11. Februar 2021
Lockdown: Fast jedes 3. Kind leidet psychisch!


Lockdown-Auswirkungen: Fast jedes 3. Kind leidet psychisch!


Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hinterlassen ihre Spuren bei Kindern und Jugendlichen. Laut einer Studie ist etwa jedes dritte Kind psychisch auffällig. Ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie haben Beschwerden wie Sorgen oder Ängste weiter zugenommen.

© Julia M Cameron/Pexels
Kontaktbeschränkungen und Homeschooling haben laut Studie negativen Einfluss auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.

Die Auswirkungen der Corona-Krise belasten vor allem Kinder. Ein Drittel von ihnen zeigt ein Jahr nach dem Ausbruch der Pandemie psychische Auffälligkeiten. Das ist das Ergebnis einer zweiten Befragung der sogenannten Copsy-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Im Vergleich zur ersten Befragung sind die Zahlen gestiegen: Sieben von zehn Kindern empfinden ihre Lebensqualität als gemindert, bei der ersten Befragung waren es noch sechs von zehn Kindern. Laut der Untersuchung war vor der Corona-Krise etwa jedes fünfte Kind psychisch auffällig. Die Forscher betonten, dass Auffälligkeiten nicht mit psychischen Störungen oder Krankheiten verwechselt werden dürften.

Sorgen und Ängste der Kinder nehmen zu

Ulrike Ravens-Sieberer, die Leiterin der Studie, sagte, dass psychische Beschwerden wie Sorgen und Ängste der Kinder noch einmal zugenommen hätten – auch depressive Verstimmungen seien verstärkt zu beobachten. In einigen Fällen sind zudem psychosomatische Folgen wie Magen- oder Kopfschmerzen zu beobachten. Ravens-Sieberer erklärt sich dies aufgrund der sich verschlechterten Lebensqualität: Kontaktbeschränkungen, Homeschooling, eine ungesündere Ernährung und weniger Bewegung würden zur Verschlechterung der psychischen Gesundheit beitragen.

Bis zu 40 Prozent der Befragten gaben an, nicht mehr sportlich aktiv zu sein, da die Angebote der Sportvereine und Freizeitaktivitäten fehlen. Familien aus sozial schwachen Haushalten sind vor allem betroffen. „Wer also schon vor der Pandemie Schwierigkeiten hatte, und auch von den Eltern nicht gut unterstützt wird, der hat jetzt als Kind und Jugendlicher noch mehr Probleme“, fasst Ravens-Sieberer zusammen. „Wir brauchen aber verlässlichere Konzepte, um insbesondere Kinder aus Risikofamilien zu unterstützen und ihre seelische Gesundheit zu stärken."

Copsy-Studie: Mehr als 1.000 Kinder und Jugendliche befragt

In der Copsy-Studie wurden von Mitte Dezember bis Mitte Januar rund 1.000 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sieben und 17 Jahren sowie mehr als 1.600 Eltern online befragt. Mehr als 80 Prozent der Befragten hatten bereits bei der ersten Befragung im Juni vergangenen Jahres Antworten abgegeben.

Quellen: tagessschau.de, zeit.de

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