29. Juli 2013
Braun auch ohne Sonne

Braun auch ohne Sonne

Sie möchten nicht als Bleichgesicht in den Urlaub starten oder Ihre Bräune hinterher sanft verlängern? Dann nutzen Sie die neuen Selbstbräuner, Flüssig-Bronzer und Sonnenpuder. Denn die zaubern ohne schädliche UV-Strahlen einen zarten Karamell-Ton auf die Haut. VITAL sagt, wie Sie die Produkte richtig anwenden.

Selbstbräuner
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Selbstbräuner

Schrittweise zum gebräunten Teint

Wie bereite ich meine Haut optimal vor?
Mal eben zwischen Tür und Angel etwas Selbstbräuner auftragen – das endet meist mit einem Streifenhörnchen-Look. Gehen Sie daher taktisch vor. Zuerst müssen Sie die Altlasten der Haut loswerden, sprich lose Hornschüppchen. Das funktioniert mit einem Peeling, entweder in Form einer Rubbelcreme mit Kunststoffkügelchen oder gemahlenen Naturkernen oder mit einem Massagehandschuh.

Duschen statt cremen
Bräunungsduschen tönen Ihre Haut in Minutenschnelle überall. Selbstbräuner-Duschen stehen meist in Sonnenstudios (z. B. „Tantastic“ bei Sunpoint, ca. 25 Euro). Ähnlich funktioniert die Airbrush-Pistole, die Kosmetikerinnen benutzen. Ihr Vorteil: Die Bräune lässt sich genauer dosieren, mit vorteilhaften Licht- und Schatten-Effekten.


Achten Sie beim Peeling darauf, stärker verhornte Stellen wie Ellenbogen, Knie oder Zehen besonders gründlich zu bearbeiten. Danach eine leichte Bodylotion auftragen und über Nacht einwirken lassen. Auch gut zum Vorbereiten auf die Schummel-Bräune: spezielle Badeöle mit Peeling-Schwamm (z. B. „Tan Detox“ von St. Tropez, etwa über Amazon). Im warmen Wasser lösen sich lose Hornzellen, der Schwamm entfernt sie gründlich, und das Öl pflegt die Haut intensiv. Entfernt auch prima die Reste der letzten Selbstbräuner-Aktion.

Wie trage ich einen Selbstbräuner geschickt auf ?
Selbstbräuner-Cremes, -Lotionen oder -Gele lassen sich am besten mit speziellen, fingerlosen Handschuhen ver- teilen (z. B. „Self Tanning Applicator“ von Kiko, ca. 4 Euro, www.kikocosmetics.de). Notfalls gehen auch Latexhandschuhe – dabei die Finger nicht spreizen, sondern zusammenhalten, so vermeiden Sie Streifen. Arbeiten Sie sich am Körper immer von außen nach innen vor und an den Armen und Beinen von unten (Knöchel, Handgelenke) nach oben (Oberschenkel, Schulterblätter). Wichtig: Knie, Ellenbogen und Füße erst mal aussparen. Mixen Sie den Selbstbräuner dann mit etwas Bodylotion und tragen Sie diese Light-Variante an diesen Stellen mit großzügigen, kreisenden Bewegungen auf.
Beim Gesicht verfahren Sie ähnlich: Selbstbräuner mit etwas Feuchtigkeitscreme mischen und zunächst auf Stirn, Kinn und Nase auftragen, dann von der Gesichtsmitte nach außen hin verreiben – bis zum Hals hinunter. Ziehen Sie dann die Handschuhe aus und streichen Sie mit den Handrücken über die bereits eingecremten Oberschenkel oder Unterarme. Das reicht zur Bräunung der Hände völlig aus. Der Anti-Flecken-Trick: Wickeln Sie ein feuchtes Gesichtsreinigungstuch um den Zeigefinger und fahren Sie damit über die Nägel, die Finger- und Zehenzwischenräume, die Fußsohlen, die Ohrinnenseiten, den Bauchnabel und die Augenbrauen. Dort sammelt sich oft zuviel Selbstbräuner, was zu unschönen Schatten führen kann.
Praktisch sind Produkte mit Pigmenten: Sie bräunen sofort, nicht erst nach Stunden, und zeigen so, wo schon gecremt wurde. Tragen Sie den Selbstbräuner alle vier Tage erneut auf. Tägliche Feuchtigkeitspflege bremst das Abschuppen, und die Bräune bleibt länger gleichmäßig. Lange Wannenbäder, Sauna und Dampfbad bewirken das Gegenteil: Das Braun geht schneller flöten.

