15. April 2021
PLURV-Methoden: So verdrehen Corona-Leugner die Fakten

PLURV: Mit dieser Methode verdrehen Corona-Leugner die Fakten

Ob Corona-Pandemie oder Klimawandel – Wissenschaftsleugner verdrehen nach dem PLURV-Prinzip gerne die Fakten, um Desinformation zu verbreiten und Verschwörungstheorien plausibel erscheinen zu lassen. Das sind die PLURV-Methoden.

Komplizierte Sachverhalte wie der Klimawandel oder die Corona-Pandemie stellen viele Menschen vor persönliche oder berufliche Herausforderungen. Jeder geht anders mit der daraus entstehenden Frustration um – die einen konstruktiv, die anderen destruktiv. Konträr zum wissenschaftlichen Konsens tauchen Fehlinformationen sowie Verschwörungstheorien auf und werden fahrlässig unter Leichtgläubigen verbreitet, für die eine neue Realität mit „einfacheren“ Erklärungen entsteht. Dies geschieht nach dem sogenannten PLURV-Prinzip.

PLURV: Die Methoden der Desinformation

PLURV beschreibt einerseits Denkfehler, andererseits sogar bewusst getroffene falsche Annahmen sowie Aussagen, die den wissenschaftlichen Konsens der führenden Forscher auf dem jeweiligen Gebiet völlig außer Acht lassen. Laien erklären sich so die zum Teil äußerst komplizierten Sachverhalte auf einfache Art und Weise – lassen dabei jedoch entscheidende Fakten weg oder verdrehen sie. Aufhetzer und Demagogen machen sich die einzelnen PLURV-Methoden zunutze, um zu polarisieren, Aufmerksamkeit zu generieren oder Anhänger um sich zu scharen.

Doch wie geht das? Und wieso fallen einige Menschen auf diese PLURV-Methoden herein? PLURV ist ein Akronym und steht für:

  • Pseudo-Experten: Unqualifizierte Personen, die sich in der Öffentlichkeit lautstark äußern und ihre Autorität nutzen, z.B. einen akademischem Titel oder anderweitiges Ansehen, um als Experten wahrgenommen zu werden. Beispielsweise ein pensionierter oder fachfremder Wissenschaftler, der den aktuellen Stand der Forschung nicht kennt oder falsch deutet.
  • Logik-Fehler: Aus wissenschaftlichen Daten oder Erkenntnissen werden falsche Schlüsse gezogen und zum Teil mit irreführenden Analogien untermauert wie „die Grippe tötet mehr Menschen als Covid-19. Corona ist also gar nicht so schlimm.“
  • Unerfüllbare Erwartungen: Von Wissenschaftlern oder Forschungsgruppen wird Unmögliches verlangt, z.B. perfekte Corona-Tests oder Vorhersagen der Pandemie-Entwicklung mit 100-prozentiger Genauigkeit. Wenn die Erwartungen nicht komplett erfüllt werden, wird die gesamte Forschungsgruppe oder die Wissenschaft an sich angezweifelt.
  • Rosinen-Pickerei: Ein einzelner Aspekt, eine Anekdote oder ein Einzelfall wird herausgepickt und als Gegenbeweis zum wissenschaftlichen Konsens aufgeführt, z.B. „mein Schwager hatte Covid-19 ohne jegliche Symptome. So schlimm kann die Krankheit also nicht sein.“
  • Verschwörungstheorien: Verführerisch einfache Lösungen oder Erklärungen werden für komplexe Probleme angeboten, z.B. dass bestimmte Organisationen oder einzelne Personen wie Bill Gates hinter der Corona-Pandemie stecken, da sie vermeintlich davon profitieren würden.
© SkepticalScience.com / klimafakten.de / gafinen.com
In diesem informativen Poster hat das Team von klimafakten.de die PLURV-Methoden zusammen mit der Illustratorin Marie-Pascale Gafinen anschaulich dargestellt.
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