21. Oktober 2011
Bio-Shampoos im Test

Bio-Shampoos im Test

Inzwischen gibt es für jeden Typ eine natürliche Alternative für die Haarwäsche. VITAL hat die Bio-Haarshampoos getestet.

Haare waschen
© iStockphoto
Haare waschen

Bio-Shampoos sind eine gute Alternative zu herkömmlichen Produkten. Wir haben verschiedene getestet und haben für Euch die Ergebnisse zusammengefasst.

Haircare Annemarie Borlind
© Annemarie Borlind
Haircare Annemarie Borlind

„Seide Regenerations Shampoo für strapaziertes Haar“ von Annemarie Börlind, ca. 8,50 Euro

Feiner, leichter Schaum, macht schon beim Einmassieren einen seidigen Eindruck. Auch ohne Spülung hinterher fühlt sich das Haar sehr gepflegt an und trocknet beim Föhnen scheinbar schneller als sonst. Und der praktische Drehverschluss lässt sich sogar mit einer Hand bedienen.

Zertifiziert? Ja: EcoControl.

„Brennessel-Shampoo gegen Schuppen“ von Urtekram
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„Brennessel-Shampoo gegen Schuppen“ von Urtekram

„Brennessel-Shampoo gegen Schuppen“ von Urtekram, ca. 9 Euro

Würzigzitroniger Duft, wenig Schaum, der sich jedoch gut verteilen lässt. Nach dem Trocknen fühlt sich das Haar supersauber an und glänzt schön, ein leichter Dufthauch hält bis abends an.

Zertifiziert: Ja: EcoCert Organic Cosmetic.

„Pureté Naturelle“ von L’Oréal Professionnel Nature
© L’Oréal Professionnel Nature
„Pureté Naturelle“ von L’Oréal Professionnel Nature

„Pureté Naturelle“ von L’Oréal Professionnel Nature, ca. 12 Euro

Duftet leicht zitronigvanillig, ist eher dünnflüssig und schäumt für ein Naturshampoo recht ordentlich (daher sehr ergiebig). Großes Plus für die Pflegewirkung: Auch ohne zusätzlichen Conditioner lässt sich das Haar leicht kämmen, glänzt wunderbar und fällt trotzdem leicht und fluffig.

Zertifiziert? Ja: EcoCert Natural Cosmetic.

„Shampoo Henna Volume Glanz & Fülle“ von Sante
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„Shampoo Henna Volume Glanz & Fülle“ von Sante

„Shampoo Henna Volume Glanz & Fülle“ von Sante, ca. 5 Euro

Ein frischkrautiger Duft, eingebettet in eine angenehm festgelige Konsistenz, die nicht sofort von der Hand fließt. Bildet wenig Schaum, lässt sich aber dennoch sehr gut im Haar verteilen. Nach dem Ausspülen ist es buchstäblich quietschsauber. Da das Shampoo das Haar überhaupt nicht beschwert, wirkt es in trockenem Zustand tatsächlich ein wenig voluminöser.

Zertifiziert? Ja: BDIH und NaTrue.

„Shampoo Glanz Zitrone“ von i+m Naturkosmetik
© i+m Naturkosmetik
„Shampoo Glanz Zitrone“ von i+m Naturkosmetik

„Shampoo Glanz Zitrone“ von i+m Naturkosmetik, ca. 10 Euro

Der Duft erinnert an eine selbst gebackene Tarte Citron – lecker! Sehr feiner, weicher Schaum, praktischer Pumpspender. Das Ausspülen geht ruck, zuck, das Haar fühlt sich schon in nassem Zustand gepflegt an – und glänzt nach dem Trocknen wirklich sensationell.

Zertifiziert? Ja: BDIH und Vegan.

„Baume Capillaire“ von Biologique Recherche
© Biologique Recherche
„Baume Capillaire“ von Biologique Recherche

„Baume Capillaire“ von Biologique Recherche, ca. 50 Euro

Sehr cremige Konsistenz, erinnert mit seinem feinen Duft an eine Hautcreme. Schön intensiver Pflege-Effekt, das Haar ist nach dem Trocknen seidig, aber nicht schwer.

Zertifiziert? Nein.

„Rosmarin Haarwasser“ von Weleda
© Weleda
„Rosmarin Haarwasser“ von Weleda

„Rosmarin Haarwasser“ von Weleda, ca. 8,50 Euro

Dezenter Rosmarinduft. Nach dem Auftragen prickelt die Kopfhaut angenehm und fühlt sich gut durchblutet an. Ideal für den Hallo-Wach-Kick zwischendurch.