Wie finde ich den richtigen Farbton?
Oberste Regel: Kleckern, nicht klotzen. Nachlegen können Sie immer. Einige Firmen bieten Selbstbräuner für hellere und dunklere Hauttypen in zwei unterschiedlichen Tönungs- Graden an. Andere Produkte tönen beim ersten Mal nur sehr sanft. So lässt sich die Bräune Schritt für Schritt an zwei oder drei Tagen hintereinander bis zur Wunschintensität steigern. Einen besonders dezenten Ton bringen Bodylotions, die nur einen Hauch Selbstbräuner enthalten.

Bräune zum Schlucken
Bräunungskapseln, ein Mix aus Carotinoiden, tönen die Haut leicht gelblich orangebraun. Zudem sollen die Naturfarbstoffe in der Sonne die Melaninproduktion der Haut anregen, so ihren Eigenschutz verbessern und die Bräune verschönern. Klappt aber nicht bei allen Menschen und ersetzt keinen UV-Schutz.


Zu orangestichig? Das war einmal. Viele Produkte enthalten heute neben dem klassischen Selbstbräunungs-Wirkstoff DHA (Dihydroxyaceton) noch den Wirkstoff Erythrulose. Die Kombi dieser beiden Zuckerverbindungen erzeugt einen zarten, sehr natürlich wirkenden Braunton. Der etwas muffig-süßliche Geruch von Selbstbräunern ist der Eigenduft von DHA (Erythrulose riecht weniger intensiv). Ganz lässt er sich leider auch in modernen Produkten nicht verhindern, doch durch zugesetzte Duftstoffe oder natürliche ätherische Öle zumindest ein wenig maskieren.

Wer doch auf das Sonnenbaden nicht verzichten kann, sollte einen guten Sonnenschutz verwenden. Egal ob Öle, Cremes oder Sprays - der richtige Lichtschutzfaktor ist entscheidend.

Frau Bauch
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Frau Bauch

Schaden Selbstbräuner meiner Haut?

Flüssiger-Bronzer
Die Anwendung der pigmentierten Wässerchen ist nicht ganz leicht, das Ergebnis aber überzeugend: ein natürlich wirkender Hauch von Bräune im Handumdrehen. Wer sich herantraut, hat die Wahl zwischen wässriger Konsistenz und flüssigem Gel, mit und ohne selbstbräunende Eigenschaften. Manche Flüssig-Bronzer eignen sich für Gesicht und Körper, andere geben speziell dem Teint (z.B.von Estée Lauder) oder den Beinen (z.B. von Caudalie) einen zarten Bronze-Look mit Weichzeichner-Effekt.

Flüssig-Bronzer werden direkt dünn auf die gereinigte Haut aufgetragen. Das klappt am besten mit einem Wattepad oder einem Spezial-Handschuh. Unbedingt zügig arbeiten, sonst wird die Bräune streifig. Innerhalb von Sekunden trocknet der Flüssig- Bronzer auf der Haut, färbt dann nicht mehr ab, ist wasserfest und verdünnisiert sich erst wieder mit Seife unter der Dusche. Damit die Bronzer die Haut nicht nur bräunen, sondern zugleich pflegen, stecken nährende Öle und Feuchtigkeit spendende Extrakte in vielen Produkten.

Schaden Selbstbräuner meiner Haut?
Nein, verglichen mit der echten Sonne und der Sonnenbank ist es die mit Abstand gesündeste Art sich zu bräunen. Das Prinzip: Harmlose synthetische Zuckerverbindungen docken an Proteine der oberen Hautschicht an und färben sie bräunlich. Das dauert rund sechs Stunden. Einzige Nebenwirkung: Der Bräunungswirkstoff DHA kann die Haut ein wenig austrocknen, weil er das Wasserbindevermögen der Hornschicht leicht reduziert. Erythrulose verhält sich etwas hautfreundlicher. Wie stark die Haut austrocknet, hängt vor allem vom DHA-Anteil ab. Standard-Selbstbräuner enthalten rund zwei Prozent DHA, Turbo- Töner sogar bis zu fünf Prozent. Wer zu trockener Haut neigt, sollte Selbstbräuner grundsätzlich mit Bodylotion mischen oder einen Selbstbräuner mit Feuchtigkeit spendenden Pflegewirkstoffen wie Thermalwasser oder pflanzlichen Ölen verwenden.
Gut zu wissen: Selbstbräuner schützen nicht vor den UV-Strahlen der Sonne, nur sehr wenige enthalten auch einen Lichtschutzfilter.

