16. Februar 2021
Covid-19: Ärzte empfehlen Risikogruppen dieses Vitamin

Covid-19: Ärzte empfehlen Risikogruppen dieses Vitamin

Seit Beginn der Pandemie wird spekuliert, welche Medikamente und Nährstoffe einem schweren Verlauf von Covid-19 vorbeugen könnten. Nun empfiehlt eine Fachgesellschaft, dass Risikogruppen mit diesem Vitamin versorgt werden sollten.

Vitaminmangel mit schweren Verläufen assoziiert

Bereits früh in der Corona-Pandemie wurde der Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und schweren Verläufen statistisch festgestellt. Dabei ist jedoch weiterhin unklar, ob eine schwere Covid-19-Erkrankung – ähnlich wie andere Infektionen – dazu führt, dass die Vitamin-D-Spiegel entleert werden, oder ob umgekehrt der Vitamin-D-Mangel zu einem schwereren Verlauf führt. Die Kausalitätskette ist somit noch unklar.

Da Vitamin D eine bedeutende Funktion im Immunsystem hat, wären beide Kausalitäten denkbar: Wenn der Körper mit einer Infektion ringt, verbraucht er mehr Vitamin D – die Spiegel sinken. Hat der Körper bereits vor der Erkrankung einen Mangel an Vitamin D, steht dem Immunsystem weniger für die Bekämpfung von Covid-19 zur Verfügung – der Verlauf wird schwerer.

Endokrinologen empfehlen Risikogruppen Vitamin D

Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) hat nun eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sie Risikogruppen die Einnahme von Vitamin D empfiehlt, um das Risiko schwerer Verläufe zu minimieren. Darin betont die Fachgesellschaft aus Experten rund um das Thema Hormone und Stoffwechsel, dass die Datenlage noch unsicher ist und daher immer eine individuelle Entscheidung zwischen Arzt und Patient getroffen werden muss. Sie legen jedoch eine Supplementierung von mindestens 400 IE (10 Mikrogramm) Vitamin D täglich für Risikogruppen nahe, "welche sich nicht ausreichend im Freien bewegen können oder eine zu geringe Sonnenlichtexposition aufweisen".

Als optimale Dosierung sieht die DGE jedoch eine etwas höhere Dosis vor:

"Für diese Gruppe erscheint (...) eine Dosis von 800-1000 IE/d der ideale Kompromiss, um sich potentielle, bisher nicht eindeutig belegte Vorteile zu sichern, ohne sich dem Risiko möglicher Nachteile auszusetzen."

Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie zur Rolle von Vitamin D in der Corona-Pandemie

Die Dosis von 800-1000 IE (Internationale Einheiten) entspricht dem Tagesbedarf von ca. 20 bis 25 Mikrogramm Vitamin D. Bei Präparaten im Handel sollten Sie äußerst vorsichtig sein, da viele Hersteller ihre Tabletten in einer deutlich höheren Dosis verkaufen, z.B. zwischen 3000 und 20.000 IE. Von solchen hochdosierten Präparaten ist an dieser Stelle eindeutig abzuraten, es sei denn Ihr Arzt empfiehlt Ihnen diese explizit zur Bekämpfung eines schweren Mangels! Beispielhaft finden Sie hier zwei Präparate in einer Dosierung von 1000 IE (25 Mikrogramm), einmal in Tablettenform und einmal als Tröpfchen. Besprechen Sie die Einnahme jedoch immer mit Ihrem Arzt!

Normalbevölkerung sollte Vitamin D nicht prophylaktisch einnehmen

Laut Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie gibt es für die Normalbevölkerung, also gesunde Menschen ohne chronische Krankheit, keine pauschale Empfehlung zur Einnahme von Vitamin D. Bisher gibt es "keine sichere Evidenz für eine präventive Wirkung von Vitamin D im Zusammenhang mit COVID-19", heißt es in der Stellungnahme der DGE. Solange bis Studien vorliegen, die eine eindeutige Wirkung beweisen, wird sich diese Handlungsempfehlung wahrscheinlich nicht ändern. Allerdings sollte Vitamin D, vor allem in den Wintermonaten nie ignoriert werden: "Diese Einschätzung darf aber nicht zu der Vorgehensweise führen, in dieser Situation nicht an Vitamin D zu denken", betont die DGE.

Quellen: aerzteblatt.de, endokrinologie.net

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