31. März 2021
Coronavirus: Wie lange wirken die Impfstoffe?

Coronavirus: Wie lange wirken die Impfstoffe?

Die Covid-19-Impfstoffe sollen die Corona-Pandemie eindämmen. Aber wie lange wirken die Impfstoffe eigentlich? Und ist eine Auffrischungsimpfung notwendig? Hier erfahren Sie mehr.

 

Wie wirken die Impfstoffe?

Die Corona-Impfungen sind der Weg aus der Pandemie. Die Wirksamkeit der Impfstoffe von Pharmaunternehmen wie BioNTech und Pfizer oder Moderna liegen bei über 90 Prozent.  Bei den Impfstoffen beider Unternehmen handelt es sich um sogenannte RNA-Impfstoffe, die zu den genetischen Impfstoffen gehören. Aus Ribonukleinsäure (RNA oder RNS) wird im Körper ein Protein hergestellt, das eine Immunreaktion auslöst.

Der mRNA-Impfstoff von AstraZeneca basiert auf Adenoviren (Erkältungsviren). Das Erbgut des Vektors wurde so verändert, dass es das Gen mit dem Bauplan für die Herstellung eines Oberflächenproteins des SARS-Coronavirus-2 enthält. Der Vektor-basierte Impfstoff wirkt zu etwa 76 Prozent. Auch wenn die Impfstoffe keinen hundertprozentigen Schutz gegen Coronaviren bieten, schützen sie vor einem schweren Krankheitsverlauf.

Wie lange wirken die Impfstoffe?

Da es noch keine Langzeitstudien gibt, ist die Dauer der Immunität bisher unklar.

Wie auch bei anderen neuen Impfstoffen liegen für die COVID-19-Impfstoffe aktuell noch keine Daten vor, ob und ggf. in welchem Zeitabstand eine Auffrischimpfung notwendig sein wird,

teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) online mit. Es liegen auch noch keine Daten vor, ob eine Auffrischung mit einem anderen Impfstofftyp „vorteilhaft“ ist.

Aus immunologischer Sicht spricht – nach aktuellem Kenntnisstand – nichts dagegen, zu einem späteren Zeitpunkt mit einem anderen COVID-19-Impfstoff geimpft zu werden, sei es, um einen mit der Zeit nachlassenden Impfschutz aufzufrischen oder um einen bestehenden, eventuell aber begrenzten Impfschutz (z.B. aufgrund neuer Virusvarianten) noch zu verbessern.

Großbritannien plant Auffrischungsimpfungen im September

Bisherige Studien haben aktuell eine Dauer von einigen Monaten aufweisen können. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die Impf-Immunität ein dauerhaft anhält. Experten gehen eher davon aus, dass man die Covid-19-Impfung, ähnlich wie eine Grippe-Impfung, regelmäßig auffrischen muss. Während die Impfstoff-Verteilung gegen das Coronavirus in Deutschland eher schleppend verläuft, bereitet sich Großbritannien auf Auffrischungsimpfungen im September vor, die sich vor allem an über 70-Jährige und Menschen mit hohen gesundheitlichen Risiken richtet. Auch medizinisches Personal und Pflegekräfte sollen ihre dritte Dosis innerhalb von zehn Monaten bekommen. 

Kürzlich veröffentlichte Studien machen Hoffnung

Das La Jolla Institute für Immunologie in Kalifornien berichtet von einer Studie, in der bei infizierten Menschen fünf Monate nach Einsetzen der Symptome sowohl Antikörper als auch T-Zellen nachweisbar waren – beide sind für die Immunität zuständig. Die Studie wurde bisher nur als Preprint veröffentlicht und ist noch nicht von unabhängigen Experten geprüft worden.

Laut einer weiteren Studie sollen T-Zellen auch sechs Monate nach einer Covid-19-Infektion nachweisbar sein. Für Fiona Watt, die geschäftsführende Vorsitzende des britischen Medical Research Council, sind das vielversprechende Neuigkeiten. Sie kommentiert in einem Artikel des Fachmagazins THE BMJ: „Wenn eine natürliche Infektion mit dem Virus eine robuste T-Zell-Antwort hervorrufen kann, bedeutet dies möglicherweise, dass ein Impfstoff dasselbe tun könnte.“

Laut dem Immunologen Carsten Watzl vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung der Technischen Universität Dortmund besteht bei anderen Coronaviren, die normale Erkältungen auslösen, in der Regel für ein bis eineinhalb Jahre eine Immunität, bevor man sich erneut anstecken kann. Die Immunantwort einer Impfung falle jedoch deutlich stärker aus. Er sagt: „Die Hoffnung ist also, dass die Immunität durch die Impfstoff Kandidaten deutlich länger anhält.”

Quelle: dpa

Video: Wie gut und wie lange schützt eine Corona-Impfung?

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