AHA-Regeln auf dem Prüfstand Coronavirus-Studie: Abstand und Maske schützen nicht genügend

Neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge, bleiben kleine infektiöse Tröpfchen länger in der Luft als bisher gedacht und können trotz Maske sowie Abstandsregeln übertragen werden. Wie wir uns dennoch gegen die Coronaviren schützen können, erfahren Sie hier.

Corona-Abstand-maske

Die Corona-Zahlen steigen täglich. Um die Corona-Epidemie einzudämmen, gilt es weiterhin auf Empfehlung von Experten wie Virologe Christian Drosten einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, Abstände einzuhalten und Menschenmassen zu meiden. Das DeutschesGesundheitsPortal hat nun mitgeteilt, dass diese Maßnahmen auf eine wissenschaftliche Grundlage basieren, die Jahrzehnte alt ist und die nicht mehr dem aktuellen Wissensstand entsprechen würde. „Das bisher weltweit akzeptierte Bild der Ausbreitung von Tröpfchen stützt sich auf Messungen aus den 1930er und 1940er Jahren“, sagt Prof. Alfredo Soldati vom Institut für Strömungsmechanik und Wärmeübertragung der TU Wien.

Speicheltropfen bleiben länger in der Luft

Mehrere Forschungsgruppen aus dem Bereich der Fluiddynamik haben daher ein neues Modell zur Ausbreitung infektiöser Tröpfchen entwickelt. Ein Mund-Nasen-Schutz und Abstandsregeln sind weiterhin zielführende Maßnahmen, die uns aber nicht in falsche Sicherheit wiegen dürften. Denn auch mit Maske können infektiöse Tröpfchen über mehrere Meter übertragen werden und verweilen länger in der Luft als bisher angenommen. „Kleine Tröpfchen hat man bisher als harmlos betrachtet, doch das ist eindeutig falsch“, erklärt Soldati. „Auch wenn das Wassertröpfchen verdunstet ist, bleibt ein Aerosol-Partikel zurück, der das Virus enthalten kann. So können sich Viren über Distanzen von mehreren Metern ausbreiten und lange Zeit in der Luft bleiben.“

Ein durchschnittlich ausgeworfener Speicheltropfen braucht fast 15 Minuten bis er zu Boden gefallen ist. Heißt also, man kann auch dann in Kontakt mit Coronaviren kommen, wenn man die Abstandsregeln einhält – etwa in einem Aufzug, der kurz vorher von infizierten Personen benutzt wurde. Besonders problematisch sind Umgebungen mit hoher relativer Luftfeuchtigkeit, etwa schlecht gelüftete Besprechungsräume.

Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Infektionen

Was bedeuten die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse nun für uns? Auch wenn es uns schwer fällt – aber wir sollten unsere sozialen Kontakte weiter beschränken und Orte sowie Situationen mit Menschenansammlungen möglichst vermeiden. Regelmäßiges Händewaschen schützt ebenfalls vor einer Corona-Infektion.

Auch ist es ratsam, wenn möglich, wieder ins Home Office zurückzukehren. Wer nicht von zu Hause aus arbeiten kann, sollte im Büro regelmäßig kräftig durchlüften. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales empfiehlt, alle 60 Minuten die Büroräume und alle 20 Minuten Besprechungsräume für drei bis zehn Minuten durchlüften zu lassen, um die Konzentration der Aerosole im Raum zu reduzieren. 

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Datum: 22.10.2020
Autorin: Kristina Regentrop

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