1. Dezember 2020
Coronavirus: Wie lange wirken die Impfstoffe?

Coronavirus: Wie lange wirken die Impfstoffe?

Die Covid-19-Impfstoffe, die bereits Ende des Jahres verfügbar sein könnten, sollen bei der Eindämmung des Coronavirus helfen. Aber wie lange wirken die Impfstoffe eigentlich? Hier erfahren Sie mehr.

Impfstoffe sollen spätestens Anfang nächsten Jahres verfügbar sein.
© Unsplash/Daniel Schludi
Impfstoffe sollen spätestens Anfang nächsten Jahres verfügbar sein.

Mit dem Ziel die Ausbreitung des Coronavirus in absehbarer Zeit einzudämmen, sollen bereits Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres Impfstoffe in speziellen Impfzentren für die Bevölkerung verfügbar sein. Aufgrund der begrenzten Impfstoff-Mengen können nicht alle Menschen auf einmal geimpft werden, weshalb die Impfung vorerst den Risikogruppen vorbehalten sein wird.

Wie wirken die Impfstoffe?

Die Wirksamkeit der Impfstoffe von Pharmaunternehmen wie BioNTech und Pfizer oder Moderna liegen bei über 90 Prozent. Bei den Impfstoffen beider Unternehmen handelt es sich um sogenannte RNA-Impfstoffe, die zu den genetischen Impfstoffen gehören. Aus Ribonukleinsäure (RNA oder RNS) wird im Körper ein Protein hergestellt, das eine Immunreaktion auslöst.

Wie lange wirken die Impfstoffe?

Da es noch keine Langzeitstudien gibt, ist die Dauer der Immunität bisher unklar. Sowohl mögliche Nebenwirkungen als auch die Dauer des Schutzes werden sich erst nach einiger Zeit zeigen. Bisherige Studien haben aktuell eine Dauer von einigen Monaten aufweisen können. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die Impf-Immunität ein Leben lang anhält. Experten gehen eher davon aus, dass man die Covid-19-Impfung, ähnlich wie eine Grippe-Impfung, regelmäßig auffrischen muss.

Kürzlich veröffentlichte Studien machen Hoffnung

Das La Jolla Institute für Immunologie in Kalifornien berichtet von einer Studie, in der bei infizierten Menschen fünf Monate nach Einsetzen der Symptome sowohl Antikörper als auch T-Zellen nachweisbar waren – beide sind für die Immunität zuständig. Die Studie wurde bisher nur als Preprint veröffentlicht und ist noch nicht von unabhängigen Experten geprüft worden.

Laut einer weiteren Studie sollen T-Zellen auch sechs Monate nach einer Covid-19-Infektion nachweisbar sein. Für Fiona Watt, die geschäftsführende Vorsitzende des britischen Medical Research Council, sind das vielversprechende Neuigkeiten. Sie kommentiert in einem Artikel des Fachmagazins THE BMJ: „Wenn eine natürliche Infektion mit dem Virus eine robuste T-Zell-Antwort hervorrufen kann, bedeutet dies möglicherweise, dass ein Impfstoff dasselbe tun könnte.”

Laut dem Immunologen Carsten Watzl vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung der Technischen Universität Dortmund besteht bei anderen Coronaviren, die normale Erkältungen auslösen, in der Regel für ein bis eineinhalb Jahre eine Immunität, bevor man sich erneut anstecken kann. Die Immunantwort einer Impfung falle jedoch deutlich stärker aus. Er sagt: „Die Hoffnung ist also, dass die Immunität durch die Impfstoff Kandidaten deutlich länger anhält.”

Pfizer halbiert geplante Impfstoff-Menge

Laut Medienberichten plant der US-Pharmakonzern Pfizer dieses Jahr nur die Hälfte der beabsichtigten Impfstoff-Menge auszuliefern. Statt der erhofften 100 Millionen sollen es nur 50 Millionen werden. Genauere Hintergründe hat das Unternehmen bisher nicht kommuniziert. Während die EU und somit auch Deutschland noch auf eine Zulassung warten, hat Großbritannien den ersten Impfstoff bereits zugelassen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema gab jedoch bekannt, dass noch im Dezember eine Entscheidung über die europaweite Zulassung getroffen werden solle.


Auch interessant für Sie: Coronavirus: Wer sollte sich nicht testen lassen?

Quelle: DPA

Lade weitere Inhalte ...