Sport bei Depression: Laut Analyse ähnlich wirksam wie Psychotherapie oder Antidepressiva

Körperliche Aktivität kann depressive Symptome verringern – und schneidet in wissenschaftlichen Auswertungen ähnlich ab wie Psychotherapie oder medikamentöse Behandlung.

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Frau trainiert mit einem Fintessband© iStock/Taras Grebinets
Dass körperliche Aktivität die mentale Gesundheit unterstützt, war bereits bekannt. Eine neue Metaanalyse geht aber deutlich weiter.

Körperliches Training kann dazu beitragen, depressive Beschwerden zu reduzieren – und zeigt in wissenschaftlichen Analysen eine vergleichbare Wirksamkeit wie psychotherapeutische Verfahren oder eine Behandlung mit Antidepressiva.

Zu diesem Ergebnis kommt eine systematische Übersichtsarbeit von Cochrane, ein internationales, unabhängiges Forschungsnetzwerk.

Bewegung reduziert depressive Symptome

Grundlage der Berichterstattung ist eine umfassende Analyse randomisierter kontrollierter Studien. Insgesamt wurden 69 Studien berücksichtigt, in denen untersucht wurde, wie sich körperliches Training auf depressive Beschwerden auswirkt.

Die Ergebnisse zeigen: Im Vergleich zu keiner Behandlung führt körperliche Aktivität zu einer stärkeren Reduktion depressiver Symptome. Das bedeutet, dass Bewegung gegenüber Nicht-Behandlung einen klaren Vorteil aufweist.

Kein signifikanter Unterschied zu Psychotherapie oder Medikamenten

Vergleicht man Bewegung jedoch direkt mit Psychotherapie oder mit Antidepressiva, ergibt sich laut Auswertung kein statistisch signifikanter Unterschied in der Wirksamkeit. Anders formuliert: Auf Basis der verfügbaren Studiendaten reduziert körperliches Training depressive Symptome in ähnlichem Ausmaß wie psychotherapeutische oder medikamentöse Verfahren.

Dabei betonen die Autorinnen und Autoren, dass die zugrunde liegende Evidenz überwiegend als niedrig bis sehr niedrig eingestuft wurde. Viele der eingeschlossenen Studien waren klein, und Aussagen zur langfristigen Wirkung bleiben unklar.

Nebenwirkungen und Evidenzlage

Unerwünschte Effekte durch körperliche Aktivität wurden in den untersuchten Studien selten berichtet. Dennoch schränkt die Qualität der verfügbaren Daten die Aussagekraft ein. Die Ergebnisse deuten zwar auf eine vergleichbare Wirksamkeit hin, erlauben jedoch keine abschließende Bewertung mit hoher Sicherheit.

Hinweis für Betroffene

Depressionen sind eine ernstzunehmende Erkrankung. Wenn Sie bei sich selbst oder bei Angehörigen entsprechende Symptome bemerken, suchen Sie bitte professionelle Hilfe. Hausärztinnen und Hausärzte, Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie sowie approbierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können beraten und geeignete Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen.

In akuten Krisensituationen wenden Sie sich bitte sofort an den Notruf (112) oder an eine psychiatrische Notfallambulanz. Kostenfreie und anonyme Unterstützung bietet außerdem die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr erreichbar).

Quellen
  1. Deutsches Gesundheitsportal
  2. Exercise for depression