14. Januar 2021
Wer wird gegen Corona geimpft und wer nicht?

Covid 19: Wer wird gegen Corona geimpft und wer nicht?

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (Ema) hat den BioNTech-Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen. Doch nicht alle Menschen dürfen sich aus gesundheitlichen Gründen impfen lassen. Welche Personengruppen das sind und was Sie noch zum neuen Impfstoff wissen müssen, lesen Sie hier.

Eine Impfpflicht stehe laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nicht zur Diskussion. Das Pharmaunternehmen Biotech geht laut Medienberichten davon aus, dass bis zum Sommer rund 70 Prozent der Deutschen gegen Covid-19 geimpft werden.

688.782 Menschen in Deutschland gegen Coronavirus geimpft

Das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtete, dass zum Dienstag (12.01.2021) bereits 688.782 Menschen eine Impfdosis erhalten haben. Allerdings müssen jene Personen innerhalb von maximal 42 Tagen eine zweite Impfdosis erhalten, um den vollständigen Impfschutz zu erzielen. Die bisher Geimpften sind daher noch nicht sicher vor der Erkrankung Covid-19 geschützt. Eine Impfquote gemessen an der Gesamtbevölkerung soll es vorerst nicht geben, da der Prozentsatz noch zu niedrig ist. In welcher Reihenfolge nun die Impfungen vonstattengehen, erklären wir Ihnen im folgenden Abschnitt.

Coronavirus: Wer wird zuerst gegen Covid-19 geimpft?

Im Vorhinein haben die Ständige Impfkommission (STIKO), der Deutsche Ethikrat und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina ihre Empfehlungen ausgesprochen, welche Gruppen sich als erste impfen lassen sollten. Dazu zählen ältere Personen, Menschen mit Vorerkrankungen und Beschäftigte aus dem Gesundheitswesen. Demnach sollen vor allem Personen geimpft werden, die besonders gefährdet sind und sich leichter mit dem Coronavirus anstecken können.

Eine solche Priorisierung ist notwendig, da der Impfstoff anfangs sehr begrenzt zur Verfügung stehen wird. Die Priorisierung sieht gemäß der Ständigen Impfkommission (STIKO) folgendermaßen aus:

Stufe 1: Sehr hohe Priorität

  • Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen
  • Personen im Alter von über 80
  • Personal in medizinischen Einrichtungen (z. B. in Notaufnahmen, in der medizinischen Betreuung von COVID-19-Patienten)
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit engem Kontakt zu vulnerablen Patienten (z. B. in der Onkologie oder Transplantationsmedizin)
  • Beschäftigte in Senioren- und Altenpflegeheimen mit Kontakt zu den Bewohnern

2. Stufe: Hohe Priorität

  • Personen im Alter von 75 – 79 Jahren
  • Personal in medizinischen Einrichtungen
  • Demente oder geistig behinderte Menschen, die in einer Einrichtung leben und das dazugehörige Pflegepersonal.
  • Personen mit Trisomie 21 (Down-Syndrom)

3. Stufe: Moderate Priorität

  • Personen im Alter von 70 – 74 Jahren
  • Personen nach Organtransplantation
  • Personen mit Vorerkrankungen mit hohem Risiko
  • Bewohner und Tätige in Gemeinschaftsunterkünften
  • Enge Kontaktpersonen von Schwangeren
  • Enge Kontaktpersonen bzw. Pflegende von Personen
  • mit hohem Risiko
  • Personal mit moderatem Risiko in medizinischen Einrichtungen sowie Mitarbeiter in Gesundheitsämtern

4. Stufe: Erhöhte Priorität

  • Personen im Alter von 65 – 69 Jahren
  • Lehrer
  • Erzieher
  • Personen mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen wie Saisonarbeiter, Beschäftigte in Verteilzentren oder in der fleischverarbeitenden Industrie und Vorerkrankte mit moderatem Risiko

