Vegetarische Ernährung und Krebs: Studie zeigt Vorteile – und eine mögliche Ausnahme

Eine fleischlose Ernährung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Doch wie wirkt sich der Verzicht auf Fleisch tatsächlich auf das Krebsrisiko aus? Eine große Metaanalyse im British Journal of Cancer liefert dazu differenzierte Ergebnisse.

Frau schneidet Gemüse© iStock/vadimguzhva
Wer auf Fleisch verzichtet, hat laut Studie bei manchen Krebsarten ein geringeres Risiko.

Die Studie analysierte Daten von rund 1,77 Millionen Menschen aus mehreren Ländern über einen Zeitraum von durchschnittlich 16 Jahren. Untersucht wurden verschiedene Ernährungsformen, darunter Fleischesser, Fischesser, Vegetarier und Veganer.

Unterschiedliche Effekte je nach Krebsart

Die Ergebnisse zeigen, dass vegetarische Ernährung mit einem geringeren Risiko für einige Krebsarten assoziiert ist. Dazu zählen insbesondere:

  • Nierenkrebs (ca. 28 % geringeres Risiko)

  • Multiples Myelom (ca. 30 % geringeres Risiko)

Auch für einige weitere Krebsarten wurden niedrigere Risiken beobachtet, allerdings waren diese Effekte weniger konsistent.

Wichtig ist: Die Studie zeigt Zusammenhänge, aber keine eindeutigen Ursache-Wirkungs-Beziehungen.

Erhöhtes Risiko bei Speiseröhrenkrebs – mit Einschränkungen

Für eine spezielle Form von Speiseröhrenkrebs wurde bei Vegetariern ein erhöhtes Risiko beobachtet. Dieses Ergebnis basiert jedoch auf einer vergleichsweise kleinen Anzahl von Fällen und sollte daher vorsichtig interpretiert werden.

Die Studie selbst liefert keine gesicherten Erklärungen für diesen Zusammenhang.

Einfluss von Lebensstilfaktoren

Ein zentraler Punkt der Analyse ist, dass sich Vegetarier in mehreren gesundheitsrelevanten Faktoren von Fleischessern unterscheiden. Dazu zählen unter anderem:

  • geringere Rauchrate

  • niedrigerer Alkoholkonsum

  • häufig geringeres Körpergewicht

Diese Unterschiede können das Krebsrisiko ebenfalls beeinflussen und lassen sich statistisch nicht vollständig voneinander trennen.

Bedeutung der Ernährungsqualität

Unabhängig von der Ernährungsform spielt die Qualität der Ernährung eine entscheidende Rolle. Pflanzlich geprägte Ernährungsweisen enthalten im Durchschnitt mehr Ballaststoffe sowie bestimmte Mikronährstoffe.

Gleichzeitig können bei einer unausgewogenen vegetarischen oder veganen Ernährung einzelne Nährstoffe in geringerer Menge aufgenommen werden. Eine bewusste Lebensmittelauswahl ist daher wichtig.

Fazit

Die aktuelle Studienlage zeigt ein differenziertes Bild: Eine vegetarische Ernährung ist mit einem geringeren Risiko für einige Krebsarten verbunden, jedoch nicht mit einem generellen Schutz vor Krebs.

Entscheidend für die Gesundheit ist nicht allein die Ernährungsform, sondern das Zusammenspiel mehrerer Faktoren – darunter Ernährung, Lebensstil und individuelle Risikofaktoren.

Quellen
  1. Vegetarian diets and cancer risk
  2. Vegetarian, vegan diets and multiple health outcomes