29. Juli 2021
Grippe: Kommt im Herbst die Influenzawelle?

Grippe: Kommt im Herbst die Influenzawelle? Experten warnen

Könnte im Herbst nicht nur die vierte Corona-Welle eintreffen, sondern uns auch eine große Grippewelle erwarten? Experten erklären, warum die Grippe in diesem Jahr stärker ausgeprägt  sein könnte und warum es einen Zusammenhang zu den niedrigen Grippefällen aus dem letzten Jahr gibt.

Erwartet uns ein starke Grippewelle?

Droht im Herbst eine Grippewelle? Im letzten haben sich aufgrund der Distanz- und Hygieneregeln weniger Menschen mit der Grippe ansteckt. Das führt dazu, dass der Großteil der Bevölkerung keinen Immunschutz gegen die Influenza aufgebaut hat. Aus diesem Grund könnte laut US-amerikanischen Wissenschaftlern die diesjährige Grippewelle in diesem Winter stärker ausfallen als sonst. „In diesem Jahr hat sich nicht wie üblich ein signifikanter Teil der Bevölkerung mit Grippe infiziert und wurde so immun“, sagte Andy Pekosz, Professor für Mikrobiologie an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health, dem Fernsehsender NBC.

Die Anfälligkeit der Bevölkerung für die Grippe nehme demnach zu. Auch in Deutschland gab es vergleichsweise nur wenige Influenzafälle. In einem Influenza-Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) heißt es: „In der Saison 2020/21 hat sich weder in Deutschland noch in den anderen europäischen Staaten eine auf Bevölkerungsebene messbare Grippewelle aufgebaut.“ Ob eine Grippewelle in diesem Herbst drohen wird, kann das Robert-Koch-Institut auf Anfragen des RedaktionsNetzwerks Deutschland nicht abgeben: „Aber wann und in welchem Ausmaß die weltweite Zirkulation der Grippeviren wieder in Gang kommt und welches Virus beziehungsweise welche Subtypen sich dann verbreiten, weiß man nicht.“

Grippewelle: Abstands- und Hygieneregeln schützen vor Ansteckung

Eine Grippeimpfung kann dem entgegensteuern, vor allem ältere Menschen, Schwangere sowie Personen mit Vorerkrankungen sollten sich gegen die Influenza impfen lassen. Auch das Befolgen der Hygieneregeln wie regelmäßiges Händewaschen oder das Tragen einer Maske können eine Ausbreitung eindämmen.  Bereits im Februar hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekannt gegeben, welche Zusammensetzung des Grippeimpfstoffes sie für die Saison 2021/22 empfiehlt. Grundlage für den Impfstoff sind jeweils die Erreger aus dem Vorjahr. Da die Grippewelle im vergangenen Jahr allerdings ausgeblieben ist und es demnach nur wenige Proben von Influenzastämmen untersucht werden konnten, fürchten Ärzte, dass das Vakzin möglicherweise Konstruktionsschwächen aufweisen könnte. Das könnte bedeuten, dass der Impfstoff nur bedingt vor den zirkulierenden Influenzaviren schützt – somit wäre der Auffrischungseffekt hinfällig.

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