Qualität statt Quantität

Fast die Hälfte aller Frauen schläft schlecht. Woran das liegt, hat jetzt die Wissenschaft erforscht.

gesunder Schlaf


Qualität statt Quantität 

 

Viele denken: Am besten schläft es sich ohne Licht und Lärm. Aber das stimmt nicht ganz. Wer meint, dass er sich mit Ohrstöpseln und komplett abgedunkelten Räumen einen Gefallen tut, irrt. Ganz reizarm darf unsere Schlafumgebung nämlich auch nicht sein. So erlebten Probanden im Schlaflabor der Universitätsklinik für Neurologie in Wien absolute Stille als unheimlich. Typische Geräusche einer vertrauten Umwelt „singen“ uns gleichsam in den Schlaf. Aber selbst in einer bekannten Umgebung schlafen wir nie ganz durch. „Es ist völlig normal, nachts hin und wieder aufzuwachen“, berichtet Dr. Tilmann Müller vom Zentrum für Schlafmedizin des Universitätsklinikums Münster. „Meist geschieht dies beim Wechseln der Schlafpositionen“, sagt der Schlafforscher. „So sorgen wir für eine ständige Durchblutung. Und das Gehirn arbeitet gleichzeitig weiter.“ Wie viel Schlaf jeder von uns braucht, ist individuell sehr verschieden. Die optimale Schlafzeit gibt es zwar nicht, aber sieben Stunden pro Nacht sind eine gute Orientierung. Viel wichtiger als die Dauer ist die Qualität der Nachtruhe.

Zu wenig Schlaf macht krank
Müdigkeit schadet unserem Körper auf Dauer. Setzt man Menschen, die weniger als sieben Stunden schlafen, gezielt Schnupfenviren aus, erkranken sie dreimal so oft an Husten und Heiserkeit wie Probanden, die mindestens acht Stunden schlafen. An der Warwick Medical School im britischen Coventry wurde die Schlafdauer von rund 10 300 Beamten im Alter von 35 bis 55 Jahren untersucht. Bei nur fünf Stunden Schlaf pro Nacht stieg das Risiko, an Bluthochdruck oder Diabetes zu erkranken, um das Doppelte. Und Schlafmangel macht auch dick, wie Forscher der Case Western Reserve University in Cleveland herausfanden. Sie untersuchten mehr als 68 000 Frauen im Alter von 39 bis 65 Jahren. Zu Beginn wogen die Teilnehmerinnen, die fünf Stunden oder weniger schliefen, durchschnittlich 2,5 Kilogramm mehr als die „Langschläferinnen“ mit sieben Stunden Schlaf pro Nacht. Nach 16 Jahren hatten die „Kurzschläferinnen“ im Durchschnitt weitere 1,5 Kilogramm zugenommen. Erstaunlich, denn sie ernährten sich ähnlich wie die Vergleichsgruppe und machten ebenso viel Sport. Es gibt also viele gute Gründe, sich gemütlich einzukuscheln, die Augen zu schließen und zu schlafen. Es ist das Einfachste, was Sie für Ihre Gesundheit tun können.  

Autor: Vera Vaelske

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