
Der 1. März ist für viele ein Datum der Hoffnung. Die Tage werden spürbar länger, die Lust auf Aktivitäten im Freien steigt. Doch biologisch gesehen stecken wir noch im tiefsten Winter-Loch. Da unser Körper Vitamin D über die Wintermonate aus den im Sommer angelegten Speichern bezieht, sind diese Anfang März bei einem Großteil der Bevölkerung nahezu aufgebraucht.
Die „März-Falle“: Warum Sonne tanken noch nicht reicht
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass die ersten kräftigen Sonnenstrahlen im März bereits die Vitamin-D-Produktion ankurbeln. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) stellt jedoch klar:
Der Einfallswinkel entscheidet: In Deutschland steht die Sonne bis weit in den April hinein zu flach. Die notwendige UV-B-Strahlung wird fast vollständig von der Atmosphäre geschluckt.
Eigensynthese unmöglich: Ohne Supplementierung oder eine extrem Vitamin-D-reiche Ernährung sinkt der Spiegel im März weiter ab, anstatt zu steigen.
Warnung vor dem „Hochdosis-Hype“
Gerade zum Frühlingsstart greifen viele aus Verzweiflung zu extrem hochdosierten Präparaten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt in aktuellen Stellungnahmen (2025/2026) jedoch vor einer gefährlichen Selbstmedikation:
Die 20-Mikrogramm-Regel: Für die meisten Erwachsenen ist eine tägliche Dosis von 20 Mikrogramm (800 IE) völlig ausreichend.
Nierenrisiko: Wer ohne ärztliche Rücksprache Präparate mit 20.000 IE oder mehr einnimmt, riskiert eine Überdosierung, die zu Nierenschäden und Herzrhythmusstörungen führen kann.
3 Tipps für den perfekten Start in den Frühling
Damit Sie die Frühjahrsmüdigkeit überwinden, ohne Ihre Gesundheit zu gefährden, raten Experten zu folgendem Vorgehen:
Status-Check: Lassen Sie Ihren Wert beim Hausarzt bestimmen, bevor Sie zu Hochdosis-Mitteln greifen.
Kombination beachten: Vitamin D braucht Fett, um vom Körper aufgenommen zu werden. Nehmen Sie Ihr Supplement am besten zur Hauptmahlzeit ein.
Bewegung an der Luft: Auch wenn die Sonne noch kein Vitamin D liefert, hilft das Tageslicht dabei, den Melatoninspiegel zu senken und die Stimmung zu heben.
Quellen
DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung): Vitamin D – Die Referenzwerte für die Zufuhr (Grundlage für die Dosierungsempfehlung von 20 µg).
BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung): Nahrungsergänzungsmittel: Hohe Vitamin-D-Dosen können die Gesundheit schädigen (Warnung vor Überdosierung).
RKI (Robert Koch-Institut): Antworten des RKI auf häufig gestellte Fragen zu Vitamin D (Details zur Eigensynthese und dem Sonnenstand in Deutschland).
Deutscher Wetterdienst (DWD): Lexikon: Meteorologische Jahreszeiten (Definition des Frühlingsbeginns am 1. März).


