13. September 2021
My-Variante: Wie gefährlich ist die Corona-Mutation?

My-Variante: Wie gefährlich ist die Corona-Mutation?

In Kolumbien breitet sich die My-Variante schnell aus. Rund 39 Prozent aller Infektionen sind auf die neue Mutante zurückzuweisen, die mittlerweile auch in Europa angekommen ist. Wie gefährlich die Variante ist und wie gut die bisher zugelassenen Impfstoffe schützen, lesen Sie hier.

Alpha, Delta oder Lambda – immer wieder sind in den vergangenen Monaten der Coronapandemie neue Mutationen des Virus aufgetreten, die sich verbreitet haben. In Kolumbien ist zurzeit die My-Variante oder auch Mu-Variante vorherrschend.

Wie tagesschau.de berichtete, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Covid-Mutation als „Variante von Interesse“ eingestuft. Die auch als B.1.621 bezeichnete Variante könnte auf eine mögliche Resistenz gegen Impfstoffe hindeuten, so die WHO. „Die My-Variante verfügt über eine Konstellation aus Mutationen, die das Risiko einer immunevasiven Eigenschaft erkennen.“

My-Variante: Resistent gegenüber Impfstoffen?

Die Variante war erstmals im Januar in Kolumbien aufgetreten. Mittlerweile ist sie auch in anderen südamerikanischen Ländern und in Europa aufgetreten. In Kolumbien gehen 39 Prozent der Corona-Infektionsfälle auf die My-Variante zurück. Die globale Verbreitung beträgt zurzeit nur 0,1 Prozent. In Deutschland wurde My das erste Mal im April nachgewiesen, wie es im Wochenbericht (26. August) vom Robert-Koch-Institut heißt. Wie die WHO in ihrem wöchentlichen Bericht schreibt, trägt die Corona-Variante zahlreiche Mutationen in sich, sodass sie sich einer Immunität entziehen könnte.

Es gebe Hinweise, dass die Antikörper bei Genesenen oder Geimpften weniger wirksam gegen My sind als es bei bisher bekannten Varianten der Fall war. Marco Cavaleri, der Leiter für Impfstoffstrategie der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), nahm hierzu Stellung: „Ich muss jedoch sagen, dass wir noch keine Daten haben, die zeigen, ob sich die My-Variante stark ausbreitet und ob sie eine Chance hat, die Delta-Variante als vorherrschenden Virusstamm zu überholen.“

Um dies eindeutig nachzuweisen, bedarf es weiterer Studien. Auch unklar ist, ob die Mutante leichter übertragbar ist und ob sie häufiger zu schweren Krankheitsverläufen führe.

Auffrischungsimpfung: Biontechs neuer Impfstoff

Der Impfstoffhersteller Biontech/Pfizer reagiert auf die neuen Virusvarianten und will eine Zulassung für eine dritte Impfung ihres Vakzins entwickeln, die effektiver gegen die ansteckende Delta-Variante ist. Eine dritte Impfung könnte sechs bis zwölf Monate nach der zweiten Impfung erforderlich sein.

Einen aktuellen Überblick zur dritten Impfung finden Sie hier.

Video: Corona-Variante "Mu" auf beunruhigendem Vormarsch

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