20. August 2021
Impfauffrischung: Spahn will 3. Impfung für alle

Impfauffrischung: Spahn will 3. Impfung für alle anbieten

Um der vierten Welle bestmöglich zu strotzen, möchte Jens Spahn Auffrischungsimpfungen für alle Bürger anbieten. Vor allem ältere Menschen und Personen, die eine Impfung mit einem Vektorimpfstoff bekommen haben, sollen zunächst eine dritte Impfung erhalten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) möchte Corona-Auffrischungsimpfungen für alle Bürger anbieten. „Eine Booster-Impfung ist von den Zulassungen gedeckt, sie verstärkt und verlängert den Impfschutz“, sagte Spahn den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland.

Auffrischung für gefährdete Personen und Geimpfte mit Vektorimpfstoff

Erste Länder wie Bayern haben bereits mit den Auffrischungen in Pflegeeinrichtungen und für besonders gefährdete Menschen gestartet. Auch Personen, die einen Vektorimpfstoff bekommen haben, sollten eine Auffrischung mit einem mRNA-Vakzin erhalten. „In einem zweiten Schritt können wir dann darüber nachdenken, auch allen anderen eine Auffrischimpfung anzubieten“, betonte der Minister. Die Auffrischungsimpfungen sollen vorwiegend in Arztpraxen verabreicht werden, da ab Ende September viele Impfzentren geschlossen werden. Virologe Christian Drosten vertritt eine andere Meinung. Wie die Bild-Zeitung berichtete, sei laut dem Charité-Chefvirologen eine Auffrischung für die meisten Personen unnötig.

WHO: Impfstoff zunächst an ärmere Länder spenden

In der Woche zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefordert, zunächst Impfstoff an ärmere Länder zu spenden, ehe es zu Drittimpfungen kommt. Spahns Reaktion darauf: „Mein Ziel ist beides: Auffrischimpfungen gewährleisten und den ärmeren Staaten Impfstoff spenden.“ Deutschland spende bereits ausstehende AstraZeneca-Liederungen an die internationale Impfstoffinitiative Covax. Ein weiteres Argument, das Spahn entgegenbringt: „Außerdem wird auf der ganzen Welt die Produktion von mRNA-Impfstoffen hochgefahren. Wir werden die Zeit erleben, da Corona-Impfstoff weltweit im Überfluss vorhanden ist.“

RKI: 4. Welle ist da

Die vierte Welle der Corona-Pandemie hat nach Einschätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) begonnen. Der Anteil der positiven Proben unter den PCR-Labortests sei innerhalb einer Woche von vier auf sechs Prozent gestiegen, heißt es im jüngsten Wochenbericht des Instituts vom Donnerstagabend. Betroffen sind vor allem jüngere Personen. Seit Anfang Juli steige die Inzidenz in den Altersgruppen der 10- bis 49-Jährigen. Die steigenden Infektionszahlen sind aufgrund des höheren Reiseaufkommens zu erklären.

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