30. März 2021
Corona: Grippeimpfung senkt das Ansteckungsrisiko

Grippeimpfung senkt das Corona-Ansteckungsrisiko

Eine amerikanische Studie soll nun nachgewiesen haben, dass die Grippeimpfung das Infektionsrisiko für Corona reduzieren und für einen milderen Krankheitsverlauf sorgen kann. 

Eine amerikanische Studie der Universität Michigan soll festgestellt haben, dass eine Influenza-Impfung das Ansteckungsrisiko einer Coronainfektion senkt. Wer sich dennoch mit Covid-19 ansteckte, hatte einen deutlich milderen Krankheitsverlauf.

Grippe-Impfung: Weniger Coronainfektionen und mildere Verläufe 

Die Forscher um Marion Hofmann Bowman, Professorin für Innere Medizin und Kardiologie, überprüften Daten von mehr als 27.000 Patienten, die zwischen März und Mitte Juli 2020 auf eine Corona-Infektion getestet wurden. Von den fast 13.000, die im Vorjahr eine Grippeimpfung erhalten hatten, wurden 4 Prozent positiv auf das Coronavirus getestet. Von den 14 000, die nicht gegen Grippe geimpft waren, wurden 5 Prozent positiv getestet. Hinzu kam, dass die erkrankten Personen, die eine Influenza-Impfung erhalten hatten, einen milderen Verlauf hatten und somit seltener im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Die Forscher können den Zusammenhang zwischen Grippe-Impfung und Corona-Schutz nicht erklären. „Es ist plausibel, dass es eine direkte biologische Wirkung des Grippeimpfstoffs auf das Immunsystem und gegen das SARS-CoV-2-Virus geben könnte“, sagte Hoffmann. Ein weiterer Ansatz könnte sein, dass Grippegeimpfte generell eher vorsichtiger seien und sich genauer an die geltenden Abstands- und Hygieneregeln hielten. Weiterführende Studien sollen den Zusammenhang nun weiter untersuchen. 

Auch eine Analyse öffentlicher, medizinischer Datenbanken in Italien kam zu ähnlichen Ergebnissen und konnte nachweisen, dass eine Grippe-Impfung im Zusammenhang mit einem reduzierten Ansteckungsrisiko und einem milderen Krankheitsverlauf steht. Zudem zeigte die Analyse, dass das Infektionsrisiko in einer mobileren und dichter lebenden Bevölkerung höher ist. 

Macht jetzt noch eine Grippe-Impfung Sinn?

Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) geht die Grippesaison von Anfang Oktober bis Mitte Mai. Das RKI empfiehlt vor allem Personen, die ein höheres Risiko für einen schweren Corona-Verlauf haben, sich gegen die Influenza im Oktober und November impfen zu lassen. Dazu gehören Personen über 60, Menschen in medizinischen Berufen, Menschen mit viel Personenkontakt sowie Menschen mit Grunderkrankungen. Nach der Impfung dauert es circa zehn bis 14 Tage, bis der Körper einen ausreichenden Schutz vor einer Ansteckung aufgebaut hat. Die Grippe-Impfung wirkt üblicherweise sechs bis zwölf Monate. 

Da die Nachfrage nach der Grippe-Impfung im vergangenen Herbst sehr hoch war, war der Impfstoff zeitweise überall knapp. Fragen Sie daher am besten bei Ihrem Hausarzt nach, ob eine Impfung für Sie infrage kommt und ob diese zum aktuellen Zeitpunkt noch ratsam ist.

Quelle: bild.de

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