3. Februar 2021
Drosten: Corona-Impfung zeigt erste Effekte nach Ostern

Drosten: Corona-Impfung zeigt erste Effekte nach Ostern

Virologe Christian Drosten bewertet die Impfverteilung gegen das Coronavirus als positiv. Allerdings würden sich erst nach Ostern erste Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen zeigen. Von daher warnt der Experte vor zu frühen Lockerungen der Corona-Maßnahmen.

Grippeimpfung
© panumas nikomkai/iStock
Laut Einschätzungen des Virologen Drosten könnten im Juni rund 50 Millionen Menschen in Deutschland geimpft sein.

In der neuesten Ausgabe des Podcasts „Coronavirus-Update“ hat Virologe Christian Drosten die aktuelle Entwicklung der Verteilung der Impfstoffe beurteilt. „Ich bin total positiv überrascht über die in Aussicht stehenden Impfstoff-Lieferungen“, so der Experte. Die Situation sei viel besser, als er gedacht habe. Bis Ende Juni könnten laut Drosten mehr als 50 Millionen Menschen in Deutschland geimpft sein.  

Drosten warnt: Nicht zu früh Corona-Maßnahmen lockern

Drosten machte aber auch klar, dass erste positive Auswirkungen der Corona-Impfung erst nach einigen Monaten zu erwarten seien. „Bis Ostern können wir in Deutschland noch nicht viel an Bevölkerungsschutz durch die Impfungen erwarten.“ Die Verteilung der Impfstoffe an ältere Pflegeheimbewohner und der über 80-Jährigen diene vor allem als Schutz dieser Risikogruppen. Bis Ostern haben die Impfungen keinerlei Effekte bei den Neuinfektionen, so Drosten.

Von daher müsste das Infektionsgeschehen weiterhin mit Kontaktbeschränkungen geregelt werden. Bis große Bevölkerungsschichten, wie die Gruppe der 40- bis 60-Jährigen, geimpft werden könnten, dauert es noch Monate. Sollte die Politik die Corona-Regeln zu früh lockern, würde das ein erneuter Anstieg der Infektionszahlen in den nicht-geimpften Altersgruppen bedeuten. Drosten erhofft sich, dass im Herbst Impfstoffe für Kinder und Jugendliche zugelassen werden können. „Solange sie nicht geimpft sind, werden wir hohe Fallzahlen unter ihnen sehen.“

Merkel: Impfstrategie sei richtig

Angela Merkel, die am Dienstagabend (02.02.) in der ARD-Sendung „Farbe bekennen“ zu Gast war, verteidigte die Beschaffung von Impfstoff gegen das Coronavirus. Dass Länder wie Großbritannien schneller seien, liege an der Notfallzulassung des Impfstoffes. Auch die USA seien weiter, da die Produktionsanlagen von Pfizer selbst genutzt und nicht nach Europa exportiert werden. Die Kanzlerin steht nach vor hinter der Strategie, im europäischen Verbund zu bestellen und nicht auf Notfallzulassungen zu setzen.

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