15. Januar 2021
Kommt jetzt die bundesweite FFP2-Maskenpflicht?

Kommt jetzt die bundesweite FFP2-Maskenpflicht?

Um sich besser gegen das Covid-19 zu schützen, herrscht ab dem 18. Januar eine FFP2-Maskenpflicht in Bayern. Macht eine bundesweite FFP2-Maskenpflicht Sinn? Experten sind sich uneinig.

Bayern legt vor: Am kommenden Montag (18. Januar) herrscht die FFP2-Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften in Bayern. Dieser Beschluss heizt jetzt die Debatte an, ob eine bundesweite FFP2-Maskenpflicht während der Corona-Pandemie sinnvoll wäre und wenn ja, wie diese umgesetzt werden sollte.

FFP2-Maskenpflicht ist umstritten

Im Gespräch mit zeit.de nahm Virologe Jonas Schmidt-Chanasit Stellung zur FFP2-Maskenpflicht in Bayern: „Prinzipiell finde ich die Idee gut.“ Aber er betonte auch, dass ein kostenloser Zugang zu den Masken sowie eine Anleitung zur richtigen Benutzung notwendig seien. Auch Gérard Krause vom Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung (HZI) sagte im Interview auf zeit.de, dass FFP2-Masken nachweislich einen besseren Eigenschutz als die einfache chirurgische Mund-Nasen-Bedeckung hätten.

Aber es gibt auch Gegenstimmen. Im Gespräch mit spiegel.de kritisierte Walter Popp, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, dass nicht jede FFP2-Maske auf jedes Gesicht passen würde und an Wangen und Kinn abstehen würden. „Wenn das Atmen schwerer fällt, sitzt die Maske richtig“, so Popp. Vor allem Bartträger könnten die FFP2-Maske nicht korrekt tragen.

Johannes Knobloch, Leiter des Bereichs Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, ist ebenfalls kritisch gegenüber der neuen FFP2-Maskenpflicht: „Ich glaube nicht, dass das einen großen Unterschied macht. Im schlimmsten Fall kann sich die Lage sogar verschlechtern, weil sich die Leute geschützter fühlen und weniger vorsichtig sind“, gab Knoblauch auf spiegel.de zu bedenken.

FFP2-Masken: Unterschied zu Stoffmasken

Die FFP-Masken (Filtering Face Piece) sind ursprüngliche „Staubschutzmasken“ aus dem Handwerk, und dienen als Schutz vor Staub sowie giftigen Stoffen in der Atemluft. Sie werden in unterschiedlichen Kategorien von 1 bis 3 unterteilt, je nachdem wie viele Aerosole die Masken filtern kann. Dabei schützen sie sowohl den Träger, als auch seine Mitmenschen. Die FFP2-Masken müssen mindestens 94 Prozent der Aerosole zurückhalten. Dafür muss sie jedoch eng auf dem Gesicht anliegen, damit sie ihren Träger ausreichend vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen schützen kann. Für den einfachen Mund-Nasen-Schutz gibt es wissenschaftlich keine nachwiesene Schutzfunktion, jedoch ist sie wichtig bei der Eindämmung der Corona-Pandemie.

Laut der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege darf die maximale Tragezeit einer FFP2-Maske nicht länger als 75 Minuten überschreiten. Danach muss mindestens eine Erholungsdauer von 30 Minuten eingehalten werden.

FFP2-Masken sind für den einmaligen Gebrauch gedacht und teurer (ab ca. 3 Euro/Stück, meist nur in größerer Stückmenge erhältlich) im Vergleich zu gewöhnlichen Stoffmasken. Wer zum Beispiel täglich die öffentlichen Verkehrsmitteln nutzt, sollte mehrere Masken zum Wechseln besitzen. 

Ein Forschungsteam der FH Münster beschäftigte sich mit der Wiederverwendbarkeit der Masken und gab folgende Ratschläge zur Reinigung: Die Maske sollte mindestens für sieben Tage auslüften und trocknen und nicht länger als fünf Mal getragen werden. Wenn es schneller gehen soll, kann die Maske bei 80 Grad bei Ober-und Unterhitze für eine Stunde in den Ofen getrocknet werden. Höhere Temperaturen beschädigen die Maske.

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