Ratgeber Kurzarbeit während Corona: Das sollten Arbeitnehmer wissen

In der aktuellen Coronakrise geht es vielen Unternehmen an die Substanz: Aufträge oder Kunden fallen weg, Lieferungen können nicht wie gewohnt ausgeführt oder erhalten werden.
Folglich haben viele Arbeitnehmer momentan aufgrund der wegfallenden Tätigkeiten kaum Beschäftigung. Damit Unternehmen ihre Mitarbeiter während dieser Krise nicht entlassen müssen, wurde vom Gesetzgeber die Möglichkeit der Kurzarbeit geschaffen.
Wir erklären, was Sie zu diesem Thema wissen sollten.

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Mittwoch, 29.04.2020: GroKo beschließt höheres Kurzarbeitergeld

Das GroKo-Kabinett hat nach Angaben aus Regierungskreisen am Mittwoch einen Gesetzesentwurf von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) beschlossen. Abhängig von der Dauer der Zwangspause soll das Kurzarbeitergeld in zwei Stufen ab dem 4. und 7. Monat auf bis zu 80 Prozent, für Eltern bis zu 87 Prozent des Lohnausfalls steigen. Wer seinen Arbeitsplatz verliert, soll länger Arbeitslosengeld erhalten.

Donnerstag, 16.04.2020: Kurzarbeit: Was ist Kurzarbeitergeld überhaupt?

Bei dem sogenannten Kurzarbeitergeld handelt es sich um eine Leistung aus der Arbeitslosenversicherung. Unter bestimmten Bedingungen kann ein Betrieb aktuell Kurzarbeit anmelden: Er muss die regelmäßige Arbeitszeit des Mitarbeiters kürzen und dies der zuständigen Agentur für Arbeit anzeigen. Das Kurzarbeitergeld ist dafür da, den Verdienstausfall zumindest zum Teil wieder auszugleichen und Entlassungen zu vermeiden.

Wie viel Kurzarbeitergeld bekomme ich?

Grundsätzlich erhalten Angestellte in Kurzarbeit 60 Prozent, Angestellte mit mindestens einem Kind im Haushalt 67 Prozent ihres Nettogehalts. Die genauen Beträge hängen auch von der Zahlung der Steuern ab. In diesen Tabellen können Sie dies genauer nachschauen.

Berechnung des Kurzarbeitergeldes

Berechnung des Kurzarbeitergeldes für Geringverdiener

Das Kurzarbeitergeld wird dabei, wie das reguläre Gehalt sonst auch, vom Arbeitgeber ausgezahlt – nicht von der Arbeitsagentur. Maximal kann das Kurzarbeitergeld 12 Monate lang ausgezahlt werden. Dies muss allerdings nicht am Stück geschehen. So können Beschäftigte, für die zwischendurch wieder ausreichend Arbeit anfällt, auch mit der Kurzarbeit pausieren.

Nebenjob trotz Kurzarbeit?

Ob man weitere Nebentätigkeiten trotz Kurzarbeit ausüben kann, hängt von einigen Faktoren ab. Wurde der Nebenjob schon vor der Arbeitsstelle in Kurzarbeit ausgeführt, ergeben sich keinerlei Komplikationen. In diesem Fall hat die Geringbeschäftigung keinen Einfluss auf das Kurzarbeitergehalt.
Wer allerdings einen Nebenjob aufnehmen möchte, um sein Kurzarbeitergeld aufzubessern, muss hier enttäuscht werden. Die Nebentätigkeit wird dann auf das Gehalt mit angerechnet. Ausnahmen gelten hier für Nebenjobs in systemrelevanten Bereichen (zum Beispiel im Krankenhaus, Pflegeeinrichtungen, Lieferdienste, Apotheke, Lebensmittelhandel etc.). Minijobs bis 450 Euro pro Monat sind dagegen immer anrechnungsfrei!

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Datum: 29.04.2020

Autor: Silva Oldenburg

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