13. April 2021
Wer wird gegen Corona geimpft und wer nicht?

Covid 19: Wer wird gegen Corona geimpft und wer nicht?

Die neuen Impfstoffe gegen das Coronavirus werden nun verteilt. Doch nicht alle Menschen dürfen sich aus gesundheitlichen Gründen impfen lassen. Welche Personengruppen das sind und was Sie noch zu den neuen Impfstoffen sowie zur Corona-Impfung wissen müssen, erfahren Sie hier.

13.196.552 Menschen in Deutschland gegen Coronavirus geimpft

Das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtete, dass bis Dienstag (13.04.2021) 13.196.552 Menschen eine Impfdosis gegen Covid-19 erhalten haben. Bislang wurden 6,1 Prozent der Gesamtbevölkerung geimpft.

Um den vollständigen Impfschutz zu erzielen, muss innerhalb von 42 Tagen eine zweite Impfdosis verabreicht werden. In welcher Reihenfolge nun die Impfungen vonstattengehen, erklären wir Ihnen im folgenden Abschnitt.

Impfstofflieferungen: Bis zum Ende der Kalenderwoche 14 am 11. April 2021 wurden 22.444.875 Dosen Impfstoff geliefert. 81,2 % dieser Dosen wurden im selben Zeitraum verimpft.

Die Lieferungen stammen von den Herstellern BioNTech/Pfizer (15.105.675 Dosen), AstraZeneca (5.577.600 Dosen) und Moderna (1.761.600 Dosen).

Coronavirus: Wer wird zuerst gegen Covid-19 geimpft?

Im Vorhinein haben die Ständige Impfkommission (STIKO), der Deutsche Ethikrat und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina ihre Empfehlungen ausgesprochen, welche Gruppen sich als erste impfen lassen sollten. Dazu zählen ältere Personen, Menschen mit Vorerkrankungen und Beschäftigte aus dem Gesundheitswesen. Demnach sollen vor allem Personen geimpft werden, die besonders gefährdet sind und sich leichter mit dem Coronavirus anstecken können.

Eine solche Priorisierung ist notwendig, da der Impfstoff anfangs sehr begrenzt zur Verfügung stehen wird. Eine Impfpflicht stehe laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nicht zur Diskussion. Die Priorisierung sieht gemäß dem Bundesministerium für Gesundheit folgendermaßen aus:

Stufe 1: sehr hohe Priorität

  • Personen im Alter von über 80
  • Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen
  • Personal in medizinischen Einrichtungen (z. B. in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten, in der Notaufnahme, in der medizinischen Betreuung von COVID-19-Patienten)
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit engem Kontakt zu vulnerablen Patienten (z. B. in der Onkologie oder Transplantationsmedizin)
  • Beschäftigte in Senioren- und Altenpflegeheimen mit Kontakt zu den Bewohnern

2. Stufe: hohe Priorität

  • Über 70-Jährige
  • Personen mit schweren chronischen Lungenerkrankungen (COPD, Mukoviszidose), Leberzirrhosen oder anderen chronischen Lebererkrankungen, chronischen Nierenerkrankungen oder Adipositas (BMI über 40)
  • Personal in medizinischen Einrichtungen (Ärzte und sonstiges Personal mit regelmäßigem Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in Corona-Testzentren)
  • Demente oder geistig behinderte Menschen, die in einer Einrichtung leben und das dazugehörige Pflegepersonal.
  • Personen mit schweren psychiatrischen Erkrankungen (bipolare Störung, Schizophrenie, schwere Depression)
  • Personen mit Trisomie 21 (Down-Syndrom)
  • Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege, in Grundschulen, Sonderschulen oder Förderschulen tätig sind
  • Polizei- und Ordnungskräfte, die im Dienst, etwa bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht in einer Einrichtung leben, die über 70 Jahre alt sind, nach Organtransplantation oder die eine der vorgenannten Erkrankungen oder Behinderung haben
  • Personen, die in Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen leben oder tätig sind.
  • Kontaktpersonen von Schwangeren und in relevanten Positionen der Krankenhausinfrastruktur
  • Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst

3. Stufe: erhöhte Priorität

  • Über 60-Jährige
  • Personen nach Organtransplantation
  • Personen mit Vorerkrankungen mit hohem Risiko
    (Immundefizienz oder HIV-Infektion, Autoimmunerkrankungen, rheumatologische Erkrankungen, Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Schlaganfall, Asthma, chronisch entzündliche Darmerkrankung, Diabetes mellitus)
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit niedrigen Expositionsrisiko (Labore) und ohne Betreuung von Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten
  • Personen in relevanter Position in Regierungen, Verwaltungen und den Verfassungsorganen, in Streitkräften, bei der Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und THW, Justiz
  • Personen in relevanter Position in Unternehmen der kritischen Infrastruktur, im Apotheken und Pharmawirtschaft, öffentliche Versorgung und Entsorgung, Ernährungswirtschaft, Transportwesen, Informationstechnik und Telekommunikation
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht in einer Einrichtung leben, die über 60 Jahre alt sind und eine der vorgenannten Erkrankungen haben
  • Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind
  • Personen mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen
  • Wahlhelfer

4. Stufe: ohne Priorität

  • Alle übrigen Personen, etwa 45 Millionen Bundesbürger, die ein geringeres Risiko haben, einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung zu erleiden. Ihnen soll nach den priorisierten Gruppen ein Impfangebot gemacht werden

Die Priorisierung innerhalb der Gruppen sind laut Bundesministerium für Gesundheit möglich.

