer natürlichen Hautschutzbarriere ähnelt, kann es deren Funktion beson­ders gut unterstützen.

Ricinuscommunisseedoil (Castor) – Rizinusöl

Das Öl stammt aus den Samen des Wunderbaumes. Es besteht zu etwa 80 Prozent aus Ricinolsäure, die bekannt für ihre hautberuhigende Wirkung ist. Übrigens: Der eingeklammerte Begriff steht für „Castor Oil Plant“ – der englische Name des Wunderbaumes – und hat nichts mit Kernkraft zu tun.

Sodiumhyaluronate– Hyaluronsäure

Die Zuckerverbindung bindet pro Gramm bis zu sechs Liter Wasser – Rekord! Sie stammt aus pflanzlichen Mikroorganis­men, z. B. Sojaeiweiß, nachdem es im Labor mit Bakterien versetzt wurde. Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil unserer Haut, ihr Anteil sinkt aber mit dem Alter.

Tocopherol–Vitamine

Das schützende Vitamin bewahrt die Haut vor freien Radikalen – das sind aggressive Moleküle, die andere Zellen angreifen. Außerdem dient es als natürliches Konservierungsmittel für das gesamte Pflegeprodukt.

Lecithin

Der natürliche Emulgator verbindet Wasser mit Öl. Ursprünglich stammt er aus der Lebensmittelindustrie – und wird heute meist aus Sojabohnen gewonnen.

Sodiumphytate

Die Salze der sogenannten Phytinsäure werden aus Reiskleie gewonnen. Sie verringern die Wasserhärte und verbes­sern das Hautgefühl. Zudem enthalten sie Antioxidantien, die vor freien Radika­len schützen und andere Wirkstoffe stabilisieren.

Geraniol–Ätherischesrosenöl

Dieses Öl wird einer Creme beigemischt, um sie angenehm duften zu lassen. Es zählt zu den insgesamt 26 Parfümstoffen mit besonders hohem Allergiepotenzial, die gesondert ausgewiesen werden müssen, wenn ihr Anteil am Produkt 0,01 Prozent überschreitet.

Bedeutung der Inhaltsstoffe in Kosmetik
© PeopleImages/iStock
Bedeutung der Inhaltsstoffe in Kosmetik

Die Inhaltsstoffe naturnaher Kosmetik

Coco-Caprylate

Der aus Kokosfett gewonnene Alkohol lässt sich sehr gut verteilen und verleiht ein glattes Hautgefühl. Darin ähnelt er dem häufig in konventionellen Produkten enthaltenen Silikon, ist im Unterschied dazu jedoch rein pflanzlich.

Squalane

Das geruchsneutrale Öl gibt ein seidiges Gefühl, ohne zu fetten. Es wird z. B. aus Olivenöl oder neuerdings aus nachhaltig angebautem Zuckerrohr extrahiert. Ein großer Fortschritt: Früher stammte es aus Haifisch-Leber – verheerend für die Gesundheitspolizisten der Weltmeere. Da das Öl ein natürlicher Bestandteil des körpereigenen Hydro-Lipid-Films ist, vertragen es auch Allergikerinnen.

Butyleneglycol

Das chemisch hergestellte Lösungsmittel hilft der Haut, Feuchtigkeit zu bewahren, sie wirkt praller. Zudem verbessert Butylene Glycol die Konsistenz dickflüssiger Cremes, sodass sie sich leichter auftragen lassen.

Imidazolidinylurea
Das künstliche Konservierungsmittel macht eine Creme haltbarer – nach dem Öffnen mindestens sechs Monate lang. Es wird aus pflegendem Harnstoff ab- geleitet, kann jedoch Formaldehyd abspalten: Ein stechend riechendes Gas, das Schleimhäute reizt und im Verdacht steht, Krebs auszulösen. Darum darf ein Kosmetikprodukt nicht mehr als 0,6 Prozent Imidazolidinyl urea enthalten. Mit dem Gehalt an reinem Harnstoff (Urea) in Feuchtigkeitscremes hat diese Obergrenzenichtszutun.

Lacticacid–Milchsäure
Die sirupartige Flüssigkeit wird nicht etwa aus Milch, sondern aus Pflanzen gewonnen, z. B. Getreide oder Kartoffeln. Sie bindet Feuchtigkeit, wirkt antibakteriell und stabilisiert den pH-Wert des Kosmetikproduktes. Gleichzeitig gehört Milchsäure zu den körpereigenen Stoffen und kommt etwa im Speichel vor.

Phenoxyethanol
Der Konservierungsstoff bremst Bakterien aus. Er ist naturidentisch – das heißt, er kommt in Pflanzen wie grünem Tee und Chicorée vor, wird aber im Labor nachgebaut. In Kosmetik darf er zu maximal einem Prozent enthalten sein, da er sonst Allergien auslösen könnte.

Bedeutung der Inhaltsstoffe in Kosmetik
© PeopleImages/iStock
Bedeutung der Inhaltsstoffe in Kosmetik

Die Inhaltstoffe klassischer Kosmetik

Paraffinumliquidum Und Petrolatum – Mineralöl
Die beiden Fette werden aus Erdöl ge­wonnen und verursachen so gut wie nie Allergien. Sie dringen nicht tief in die Haut ein, sondern legen sich wie ein Film darauf – das reduziert den Wasserverlust. Vor Kurzem wurden in ihnen aromatische Verbindungen entdeckt (MOAHs), die im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen. Bisher liegen dafür keine wissenschaft­ lichen Belege vor. Das Bundesinstitut für Risikobewertung räumt aber Daten­ lücken ein, sodass keine abschließende Bewertung möglich ist. Eine Aufnahme über die Haut gilt als unwahrscheinlich; Mineralöle stecken aber auch in Pflege, die wir über den Mund in den Körper aufnehmen, z. B. Lippenbalsam.

Glycerin – Glyzerin
Der sirupartige Alkohol wird häufig synthetisch hergestellt und befeuchtet die Haut gleich in doppelter Hinsicht: indem er selbst Feuchtigkeit spendet – und den Zellen hilft diese festzuhalten. Der Vorwurf, dass Glyzerin langfristig austrocknet, ist übrigens falsch: Dazu müsste erst eine Konzentration von 30 Prozent überschritten werden. Und diese Mengen werden in Pflegecremes üblicherweise nicht eingesetzt.

Lanolin – Wollwachs
Das aus Schafwolle gewonnene Wachs spendet Feuchtigkeit – denn es kann nicht nur ein Mehrfaches seines Ge­wichts an Wasser aufnehmen, sondern ähnelt auch unserem körpereigenen Hautfett und dringt dadurch besonders tief ein. Gleichzeitig beschleunigt es die Wundheilung und wird als Emulgator genutzt, um Öl und Wasser zu verbinden.

Prunusdulcis – Mandelöl
Das gelbe Öl regeneriert trockene Haut. Es besteht u. a. zu etwa 20 Prozent aus reizlindernder Linolsäure. Weitere fünf Prozent macht Palmitinsäure aus, die unsere Schutzbarriere stärkt. Außerdem enthalten: Die Vitamine A, B, D und E, die z. B. vor Umwelteinflüssen schützen und die Zellerneuerung beschleunigen.

Chamomillarecutita – Echte Kamille
Ihre Pflanzenauszüge verfeinern die Poren, mildern Entzündungen und Juck­reiz. Nicht zu verwechseln mit römischer Kamille, deren beruhigende Wirkung in der Aromatherapie eingesetzt wird.

Lade weitere Inhalte ...