Aktion Hilfetelefon Corona und Gewalt: So können sich Frauen schützen

Seit der Isolation aufgrund der Corona-Pandemie steigt auch die Gefahr für Vorfälle von häuslicher Gewalt. Rund 19.000 Apotheken machen ab sofort auf die Aktion „Hilfetelefon: Gewalt gegen Frauen“ aufmerksam.

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Aktion „Hilfetelefon: Gewalt gegen Frauen“

Die Aktion „Hilfetelefon: Gewalt gegen Frauen“ bekämpft ein altbekanntes Problem, welches momentan wieder besonders in den Fokus der Öffentlichkeit rückt. Denn durch die Isolation steigt die Wahrscheinlichkeit von häuslicher Gewalt. Um dies zu vermeiden ist Handlungs- und Unterstützungsbedarf erforderlich.

Die Aktion wird vom Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff), dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben und der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) geleitet. Dabei handelt es sich um ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder erleben.
Unter der Nummer 08000 116 016 sowie via Online-Beratung werden Betroffene rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr kostenlos beraten.

Über 19.000 Apotheken sollen landesweit nun auf das Unterstützungsangebot aufmerksam machen. Mit Informationen, etwa abgedruckt auf Taschentücherpackungen, die kostenlos verteilt werden, soll das Angebot präsent gemacht und die Beratungstelefonnummer für jede Frau einfach zugänglich gemacht werden.

Hier geht es zum Hilfetelefon >>

Häusliche Gewalt steigt tendenziell durch Corona

Schon am Anfang der Corona-Pandemie gab es Erkenntnisse aus China, dass die Gewalt gegen Frauen massiv zunahm. Auch andere Länder wie Frankreich oder Spanien berichteten ähnliches. Um so eine Situation in Deutschland zu verhindern oder zumindest abzumildern, wurde die Aktion „Hilfetelefon: Gewalt gegen Frauen“ ins Leben gerufen. Zwar ist häusliche Gewalt kein neues Thema – scheint aber durch Corona nun mehr Aufmerksamkeit von der Öffentlichkeit und der Politik zu bekommen. So ließ sich das Projekt schnell realisieren.

Wie die konkreten Zahlen in Deutschland aussehen, kann bisher nur vermutet werden. Laut bff gibt es erst zum Ende des Jahres aussagekräftige Erhebungen, da die Beratungsstellen ihre Berichte erst jeweils zum Jahresende abgeben. Dennoch gäbe es jetzt schon Hinweise, dass in vielen Haushalten der Bedarf an Unterstützung steigt.
Von der Aktion erwarten sich die Initiatoren laut Ursula Schele (Vorstandsfrau des bff) viel. Die Apotheken seien genau der richtige Ort, um betroffene Frauen zu unterstützen. Sie stehen durch ihre Beratungskompetenz für seriöse Informationen.

Sind Sie von häuslicher Gewalt betroffen oder kennen jemanden, der darunter leidet?
Sowohl betroffene Frauen als auch Angehörige erhalten unter dieser Nummer rund um die Uhr kostenlose Hilfe >> 08000 116 016.

Hier geht es zur Online-Seite des Hilfetelefons >>

 

Datum: 15.05.2020
Autor: Silva Oldenburg

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