EU-Behörde warnt vor diesem Hustensaft

EU-Behörde warnt vor diesem Hustensaft

Pholcodin war in Deutschland schon seit 2001 nicht mehr zugelassen. Nun endlich hat auch die Europäische Arzneimittelbehörde eine Warnung ausgesprochen und will die EU-Zulassung entziehen.

EU-Zulassung für Mittel mit Pholcodin sollen zurückgezogen werden

Schon seit vielen Jahren stehen Arzneimittel mit dem Wirkstoff Pholcodin unter genauer wissenschaftlicher Begutachtung. Immer wieder prüften Forschende und Behörden, wie sicher pholcodinhaltige Mittel wirklich sind. Nun kam die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) zu dem Schluss, dass die EU-Zulassungen für Mittel mit Pholcodin entzogen werden sollte.

Pholcodin wird vor allem in Hustensäften eingesetzt und soll den Hustenreiz unterdrücken. Das Mittel wirkt direkt im Gehirn und lähmt den Hustenreflex. Damit wird unproduktiver, trockener Husten behandelt.

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Ein Ausschuss der EMA, der sich mit der Sicherheit von Arzneimitteln auseinandersetzt, begründete die Warnung nun mit neusten Forschungsergebnissen aus Frankreich, die bereits bestehende Verdachte bezüglich der Gefährlichkeit des Wirkstoffs bestätigten.

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Darum ist Pholcodin so gefährlich

Pholcodin stand schon länger in Verdacht, schwere allergische Reaktionen auslösen zu können. Beruhigend: In Deutschland wurde dem Wirkstoff schon 2001 die Zulassung entzogen. Seither durften pholcodinhaltige Arzneien hierzulande nicht mehr eingesetzt werden. Eine europaweite Empfehlung der entsprechenden Behörden gab es aber bislang nicht.

Pholcodin wirkt als Opioid direkt im Gehirn, wo es Nervensignale hemmt. In der erwähnten französischen Studie wurde nun beobachtet, dass nach der Einnahme von Pholcodin mitunter lebensbedrohliche Reaktionen auf Arzneimittel gegen neuromuskuläre Blockaden entstehen können. Das bedeutet: Wer Pholcodin eingenommen hatte und im Zuge eines operativen Eingriffs ein Medikament zur Vollnarkose erhielt, hatte ein stark erhöhtes Risiko, eine lebensbedrohliche Reaktion zu entwickeln.

So geht es jetzt weiter

In ihrer Dezembersitzung hat die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) der Empfehlung ihres Ausschusses für Risikobewertung von pharmazeutischen Mitteln mehrheitlich zugestimmt. Die EMA selbst aber kann bestimmte Arzneien nicht verbieten. Um rechtswirksame Verbote in der EU zu erwirken, muss die Europäische Kommission ins Spiel gebracht werden. Und diese wurde nun von der EMA über ihre Empfehlung gegen die Zulassung von Pholcodin unterrichtet. Es liegt jetzt bei der Kommission, ein EU-gültiges Verbot auf die Beine zu stellen.

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