Zertifiziert? Ja: NaTrue.

„Repair Haarspitzenfluid Traube Avocado“ von Alverde
© Alverda
„Repair Haarspitzenfluid Traube Avocado“ von Alverde

„Repair Haarspitzenfluid Traube Avocado“ von Alverde, ca. 2,50

Euro Durch das leichte Traubenkernöl wirkt die Konsistenz weniger fettig, eher geligcremig. Darum eignet sich das Fluid auch für glatte feine Haare als Spitzenpflege, ohne dass die Mähne schlappmacht.

Zertifiziert? Ja: NaTrue und Vegan.

„Spülung Jojoba Eibisch“ von Dr. Hauschka
© Dr. Hauschka
„Spülung Jojoba Eibisch“ von Dr. Hauschka

„Spülung Jojoba Eibisch“ von Dr. Hauschka, ca. 13 Euro

Die zitrusartig duftende Spülung lässt sich dank ihrer relativ flüssigen Konsistenz gut im Haar verteilen und pflegt überraschend intensiv. Nach dem Trocknen glänzt das Haar toll, Spliss fällt weniger auf.

Zertifiziert? Ja: BDIH.

„Kokosöl Haarspitzenpflege für strapaziertes Haar“ von Logona
© Logona
„Kokosöl Haarspitzenpflege für strapaziertes Haar“ von Logona

„Kokosöl Haarspitzenpflege für strapaziertes Haar“ von Logona, ca. 5 Euro
Sehr natürlicher, vanilliger Kokosduft. Eine winzige (!) Menge genügt, und die Haarspitzen sehen weniger splissig aus, sie glänzen sogar!

Zertifiziert? Ja: EcoControl, BDIH, NaTrue und Vegan.

„Föhnfestiger Bambus“ von Logona
© Logona
„Föhnfestiger Bambus“ von Logona

„Föhnfestiger Bambus“ von Logona, ca. 8 Euro

Der herbfrische Duft hält sich noch Stunden nach der Anwendung im Haar. Das Produkt schützt das Haar vor Föhnhitze, verleiht tollen Glanz.

Zertifiziert? Ja: BDIH und NaTrue.

„B5 Design Gel“ von Aubrey Organics
© Aubrey Organics
„B5 Design Gel“ von Aubrey Organics

„B5 Design Gel“ von Aubrey Organics, ca. 15 Euro

Das feine Gel lässt sich gut verteilen und erleichtert das Kämmen. Nach dem Trocknen fällt das Haar leicht und füllig, Spliss ist weniger sichtbar.

Zertifiziert? Ja: Vegan und Leaping Bunny.

„Laque Fixante Forte“ von La Biosthétique
© La Biosthétique
„Laque Fixante Forte“ von La Biosthétique

„Laque Fixante Forte“ von La Biosthétique, ca. 20 Euro

Duftet zart nach Orangen und gibt dem Haar viel Halt – ohne es zu verkleben. Lässt sich leicht wieder ausbürsten.

Zertifiziert? Ja: EcoCert Natural Cosmetic.

„Schaumfestiger“ von Farfalla
© Farfalla
„Schaumfestiger“ von Farfalla

„Schaumfestiger“ von Farfalla, ca. 11 Euro

Fluffiger Schaum mit herrlichem Orangenduft aus einem praktischen Pumpspender. Verteilt sich gut im Haar und bringt deutlich mehr Fülle.

Zertifiziert? Ja: BDIH.

„Styling-Haargel“ von Lavera
© Lavera
„Styling-Haargel“ von Lavera

„Styling-Haargel“ von Lavera, ca. 7 Euro

Leichtes, nicht klebriges Gel, das sich gut einarbeiten lässt und kurzem Haar mehr Stand und Struktur gibt. Der Duft erinnert an Zitrone.

Zertifiziert? Ja: BDIH.≈

Haare waschen
© iStockphoto
Haare waschen

Naturprodukte für die Haare

Waschen, Pflege und Styling – da hat sich viel bewegt: Naturprodukte können endlich genau so viel wie herkömmliche Haarkosmetik. In den Läden stehen Spezialisten für Volumen und fettiges Haar, Farbverstärker und Relaxer, Haarsprays, Wachse und Gele auf Naturbasis. Wir haben mal genauer hingeguckt und erklären noch mal die verschiedenen Gütesiegel.