Corona-Impfung wird in Impfzentren und beim Hausarzt verabreicht!

Corona Impfung
© Kzenon/ Adobe Stock
Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung möchte sich gegen Covid-19 impfen lassen.

Die Corona-Schutzimpfungen werden zunächst in staatlich beauftragten Impfzentren verabreicht werden sollen. Mithilfe der Impfzentren können mehr Menschen in kürzerer Zeit geimpft werden. Logistisch machen Zentren Sinn, da Impfstoffe besser angeliefert und gelagert werden können. Zudem erleichtern Impfzentren die Verteilung des Impfstoffes an Personen, die priorisiert werden. Das  Bundesgesundheitsministerium plant, dass seit Anfang April die Impfungen zusätzlich auch in Arztpraxen verabreicht werden sollen. 

Die Injektion mit dem Impfstoff wird in zwei Impfdosen im Abstand von maximal 42 Tagen verabreicht werden. Wenn der Folgetermin nicht innerhalb dieser Zeit wahrgenommen werden kann, muss der Impfprozess erneut von vorn beginnen. Auch nach den Impfungen müssen weiterhin die Abstands- und Hygieneregeln, wie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, eingehalten werden

Die Impfung wird unabhängig vom Versicherungsstatus kostenlos sein. Der Bund, die privaten sowie gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten.

Corona-Impfung: Gibt es Nebenwirkungen?

Die Impfbereitschaft der Deutschen hat über die letzten Monate zugenommen. Wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte, möchte sich die Mehrheit der deutschen Bevölkerung gegen Covid-19 impfen lassen. Das hat eine Umfrage von infratest dimap ergeben. Noch vor einigen Wochen war laut einer Umfrage der Barmer Krankenkasse nur knapp die Hälfte der deutschen Bevölkerung bereit, sich impfen zu lassen. Die Befragten, die den Impfstoff ablehnten, erklärten, dass die Nebenwirkungen des neuen Impfstoffes sie abschreckten.

Nach der Impfung kann es zu Beschwerden wie Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Schüttelfrost und Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen zu kommen. Hierbei handelt es sich um ganz gewöhnliche Impfreaktionen, die zeigen, dass die Immunabwehr arbeitet und die nach ein bis zwei Tagen wieder abklingen.

Wer darf sich nicht gegen Corona impfen lassen?

Aber für welche Personengruppen ist eine Corona-Impfung nun nicht sinnvoll? Grundsätzlich gilt, dass nur getestete Personengruppen geimpft werden dürfen. Bislang dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren und Menschen mit einer Krebserkrankung sowie einer Immunschwäche nicht geimpft werden, da noch nicht ausreichende Erfahrungen zum neuartigen Impfstoff BNT162b2 vorliegen und deren Wirksamkeit noch nicht genügend auf solche Personengruppen untersucht werden konnte. Aktuell laufen mehrere Studien zum Impfstoff für Kinder und Jugendliche. Experten erwarten eine Zulassung frühestens 2022.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die generelle Impfung in der Schwangerschaft derzeit nicht. Schwangere und stillende Frauen sollen individuell entscheiden und nach jeweiligen Risiko-Nutzen abwägen, beispielsweise bei Vorerkrankungen oder wenn ein hohes Risiko einer Covid-19-Ansteckung besteht. Eine akzidentelle Impfung in der Schwangerschaft ist keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch. Die STIKO hält es für unwahrscheinlich, dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit ein Risiko für den Säugling darstellt.

Außerdem wird Frauen im gebärfähigen Alter dazu geraten, eine Schwangerschaft für mindestens zwei Monate nach der zweiten Impfung zu vermeiden. Die Corona-Impfung beeinträchtigt nicht die Fruchtbarkeit.

Wer an einer akuten Krankheit mit Fieber über 38,5 Grad leidet, soll erst nach Genesung geimpft werden. Eine Erkältung oder gering erhöhte Temperatur (unter 38,5 Grad) ist jedoch kein Grund, die Impfung zu verschieben. Menschen mit einer HIV- oder Grunderkrankung dürfen sich, ebenso wie Menschen, die eine Covid-Infektion überstanden haben, impfen lassen.

Bei einer Überempfindlichkeit gegenüber einem Impfstoffbestandteil sollten Sie nicht geimpft werden: Bitte teilen Sie dem Impfarzt vor der Impfung mit, wenn Sie Allergien haben.

Nach Zulassung: Impfstoff wird weiter erforscht

Auch nachdem der Impfstoff zugelassen wurde, wird er weiterhin beobachtet und auf Nebenwirkungen beforscht. Für Deutschland ist das Paul-Ehrlich-Institut dafür zuständig, das alle Nebenwirkungen und Impfreaktionen erfasst, um auch seltene Risiken aufzudecken.

Quellen: Ständige Impfkommission (STIKO), bundesregierung.de, bundesgesundheitsministerium.de, Robert-Koch-Institut (RKI), Redaktionsnetzwerk Deutschland

Video: Die wichtigsten Fragen zur Corona-Impfung – das müssen Sie wissen

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