Was mache ich, wenn’s schiefgeht?
Sollten Sie schon beim Auftragen merken: Oh, hier und da habe ich zu viel des Produkts genommen – am besten unter die Dusche stellen, alles gründlich abwaschen und von vorn beginnen. In den ersten vier Stunden nach einer Selbstbräuner-Panne helfen SOS-Produkte: Sie stoppen den Prozess, bei dem sich der Selbstbräuner- Wirkstoff mit den Aminosäuren der Haut verbindet (z.B. „Tan Remover“ von St. Tropez, etwa über Amazon). Danach hilft nur noch abwarten.
In den nächsten drei bis fünf Tagen nimmt die Bräune sowieso ab, weil die Oberhaut die angefärbten, bereits abgestorbenen Hornzellen nach und nach abstößt. Das lässt sich durch ein tägliches, intensives Peeling etwas beschleunigen. Was hingegen nie klappt: Tanning-Pannen durch erneu- tes Auftragen von Selbstbräuner auszugleichen.

Besser nicht!
Melanotan-Spritzen. Die synthetisch herge- stellte Substanz wird auch Barbie-Droge genannt. Sie soll die Pigmentzellen der Haut ohne Sonne zum Bräunen anregen. „Das Medikament ist immer noch in der Studienphase zur Testung und hat keine Zulassung zur Bräunung der Haut“, sagt Dr. Marion Runnebaum, Dermatologin aus Jena. Sie warnt vor dramatischen Neben- wirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Kopfweh und sagt klar: „Finger weg!“

Quicktipp: Bronzing-Puder
Wer den Gesichtspuder benutzte, verriet sich früher durch einen grellen, orangebraunen Terrakotta-Teint. Die neuen Sonnenpuder sind anders: Manche bieten bis zur vier Braun-Nuancen in einem Puderstein –die helleren für den Urlaubs-Touch des ganzen Teints, die dunkleren als Rouge. Andere wurden speziell für sehr helle Haut konzipiert. Ebenfalls neu: Bronze-Puder mit feinsten Mineralpigmenten – die verträgt auch eine sehr sensible Haut.
Und so geht’s: ein wenig Bronzer mit einem dicken Puderpinsel aufnehmen, auf dem Handrücken abklopfen. Mit wenig Druck und kreisenden Bewegungen auf dem Gesicht auftragen. Wichtig: Ein Bronzing-Puder mit vielen Gold- oder Kupfer-Pigmenten betont durch seinen Schimmer Fältchen und Unebenheiten – darum nur bei makelloser Haut tragen.

Bräunungscremes
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Bräunungscremes

Produkte: Bräune zum Cremen, Aufsprühen oder Pudern

  1. Nicht fettendes Selbstbräuner-Gel für sensible Haut: „Autohelios“ von La Roche-Posay**, 100 ml ca. 15 Euro
  2. Hypoallergen: „Feuchtigkeitsspendender Selbstbräuner“ von Avène**, 100 ml ca. 15 Euro
  3. Getöntes Gel fürs Gesicht: „Sunific Autobronzant“ von Lierac**, 40 ml ca. 25 Euro
  4. Nicht fettendes Selbstbräunungs- Spray: „Sublime Bronze Express Pro“ von L’Oréal Paris, 150 ml ca. 10 Euro
  5. Im Nu trocken: „Fast Dry Bronze Water Spray“ von Lancaster, 150 ml ca. 26 Euro
  6. Selftan-Spray mit Nylonstrumpf-Effekt für die Beine: „Pedix Feet“ von alessandro, 100 ml ca. 20 Euro
  7. Getönter Flüssig- Selbstbräuner: „Bronz’Express“ von Académie (z. B. bei Douglas), 100 ml ca. 24 Euro
  8. Selbstbräuner- Tuch für dunkle oder helle Haut: „Capital Soleil Autobronzant“ von Vichy**, ca. 2 Euro
  9. Selbstbräunende Bodylotion mit Perlmutt-Glow: „Sunshine & zarter Schimmer“ von Dove, 250 ml ca. 4 Euro

10. Macht göttliche Beine: „Divine Legs“ von Caudalie**, 100 ml ca. 27 Euro

11. Für den Traum- teint: „Bronze Goddess Luminous Liquid Bronzer“ von Estée Lauder, 30 ml ca. 35 Euro

12. Terrakotta-Puder in sechs Farb-Kombis, auch für helle Haut: „Terracotta 4 Seasons“ von Guerlain, ca. 62 Euro

13. Bronze-Puder für dunkle Haut: „Sun Glow Bronzer“ von Beyu, mit SPF 15, ca. 17 Euro

14. Bräunungspuder mit Mineralpigmenten und Süßholz-Extrakt für empfindliche Haut: „Mineral Sun Glow“ von Lavera, 3 Nuancen, ca. 11 Euro


** Apotheke

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