Coronavirus Meine Corona-Warn-App leuchtet rot – was soll ich jetzt tun?

Im Juni 2020 wurde die Corona-Warn-App eingeführt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verringern. Aber wie reagieren wir eigentlich richtig, wenn die App plötzlich rot aufleuchtet? Wir klären Sie auf.

Corona-Warn-App

Seit dem 16. Juni haben über 19 Millionen Deutsche die Corona-Warn-App heruntergeladen. Das Ziel der App ist es, die Menschen zu warnen, die innerhalb der letzten zwei Wochen Kontakt mit einer oder mehreren auf Covid-19 positiv getesteten Personen hatten.

 

Wenn jemand positiv getestet wurde, kann er das freiwillig in der App angeben. Durch einen QR-Code oder eine Geheimnummer auf dem Testergebnis, die zur Verifizierung eingescannt bzw. eingegeben werden muss, können falsche Infektionsmeldungen verhindert werden. Bei einem Großteil der Nutzer zeigt die App grün an, was bedeutet, dass ein niedriges Infektionsrisiko besteht. Aber was bedeutet es, wenn die App nun doch Rot anzeigt und wie sollten wir reagieren?

 

Corona-Warn-App: Was die verschiedenen Farben bedeuten 

Folgende Statusinformationen können angezeigt werden:

  • Grau, unbekanntes Risiko: Entweder war die Risikoermittlung noch nicht lange genug aktiv oder durch technische Probleme, z.B. fehlende Bluetooth-Verbindung, konnte kein Risiko ermittelt werden. Überprüfen Sie am besten mehrmals täglich, ob Ihnen in der App ganz oben “Risiko-Ermittlung aktiv” angezeigt wird.
     
  • Grün, niedriges Risiko: Ein niedriges Risiko kann Ihnen angezeigt werden, wenn sie entweder keine Risikobegegnung hatten oder, wenn sie zwar eine solche Begegnung hatten, jedoch nur kurz oder mit genügend Abstand. Sie können auch mehrere Risiko-Begegnungen mit niedrigem Risiko haben, ohne, dass die App auf Rot umschlägt.
     
  • Rot, erhöhtes Risiko: Sie werden darüber informiert, dass sie ein erhöhtes Infektionsrisiko haben, da Sie Kontakt mit einer Person hatten, die später positiv auf das Coronavirus getestet wurde.
 

Was soll ich tun, wenn meine Corona-Warn-App Rot anzeigt?
 

Da bei Ihnen aufgrund einer Risiko-Begegnung ein erhöhtes Infektionsrisiko durch das Coronavirus besteht, sollten Sie sich bestenfalls sofort nach Hause begeben und dort bleiben. Setzen Sie sich telefonisch mit Ihrem Hausarzt, dem ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 oder dem Gesundheitsamt in Verbindung, um über das weitere Vorgehen aufgeklärt zu werden.

Laut Dr. Burkhard Ruppert von der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin hat man das Recht auf einen Corona-Test sowie die Kostenübernahme, wenn die App einem anzeigt, dass ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht. 
 

Darf ich mich krankmelden, wenn meine Corona-Warn-App Rot anzeigt?

Die Krankenkassen DAK teilt auf ihrer Website mit, dass sie die Kosten eines PCR-Tests übernimmt, wenn die Corona-Warn-App über ein erhöhtes Risiko informiert. Generell entscheidet der jeweilige Arzt, ob er Sie krankschreibt oder nicht. 

Sofern der Arzt einen PCR-Test veranlasst und Sie Symptome aufweisen, kann er Ihnen bis zum Testergebnis eine Krankmeldung ausstellen.

Wichtig: Selbst, wenn Ihnen die Corona-Warn-App ein niedriges Risiko und keine Risiko-Begegnung anzeigt, können Sie trotzdem Kontakt mit einer infizierten Person gehabt haben. Halten Sie sich also grundsätzlich an die Abstands- und Hygieneregeln, um sich und andere zu schützen.

 

Wie funktioniert die Corona-Warn-App?
 

Die Corona-Warn-App ist eine sogenannte Tracing-App. Das bedeutet, dass sie über eine Bluetooth-Verbindung die Begegnung und den Abstand zwischen Personen erfassen kann. Während Sie Ihr Smartphone ganz normal nutzen, läuft die App im Hintergrund und erfasst die Daten anderer Smartphones. Dies passiert mit Hilfe von Zufalls-IDs, damit keine Rückverfolgung möglich ist. Sobald Sie innerhalb der letzten 14 Tage eine Begegnung mit einer Person hatten, die später positiv auf das Coronavirus getestet wurde, wird Ihnen dies in der App angezeigt. 


Updates der Corona-Warn-App
 

Seit Kurzem hat die Corona-Warn-App zwei neue Funktionen. Nun funktioniert die Risikoermittlung nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch in Italien und Irland. Ziel ist, dass in Zukunft immer mehr europäische Länder hinzukommen, damit ein länderübergreifendes Warnsystem entsteht. Als weiteres Feature können positiv getestete Personen nun ihre Symptome in eine Art “Symptom-Tagebuch” eintragen, damit das Infektionsrisiko genauer berechnet werden kann.
 
Ab Ende November sollen die Nutzer der App schneller über mögliche Risikobegegnungen informiert werden. Die Daten der App werden sich dann anstatt nur einmal am Tag mehrmals täglich aktualisieren.
 

Corona-Test positiv: Wie gebe ich das Ergebnis in der App ein?


Wenn Sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden, dann kann die Corona-Warn-App andere nur warnen, wenn Sie das Ergebnis in Ihrer App eintragen. Auf den meisten Testergebnissen befindet sich ein QR-Code, den man in der App einscannen kann. Wenn das jeweilige Test-Labor dieses elektronische Verfahren noch nicht unterstützt, kann man durch einen Anruf bei der Corona-App-Hotline eine Tele-TAN zur Eingabe bekommen. Es sollten nur positive Tests, die nicht älter als zwei Wochen sind, eingegeben werden.
 
Falls Sie die Corona-Warn-App noch nicht installiert haben, können Sie sie kostenlos im Apple-App-Store oder im Play Store herunterladen.

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Datum: 10.11.2020
Autorin: Ann-Kathrin Falkenberg