23. Februar 2021
Corona – Lauterbach: "Dritte Welle lässt sich nicht mehr aufhalten"

Lauterbach: "Dritte Welle lässt sich nicht mehr aufhalten"

Trotz Lockdown stagnieren die Corona-Zahlen derzeit und die britische Mutation verbreitet sich zunehmend. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist sich sicher, dass die dritte Welle nicht mehr aufzuhalten ist.

Karl Lauterbach: "Dritte Welle lässt sich nicht mehr aufhalten"

Nachdem bereits Gesundheitsminister Spahn und RKI-Präsident Wieler vor der Möglichkeit einer dritten Welle gewarnt hatten, ist sich SPD-Gesundheitsexperte Prof. Karl Lauterbach sicher: "Wir sind noch nicht mitten in der dritten Infektionswelle, aber diese hat angefangen und lässt sich auch nicht mehr aufhalten", sagte er heute Morgen (23.02.21) der Passauer Neuen Presse. Der Mediziner begründete dies damit, dass die britische Mutation sich bereits stark in Deutschland ausgebreitet hat und einen großen Anteil am Infektionsgeschehen hat.

Die britische Mutante sei so stark verbreitet, dass sich trotz Lockdown eine dritte Welle nicht aufhalten ließe. Lauterbach sprach außerdem davon, dass die angesteuerte Inzidenzzahl von 35 (pro 100.000 Einwohner) mancherorts nicht mehr zu erreichen sei: "Ich glaube, dass wir die Inzidenzzahl von 35, wenn wir jetzt schon so früh in die dritte Welle kommen, an vielen Orten nicht mehr erreichen können"

Video: "Dritte Welle lässt sich nicht mehr aufhalten", sagt Lauterbach

Im Rahmen der stagnierenden Zahl an Neuinfektionen hatte in der Pressekonferenz vom 19. Februar der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) Lothar Wieler von einem möglichen Wendepunkt durch die sich schnell verbreitenden Mutationen gesprochen.

RKI-Präsident Wieler spricht von "Wendepunkt"

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen liegt derzeit in Deutschland bei 56,8 und ist somit im Vergleich zum Vortag (57,1) kaum gesunken. Auch in den Tagen zuvor war die Sieben-Tage-Inzidenz nicht nennenswert zurückgegangen. Da für Lockerungen eine Inzidenz von unter 35 angestrebt wird, ist der aktuelle Trend ein Grund zur Sorge. Daher drückte auch RKI-Präsident Wieler seine Sorge über den weiteren Verlauf aus:

Wir stehen möglicherweise erneut an einem Wendepunkt: Der rückläufige Trend der letzten Wochen setzt sich offenbar nicht mehr fort. Die bundesweiten Fallzahlen scheinen zu stagnieren.

Grund zur Sorge sei vor allem die in Großbritannien entdeckte Virus-Mutante B.1.1.7, welche sich nun auch in Deutschland massiv ausbreite. Ihr Anteil an den Neuinfektionen liege bereits bei etwa einem Viertel. Dadurch wird die Bekämpfung der Pandemie mit den bisherigen Maßnahmen immer schwieriger.

Sorgen Mutationen für dritte Welle?

Da vor allem die britische Variante für eine rapide Verbreitung des Coronavirus verantwortlich ist, könnte sie ohne weitere Beschränkungen zu einer dritten Welle führen. Für Hoffnung sorgen jedoch das Voranschreiten der Impfkampagne, die steigende Zahl der Impfstoff-Lieferungen sowie die Bereitstellung kostenloser Selbsttests ab dem 1. März. Auch der Plan, dass bald Hausärzte Impfungen durchführen sollen, sorgt für leichten Optimismus. Des Weiteren betonte Wieler, dass die bisherigen Maßnahmen auch gegen die neuen Mutationen wirken und daher umso strenger eingehalten werden müssen:

Meine Bitte: Schränken wir weiterhin unsere Kontakte auf das Allernötigste ein. Treffen wir möglichst wenige und wenn, dann nur dieselben Menschen. Und wenn es irgendwie geht, treffen wir sie draußen. Halten wir uns immer an die AHA+L-Regeln.

 

Quelle: tagesschau.de, pnp.de

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