5. Mai 2014
Augen auf!

Augen auf!

Immer sanfter, immer pflegender, immer wirksamer – neue Mascaras und Spezial-Seren punkten mit besonderen Rezepturen und verleihen den Wimpern herrlich natürlichen Schwung, deutlich mehr Fülle und Länge. Ob mit oder ohne Farbe – wir haben es jetzt gern: je länger, je lieber!

Wimpern
© Thinkstock
Wimpern

Rein biologisch betrachtet

Wimpern gelten als Hautanhangsgebilde, als feine Borsten, und sind versetzt angeordnet, um mit einem Schlag Fremdkörper abzuwehren. Auch die Wimpern durchlaufen den klassischen Haarzyklus über die Wachstums- (=Anagen-), die Übergangs- (=Katagen-) sowie die Ruhephase (=Telogen-Phase). Jedoch im Zeitraffer: mit 60 bis 90 (manchmal auch 100 bis 150) Tagen Lebensdauer. Durch innere Erkrankungen, z. B. der Schilddrüse, können sie dünn und spröde werden – und sie reagieren auf Hormonschwankungen; z. B. in der Pubertät, den Wechseljahren.

Sichtbar strahlender und intensiver

Dichte, dunkle, schwungvolle Wimpern lassen die Iris leuchten und machen den Blick intensiver. So helfen Sie nach: In kleine Lücken im Wimpernkranz zuerst Kajalpunkte am Lidrand setzen. Dann das Mascarabürstchen am oberen Wimpernansatz anlegen, leicht hin und her bewegen, denn ein dichter Wimpernkranz gibt am meisten Ausdruck. Nun erst die inneren und danach die äußeren Härchen tuschen, zum Schluss die Mitte. Kurz trocknen lassen, wiederholen. Braune Farben lassen übrigens blaue Augen mehr strahlen, Violett intensiviert grüne.

Der oder Die?

Da ist der Duden eindeutig: die Mascara! Das Wort Mascara stammt aus dem Italienischen und bedeutet „Maske“, weshalb es die Mascara heißt. Die Form „der Mascara“ wird eher zur Bezeichnung des Stifts bzw. der Bürste verwendet.

Augenscheinlich immer verträglicher

Bei ihrem letzten Test im Jahr 2012 bescheinigt „Stiftung Warentest“ auch Nicht-Bio-Mascaras verträgliche Inhalte: „Blei, Quecksilber oder Kadmium, die früher in Mascaras vorkamen, fanden wir in den Tuschen nicht mehr. Entwarnung können wir auch für krebserregende Nitrosamine geben. Die können bei Herstellung und Lagerung entstehen. Sie waren in keiner Tusche nachzuweisen. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe können über rußhaltige Pigmente in Mascaras gelangen. Im Test fanden sie sich, wenn überhaupt, nur in winzigsten Spuren. Nach wissenschalicher Einschätzung als nicht bedenklich einzustufen.“

Auch beim Sport: am liebsten mit Mascara

„Mascara ist laut einer aktuellen Umfrage von VKE und TNS-Infratest 2013 das am häufigsten verwendete dekorative Kosmetikprodukt. Rund 40 Prozent der befragten Frauen verwenden täglich bzw. nahezu täglich Mascara“, sagt Martin Ruppmann, Geschäsführer VKE-Kosmetikverband. „Für den Arbeitstag tragen 45 Prozent Mascara auf, 36 Prozent Eyeliner oder Kajal und 28 Prozent Lidschaen.“ Sogar beim Sport schminken sich 40 Prozent der Frauen, die meisten (17 %) mit – natürlich – Mascara.

Die richtige Wimpernpflege

Daran erkennen Sie Nickelspuren

Nickel ist das häufigste Kontaktallergen. Probleme werden in der Regel durch Modeschmuck oder Jeansknöpfe verursacht, aus denen sich Nickel durch Schweiß bei Hautkontakt löst. Daher sind Metall-Accessoires, aus denen sich Nickel freisetzen kann, seit Jahren verboten. Geringe Nickelgehalte können mit Mineralpigmenten wie Eisenoxid in Mascara oder Lidschaen gelangen, so „ÖKO-TEST". Nickel löst sich daraus meist nur in winzigen Mengen, die in Einzelfällen für Menschen problematisch sein können, die bereits unter einer Kontaktallergie leiden. Diese geringen Gehalte reichen jedoch nicht aus, um für eine Nickel-Allergie zu sensibilisieren. Wer eventuelle Nickelrückstände meiden muss oder will, kann Eisenoxide an Bezeichnungen auf der Verpackung erkennen: CI 77499, CI 77491, CI 77492.

Wimpernpflege

„Wimpern brauchen ebenso Pflege wie das Haar“, sagt Dermatologe Dr. Frank M. Schaart aus Hamburg. Auch wer nicht oder selten tuscht, sollte mindestens zweimal pro Woche mit sanften Lotionen Schüppchen und Talgreste zwischen den Wimpern entfernen. Für seidigen Glanz empfiehlt der Experte: Ein weiches, glattes Tuch mit Pflanzenöl (z.B. Jojoba) benetzen, knicken und die Wimpern ganz leicht damit ausstreichen.

Kein Härchen gleicht dem anderen

Es gibt sie nicht, die eine, die beste, die Tusche, die für jede Wimper das Optimale bietet. Visagisten wissen das und verwenden mehrere – z. B. erst eine für mehr Länge, dann für die Dichte. Viel Volumen geht nur mit viel Farbe. Liegt davon viel auf den Härchen, können sie logischerweise nicht optimal getrennt werden. Grundsätzlich funktionieren dünne Bürsten bei langen Wimpern, sie geben nicht zu viel Farbe ab, die sonst leicht verklebt; kurze und feine Wimpern brauchen dicke Bürstchen, die viel Farbe hinterlassen.

Monsieur Mascara

Jean-Louis Guéret ist das „Master Mind“ der Branche. Rund 400 verschiedene Tuschen hat er für die L’Oréal-Gruppe entwickelt, u.a. die Bestseller für Lan- côme (2013 wieder weltweit Marktführer mit 20,4 % vor ARTDECO mit 9,9 %). Den Urknall der Tuschenflut datiert er auf 1986. „Damals erfanden wir die erste clevere Bürste“. Seitdem überbieten sich die Firmen mit immer raffinierteren Formen.

Mehr Fülle Essen

Wie das Haar reagieren Wimpern (neudeutsch-schick: „lashes“) auf Mangel an Vitaminen, Zink, Eisen und Selen. Bei brüchigen Härchen kann eine zusätzliche Kur mit Nahrungsergänzungsmitteln (z.B. „innéov Haarfülle“) helfen. Dazu unterstützen ausreichend Schlaf und Sport, der die Durchblutung der Haarwurzeln im Lidrand anregt, den gesunden Nachschub.

Lade weitere Inhalte ...