Natürliche Cocktails

Statt synthetischer Tenside mit Reizpotenzial kommen in Naturshampoos Zuckertenside aus Kokos- oder Palmkernöl und Zuckerrohr oder Mais zum Einsatz. Die reinigen besonders mild und sind biologisch gut abbaubar. Pflanzliche Öle und Extrakte übernehmen in Shampoos, Spülungen und Kuren die Rolle der sonst üblichen Silikone, um Haare zu glätten. Als Konservierungsstoffe ersetzen ätherische Öle, alkoholische Pflanzenauszüge oder Alkohol die allergieverdächtigen Parabene. Und in Stylingprodukten bringen natürliche Harze wie Schellack oder Bierextrakt Fülle und Stand in den Ansatz.

Naturkosmetik=Bio-Kosmetik?


Nein. Viele Naturkosmetik-Hersteller bemühen sich zwar, so viele Rohstoffe wie möglich in Bio-Qualität anzubieten, aber nicht alle Inhaltsstoffe sind kontrolliert organisch angebaut und in ausreichender Menge verfügbar. Einen hohen Bio-Anteil garantieren Produkte mit dem NaTrue- oder EcoCert-Siegel.

Auch ohne Siegel gut

Einige Naturkosmetikfirmen haben aber auch Produkte ohne Siegel im Programm. „Für unsere Haarpflegeprodukte stellen wir die Wirksamkeit über die Zertifizierung“, sagt Sabine Kästner von Lavera. „So mancher pflegende Inhaltsstoff, wie z.B. Panthenol, kommt aus dem Labor, obwohl sich das aus Wassermelonen herstellen lässt. Aber die Methode ist noch nicht wirtschaftlich. Trotzdem wurde das Produkt von "Öko-Test" als 'sehr gut' benotet.

Haargenau der Richtige


Natur-Pflegeserien bedienen inzwischen jedes Bedürfnis und jeden Haartyp. So schützt beispielsweise Mango-Milch oder Jojobaöl coloriertes Haar vor Farbverlust. Henna- und Bierextrakte erzeugen Volumen, Kokosöl und Seidenextrakte polieren die Mähne auf Hochglanz, und eine fettige Kopfhaut kommt mit Brennnessel oder Zitronenmelisse wieder ins Lot.

Das erste Mal

Wer auf Natur umsteigt, muss ein bisschen Geduld haben. Das Haar braucht einige Wochen, um sich an die neuen Pflegestoffe zu gewöhnen. Anfangs kann es etwas störrisch reagieren, sich schlechter entwirren lassen oder sich weniger geschmeidig anfühlen. Das gibt sich aber innerhalb von zwei bis drei Monaten. Am besten zuerst ein- bis zweimal ein Anti-Schuppen-Shampoo auf Naturbasis verwenden: Das löst die angelagerten Pflegestoffe des bisherigen Shampoos schneller aus dem Haar.

Warum die Preisunterschiede?

Manche Naturshampoos kosten nur zwei Euro, andere über zehn. Ein Grund sind die Rohstoffe: Sesam- oder Mandelöl ist teurer als Oliven- oder Sojaöl. Auch Art und Qualität der Tenside beeinflussen den Preis. „Weil hautverträgliche Tenside weniger schäumen, werden in Shampoos mitunter zusätzlich relativ teure Co-Tenside eingesetzt“, erklärt Jean-Claude Richard, Produktentwickler von Farfalla. „Es kommt auch auf den Anteil der Extrakte an und ob echte ätherische Öle oder nur daraus gewonnene preiswertere Isolate verwendet werden.“ Für die Käufer zählt aber letztendlich nicht allein der Preis, sondern auch, wie sie mit dem Produkt zurechtkommen.

Haarseife und Wascherde - zwei noch wenig bekannte Shampoo-Alternativen

Haarseifen bestehen meistens aus Oliven- oder Kokosöl, manchmal mit einem Schuss Schwarzkümmel- oder Lorbeeröl. Widerspenstige, kräftige oder lockige Haare mögen diese Pflege. Feines und glattes Haar reagiert schnell überfordert. Das zeigt es mit fettigen Partien, gern am Ansatz. Bei öliger oder gereizter Kopfhaut kann Wascherde (auch Lavaerde, Ghassoul oder Rhassoul genannt) die Haut beruhigen und sanft entfetten. Unbedingt gründlich ausspülen, sonst wirkt das Haar stumpf. Wascherde wird in Pulverform verkauft (von Safea) oder als feste Stückchen (von GarSia) zum Auflösen.

Haare färben - auch bio oder klassisch? Das erfahren Sie hier.

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