5. Stufe: Gering erhöhte Priorität

  • Personen im Alter von 60 – 64 Jahren
  • Personen in Schlüsselpositionen der Landes- und
  • Bundesregierungen
  • Beschäftigte im Einzelhandel
  • Beschäftigte zur Aufrechterhaltung der öffentlichen
  • Sicherheit wie Feuerwehr, Bundeswehr und Polizei
  • Berufsgruppen der sogenannten kritischen Infrastruktur wie öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und Abfallwirtschaft

6. Stufe: Niedrige Impfpriorität

  • Alle übrigen Personen, etwa 45 Millionen Bundesbürger

Impfzentren werden eingerichtet

Corona Impfung
© Kzenon/ Adobe Stock
Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung möchte sich gegen Covid-19 impfen lassen.

Geplant ist, dass die Corona-Schutzimpfungen in staatlich beauftragten Impfzentren und nicht bei einzelnen Hausärzten verabreicht werden sollen. Mithilfe der Impfzentren können mehr Menschen in kürzerer Zeit geimpft werden. Arztpraxen werden so entlastet. Auch logistisch gesehen machen Zentren Sinn, da Impfstoffe besser angeliefert und gelagert werden können. Zudem erleichtern Impfzentren die Verteilung des Impfstoffes an Personen, die priorisiert werden. Die Injektion wird in zwei Impfdosen im Abstand von maximal 42 Tagen verabreicht werden. Auch nach den Impfungen müssen weiterhin die Abstands- und Hygieneregeln, wie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, eingehalten werden

Die Impfung wird unabhängig vom Versicherungsstatus kostenlos sein. Der Bund, die gesetzlichen sowie gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten.

Corona-Impfung: Gibt es Nebenwirkungen?

Die Impfbereitschaft der Deutschen hat über die letzten Monate zugenommen. Wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte, möchte sich die Mehrheit der deutschen Bevölkerung gegen Covid-19 impfen lassen. Das hat eine Umfrage von infratest dimap ergeben. Noch vor einigen Wochen war laut einer Umfrage der Barmer Krankenkasse nur knapp die Hälfte der deutschen Bevölkerung bereit, sich impfen zu lassen. Die Befragten, die den Impfstoff ablehnten, erklärten, dass die Nebenwirkungen des neuen Impfstoffes sie abschreckten.

Aus den bisher vorliegenden Daten der Impfstudien sind leichte bis moderate Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schüttelfrost, Kopf- und Gelenkschmerzen zu erwarten, die schnell wieder abklingen. Auch Rötungen und Schmerzen an der Einstichstelle können vorkommen.

Wer darf sich nicht gegen Corona impfen lassen?

Aber für welche Personengruppen ist eine Corona-Impfung nun nicht sinnvoll? Grundsätzlich gilt, dass nur getestete Personengruppen geimpft werden dürfen. Bislang sollen sich schwangere Frauen, Kinder, Jugendliche und Menschen mit einer Krebserkrankung sowie einer Immunschwäche nicht impfen lassen, da es noch zu große Sicherheitsbedenken zum neuartigen Impfstoff BNT162b2 gibt, der in schneller Zeit entwickelt wurde und deren Wirksamkeit noch nicht genügend auf solche Personengruppen untersucht werden konnte. Außerdem wird Frauen im gebärfähigen Alter dazu geraten, eine Schwangerschaft für mindestens zwei Monate nach der zweiten Impfung zu vermeiden.
Menschen mit einer HIV- oder Grunderkrankung dürfen sich, ebenso wie Menschen, die eine Covid-Infektion überstanden haben, impfen lassen.

Nach Zulassung: Impfstoff wird weiter erforscht
Auch nachdem der Impfstoff zugelassen wurde, wird er weiterhin beobachtet und auf Nebenwirkungen beforscht. Für Deutschland ist das Paul-Ehrlich-Institut dafür zuständig, das alle Nebenwirkungen und Impfreaktionen erfasst, um auch seltene Risiken aufzudecken.

Quellen: Ständige Impfkommission (STIKO), Stuttgarter Nachrichten, Redaktionsnetzwerk Deutschland, bundesregierung.de, Robert-Koch-Institut (RKI)

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